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Kein Artensterben in Deutschland

Berlin (aho) “Das weltweit beklagte Aussterben von Tierarten ist in Deutschland anhand unserer Untersuchungen nicht festzustellen”, geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn vorstellte. Im Vergleich zur letzten Schätzung aus dem Jahr 1984 ergab die Bestandsaufnahme etwa 4.000 Arten mehr. Die Gründe hierfür seien neu beschriebene und eingewanderte Arten, eine größere Genauigkeit bei der Erhebung sowie die wissenschaftliche Aufspaltung bereits bekannter Arten, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte.

Dem Ergebnis der Studie zu Folge gibt es in Deutschland im Jahr 2004 insgesamt rund 48.000 Tierarten. Die artenreichste Gruppe in Deutschlands Fauna mit über 33.300 Arten seien die Insekten, während nur knapp über 700 Wirbeltierarten bei uns leben. Igelwürmer oder Eichelwürmer seien sogar nur mit einer Art vertreten. Verglichen mit den Reichtümern der biologischen Vielfalt in den tropischen Regionen der Erde zähle Deutschland aufgrund seiner erdgeschichtlichen Entwicklung und der geographischen Lage aber eher zu den Gebieten mit einer geringeren Artenvielfalt. Beispielsweise lebten nur 91 von weltweit 4.500 beschriebenen Säugetierarten in Deutschland, in Indonesien aber über 500.

Nach zwanzig Jahren führte das BfN wieder eine Bestandsaufnahme über die vertretenen Tierarten in Deutschland durch. “Wenngleich Deutschland nur 3 Prozent der weltweit beschriebenen Tierarten beherbergt, so ist unsere einheimische Artenvielfalt doch einzigartig – und insgesamt schützenswert”, äußerte sich das BfN zur Studie. Jetzt könne man in Deutschland und der EU noch präziser als bisher Gefährdungsursachen analysieren und Schutzmaßnahmen ergreifen. Das weltweit beklagte Aussterben von Tierarten lasse sich in Deutschland nicht bestätigen, es zeichneten sich wieder positive Trends wie etwa bei Schwarzstorch und Seehund ab. Da nach wie vor die Bestände vieler Arten zurückgingen, müsse es aber Ziel sein, für alle Tierarten positive Voraussetzungen zu schaffen.

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