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Dioxine durch das Verbrennen von Torf

Aberdeen (aho) – Dioxine entstehen nicht nur bei der Produktion von chlorhaltigen Chemikalien oder in Müllverbrennugsanlagen, sondern schon seit vielen Jahrhunderten beim Heizen mit Torf. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“ berichten Andrew A. Meharg und Kenneth Killham von der Universität von Aberdeen, dass der Torf in den schottischen Highlands und auf den schottischen Inseln durch die Nähe zum Meer viel Salz (Natriumchlorid) enthält, welches als Chlor-Lieferant bei der Dioxin-Bildung fungierte. Tatsächlich entdeckten die Forscher einen Dioxin-Gehalt von bis zu 61 Milliardstel Gramm (Nanogramm) pro Kilogramm schottischer Torf-Asche. Da die Bauern mit der Asche aber ihre Gärten und Äcker düngten, dürfte ein Teil der Dioxine auch in die Nahrungskette gelangt sein. Die beiden Wissenschaftler berechneten, dass in früheren Jahrhunderten in den Highlands und auf den schottischen Inseln pro Jahr ein Kilogramm Dioxin durch die Verbrennung von Torf entstanden sein dürfte. Eine große Menge im Vergleich zu den jährlich insgesamt knapp elf Kilogramm Dioxin, die heutzutage in britischen Müllverbrennungsanlagen entstehen.

Wie dauerhaft eine Dioxinkontamination sein kann, stellten Andrew Meharg und Kenneth Killham auf der vor 70 Jahren verlassenen „Isle of Hirta“ fest. Durch das jahrhundertelange Heizen mit Torf enthält der Boden dort heute immer noch deutlich mehr Dioxin als frischer Torf.

Die Originalveröffentlichung kann hier als PDF-Dokument geladen werden.

Andrew A. Meharg and Kenneth Killham Environment: A pre-industrial source of dioxins and furans Nature 421, 909 – 910 (2003)

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