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Aviäre Influenza Typ H5N3: Jetzt schon 15 Betriebe mit amtlichem Positivbefund

Cloppenburg (aho)- Das niedrigpathogene Influenzavirus ist bisher in 15 Geflügelbeständen im Landkreis Cloppenburg amtlich nachgewiesen worden. Es handelt sich hierbei um 14 Putenmastbetriebe und um einen kleineren Entenbestand. Bis auf einen Bestand in Friesoythe-Gehlenberg, liegen die betroffenen Farmen in den Gemeinden Garrel und Bösel. In allen Fällen handele es sich um das für den Menschen ungefährliche niedrigpathogene Influenzavirus H5N3. Dies gab der Landkreis Cloppenburg am Mittwoch in einer Pressekonferenz bekannt.

Bereits am Wochenende seien die Gemeinden Garrel und Bösel vollständig zum Sperrgebiet erklärt worden. Ein weiteres Sperrgebiet sei am Dienstag im ein Kilometerradius um den Betrieb in Gehlenberg eingerichtet worden, so der Landkreis. Alle Geflügelbestände in den Sperrgebieten stünden unter amtlicher Beobachtung. Die amtliche Untersuchung der Bestände laufe auf Hochtouren.

In den Ausbruchsbetrieben und in vier Verdachtsbetrieben wurden bisher rund 210.000 Tiere durch Begasung der Ställe mit Kohlendioxid getötet. Die Tötungen in den Verdachtsfällen wurden vorgenommen, weil in diesen Betrieben bei Untersuchungen der Geflügelwirtschaft in Privatlaboren das niedrigpathogene Virus festgestellt wurde. Zusätzlich sind rund 60.000 Puten in Kontaktbetrieben vorsorglich getötet worden. Um einen Kontaktbetrieb handele es sich beispielsweise dann, wenn eine in der Untersuchung unauffällige Farm von denselben Personen bewirtschaftet werde, die auch in einem infizierten Bestand tätig gewesen seien, so die Kreisverwaltung.

Die Entsorgung der getöteten Tiere kann bisher noch von den Tierkörperbeseitigungsanstalten in der Region bewältigt werden. Insgesamt steht nach Angaben des Landkreises Cloppenburg in vier Anlagen eine Entsorgungskapazität von 3.600 Tonnen pro Woche für die Geflügelentsorgung zur Verfügung. Für den Fall einer weiteren Ausweitung des Infektionsgeschehens müssten jedoch Alternativen ins Auge gefasst werden, hieß es. Nach Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Entsorgungskapazitäten bestehe als „Ultima ratio“ die Möglichkeit der Kompostierung in den Geflügelställen. Weil die getöteten Tiere das Virus nicht mehr ausscheiden, sei dies seuchenrechtlich unbedenklich. Das Verfahren sei mit dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem LAVES abgestimmt.

Der Leiter des Veterinäramtes des Landkreises Cloppenburg Dr. Karl-Wilhelm Paschertz begründete die Tötung der Verdachtsbestände und der Kontaktbetriebe damit, dass es gelingen müsse „vor das Virus zu kommen“. Dr. Paschertz sieht einen Hoffnungsschimmer darin, dass das Infektionsgeschehen weitgehend auf den Bereich Garrel/Bösel beschränkt ist und dass die Zahl neuer Verdachtsmeldungen in den letzten Tagen zurückgegangen sind. Dennoch müsse aufgrund der laufenden Untersuchungen in über 200 Geflügelbetrieben mit weiteren Positivbefunden gerechnet werden, sagte Dr. Paschertz.

Landrat Hans Eveslage begründete das schnelle und konsequente Vorgehen mit dem enormen wirtschaftlichen Schaden, den eine weitere Ausbreitung der Tierseuche im Landkreis Cloppenburg nach sich ziehen würde. Im Landkreis Cloppenburg würden rund zwölf Millionen Stück Geflügel gehalten. Davon etwa drei Millionen Puten. Weil sich das Virus aufgrund der Geflügeldichte schnell ausbreiten könne, habe der Landkreis für einen Teil des Kreisgebietes zwischen dem Küstenkanal im Norden und dem Stadtgebiet von Cloppenburg im Süden die Neueinstallung von Geflügel untersagt. Dies bedeute, dass dort, wo Tiere zur Schlachtung gegangen seien, die Ställe anschließend leer bleiben müssten. Diese Ausdünnung der Population solle dazu beitragen, dem Virus den Nährboden zu entziehen, so Eveslage.

Bei der Bekämpfung des Infektionsgeschehens hätten bisher alle Beteiligten ausgezeichnet zusammengearbeitet, sagte Eveslage. Insbesondere die Geflügelseuchenvorsorgesellschaft (GESEVO) arbeite sehr zügig bei der Tötung und Räumung der betroffenen Bestände. Eveslage dankte auch der Task force des LAVES sowie Polizei, Feuerwehr und THW für die Unterstützung.

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