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Paratuberkulose: Katzen als mögliche Überträger identifiziert

Ames (aho) – Die Paratuberkulose kommt weltweit vor und befällt vor allem Wiederkäuer (Rind, Schaf, Ziege und Wildwiederkäuer), gelegentlich auch andere Tierarten wie Wildkaninchen, Füchse und Hermeline. Chronische Abmagerung und Milchrückgang sind die Leitsymptome. Bei Einzeltieren kann ein profuser, therapieresistenter Durchfall mit übelriechendem, gasblasenhaltigem Kot beobachtet werden. Der Erreger Mycobacterium avium, subspecies paratuberculosis (MAP) ist ein kleines, aerobes, unbewegliches, säurefestes, schwach grampositives Stäbchen. Die Züchtung ist sehr anspruchsvoll. Kontaminierte Weiden bleiben bis zu einem Jahr infektiös. In der Gülle können die Erreger zwischen drei und neun Monaten überleben.

Amerikanische Wissenschaftler konnten jetzt MAP bei verwilderten Katzen nachweisen, die auf einer Milchviehfarm im mittleren Westen der USA herumstreunten. Von der Farm waren Fälle von Paratuberkulose bekannt. Ziel ihrer Untersuchungen war es, die Bedeutung von „Nicht- Wiederkäuern“ bei der Verbreitung von MAP näher zu beleuchten. Hierzu untersuchten sie 25 verwilderte Katzen, neun Mäuse, acht Kaninchen (Sylvilagus floridanus), sechs Waschbären (Procyon lotor) und drei Opossums.

Bei sieben von 25 (28%) Katzen konnten die Wissenschaftler MAP in den Darmlymphknoten nachweisen. Ebenso bei einer von neun Mäusen. Bei den anderen Tierarten wurde man nicht fündig. Mittels Gentests konnte nachgewiesen werden, dass die MAP der Katzen und die MAP der Kühe identisch waren. Die Wissenschaftler spekulieren, dass die MAP von den Kühen über Kot oder Milch auf die Katzen übertragen werden. Ebenso muss eine Infektion der Katzen über Beutetiere (Mäuse) in Betracht gezogen werden. In einem nächsten Schritt soll untersucht werden, ob infizierte Katzen MAP mit dem Kot ausscheiden und so z.B. Futtermittel kontaminieren können.

Palmer MV, Stoffregen WC, Carpenter JG, Stabel JR. Isolation of Mycobacterium avium subsp paratuberculosis (Map) from Feral Cats on a Dairy Farm with Map-infected Cattle. J Wildl Dis. 2005 Jul;41(3):629-35.

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