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Alt bewährt und neu entdeckt: Antibiotika-Klassiker in der Veterinärmedizin weiterhin wirksam

Aulendorf (aho) – Während sich in der Humanmedizin die Berichte über antibiotikaresistente Bakterien mehren und der Ruf nach neuen Antibiotika immer lauter wird, werden in der Veterinärmedizin immer noch offensichtlich erfolgreich „altbewährte Präparate“ zur Behandlung von Infektionen eingesetzt. Über dieses Phänomen sprach aho jetzt mit Dr. Gerhard Moll, Produktmanager der Firma Albrecht in Aulendorf.

aho: Als wir hier in der Redaktion beim Blättern in einer Fachzeitschrift zufällig eine Werbung für Ihr Injektionspräparat „Veracin®–compositum“ (1 ml enthält: 80.000 I.E. (76,19 mg) Benzathin-Benzylpenicillin, 120.000 I.E. (120 mg) Benzylpenicillin-Procain, 200.000 I.E. (258 mg) Dihydrostreptomycinsulfat, 20 mg Procainhydrochlorid.) entdeckten, war eine spontane Reaktion: „Das gibt’s doch auch schon ewig!“ Herr Kollege Moll, wie lang ist „ewig“?

Moll: Ja, tatsächlich, das Langzeit-Penicillinpräparat Veracin®-compositum ist seit rund 40 Jahren am Markt und wird noch immer in großen Mengen gekauft. Es wird wie eh und je erfolgreich von Tierärzten zur Behandlung von Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Hund, Katze eingesetzt. Wir können nicht erkennen, dass das Produkt an Wirksamkeit verloren hat. Ganz im Gegenteil; die Verkaufszahlen steigen.

aho: Welche Vorteile haben diese „altbewährten Präparate“?

Moll: Es ist die lange Erfahrung, die wir hier bei Albrecht mit dem Produkt haben. Es wurde über viele Jahre optimiert. Und dies gilt auch für die Tierärzte. Sie wissen aus den vielen Jahren der Anwendung sehr genau, wie Veracin®-compositum erfolgreich eingesetzt wird.

aho: Das Produkt besitzt eine ungewöhnlich hohe Wirkstoffkonzentration von nahezu 50 %. Welche Vorteile ergeben sich daraus und was bedeutet dies für die Aufschüttelbarkeit, Spritzbarkeit und die Wartezeiten?

Moll: In der Praxis spielt das Injektionsvolumen eine wichtige Rolle. Gerade wenn in einen Muskel gespritzt wird, sollte mit möglichst wenig Volumen gearbeitet werden können. Werden zu große Volumina injiziert, zerreißen die Muskelfasern und es entstehen Blutungen und Narben. Durch eine geschickte Formulierung konnte man hier an die Grenzen des Möglichen gehen. Mit fast 50% Wirkstoffgehalt gehört es zu den stärksten Formulierungen am Markt. Veracin®-compositum kann trotz des hohen Wirkstoffgehaltes einfach und leicht gespritzt werden. Das ist von Vorteil, wenn viele Tiere behandelt werden müssen.

aho: Das Produkt hat bei lebensmitteliefernden Tieren (Rinder, Schweine, Ziegen, Pferde) für essbare Gewebe 50 Tage und für die Milch 17 Tage. Ist diese lange Wartezeit in der Praxis ein Problem?

Moll: Die Wartezeit ist deutlich kürzer als anderen vergleichbaren Präparaten. Veracin®-compositum wird insbesondere bei jüngeren Tieren eingesetzt, oder bei solchen, wo nicht primär die Schlachtung im Vordergrund steht wie zum Beispiel bei Pferden. So kann die Wartezeit problemlos eingehalten werden.

aho: Vielen Dank für das Gespräch.

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