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Vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheiten

Berlin (aho) – Schwerpunkt des 25. Kongresses der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft sind „Zoonosen“: Vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheiten. Deren Bedeutung für die Gesundheit wird in der Öffentlichkeit selten richtig eingeschätzt. Evolutionäre Prozesse im Reich der Infektionserreger vollziehen sich rasch, neue Krankheiten entstehen, alte verlieren ihre Bedeutung oder verschwinden. Menschliche Einflüsse wie weltweiter Reiseverkehr und Handel, Schaffung hoher Tierkonzentrationen, das enge Nebeneinander vieler Tierarten und die Beeinflussung des Klimas fördern diese Prozesse. Die neue und gefährliche Form der Lungenentzündung (SARS) aus Asien macht wieder einmal deutlich, dass wir jederzeit mit dem Auftreten neuartiger Krankheiten rechnen müssen.

Die Menschen selbst verhalten sich zwiespältig: Die von Haustieren wie Hund und Katze ausgehende Infektionsgefahr wird oft überschätzt, während Risiken, die von anderen Haustieren ausgehen können, übersehen oder nicht korrekt wahrgenommen werden.

Alle bekannten Arten von Infektionserregern der Tiere – Prionen, Viren, Bakterien und Parasiten – haben die prinzipielle Fähigkeit, unter bestimmten Umständen ihre angestammte Wirtstierart zu verlassen und eine andere Tierart oder den Menschen zu infizieren. Das kann spontan erfolgen, nach Mutationen des Infektionserregers oder gefördert durch unbewusstes Zutun des Menschen.

Bei allen Infektionen ist sowohl die Genetik des Erregers als auch die der infizierten Menschen oder Tiere für den Verlauf der Krankheit sehr wichtig. Der Eröffnungsvortrag „Tanz zweier Genome: Genetik der Infektionskrankheiten“ erörtert diese Mechanismen und die Bedeutung der Wechselwirkungen zwischen Erreger und Wirtsorganismus. Weitere Themenschwerpunkte bilden die Ursachen des hämorrhagischen Fiebers, von Influenza und Pocken sowie bakterielle Infektionen wie Paratuberkulose und Tularämie und die wieder zunehmende Tuberkulose.

Die Entwicklung parasitärer Zoonosen, die durch den Import von Zootieren und der Klimaveränderung an Bedeutung gewinnen, wird ebenso dargestellt wie über den Stand der seit knapp 20 Jahre bekannten Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) berichtet. Neben der Vortragsveranstaltung werden Poster aus allen Bereichen der veterinärmedizinischen Forschung präsentiert und diskutiert.

Ort und Zeit: Institut für Physiologie, Molekularbiologie und Biochemie, Arnimallee 22, 14195 Berlin (Fachbereich Humanmedizin der Freien Universität Berlin), 3. und 4. April, ganztägig.

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