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Verurteilt: Landwirt erstickt Rind mit Plastiktüte

Lübeck/Bad Segeberg (aho) – Weil er für zwei kalbende Jungrinder keine tierärztliche Hilfe holte und er ein Tier erstickte und das andere Tier eingeschläfert werden musste, wurde jetzt ein 44-jähriger Landwirt aus einem Dorf bei Bad Segeberg zu eine Haft- und Geldstrafe verurteilt. Hierüber berichten die Lübecker Nachrichten ausführlich.

Die beiden jungen Galloway-Rinder waren im Sommer 2009 von ihrer Weide ausgebrochen und wurden vermutlich von einem Bullen auf der Nachbarweide gedeckt. Von der Trächtigkeit will der Mann nichts bemerkt haben, berichten die Lübecker Nachrichten. Ein Gutachter erläuterte im Verfahren, dass die jungen Rinder auf Grund der Trächtigkeit und des noch nicht voll entwickelten Körperbaus speziell hätten betreut, gepflegt und gefüttert werden müssen.

Nach Aussage des Landwirtes konnte er von dem zuerst gebärenden Rind nur ein tote Kalb herunterziehen. Zudem sei das Rind sehr schwach gewesen. Über das weitere Geschehen berichtete dann Kreisveterinär Dr. Jan Sassen. Ihm habe der Angeklagte erzählt, dass er das Rind mit einer Plastiktüte erstickt habe, um es zu erlösen. Wie die Lübecker Nachrichten berichten, sollen Fotos dies belegen. „Kopfform, Kot und Ruderspuren der Beine lassen auf einen Todeskampf des Tieres schließen. Es hat keine Luft mehr bekommen“, wird der Gutachter von der Zeitung zitiert. Außerdem sei der Gesundheitszustand der beiden Tiere sehr schlecht gewesen, sie hätten einen Tierarzt benötigt, um ihnen Leid und Schmerzen zu ersparen. Doch der kam erst zwei Tage später und konnte die zweite nur noch Kuh einschläfern, so das Blatt.

Staatsanwaltschaft und Gericht schlossen sich dem Gutachter an, so die Zeitung: Der Angeklagte hat die Kuh erstickt, bewusst auf einen Tierarzt verzichtet und so den Tieren Leid und Schmerz zugefügt. Während die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 135 Tagessätzen je 30 Euro forderte, verhängte die Richterin sogar eine Freiheitsstrafe. „Der Angeklagte hat sich für die für ihn preiswerteste Lösung entschieden. Er hat eine Gesinnung gezeigt, die er sich als Baby von seinen Eltern nicht gewünscht hätte“, zitiert das Blatt die Richterin. Außerdem sei er vollkommen uneinsichtig und zeige keine Reue. Um die Strafe noch spürbarer zu machen, muss der Verurteilte noch eine Geldbuße von 2.000 Euro als Bewährungsauflage zahlen, so die Lübecker Nachrichten.

Die Entwickling rund um Mycobacterium avium paratuberculosis erinnert an den Erkenntnissprozess um Magengeschwüre (Ulcus) und das Bakterium Helicobacter pylori. Die Humanmediziner Barry Marshall und John Robin Warren aus Perth, Western Australia, entdeckten H. pylori im Jahre 1983. Ihre Entdeckung wurde von der medizinischen Forschung lange Zeit nicht ernstgenommen. Erst 1989 kam es zum Durchbruch, und das Bakterium wurde weltweit als Ursache des Ulcus angenommen. Im Dezember 2005 wurden Warren und Marshall für ihre Arbeiten zu H. pylori je zur Hälfte mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

10 Comments, Comment or Ping

  1. „Nutztier“hatung ist abzuschaffen.
    Tierfleischessen ist auf allen Ebenen falsch.

  2. allan

    Wieso hat die Richterin diesen gewissenlosen und scheinbar gefühlskalten Landwirt nicht mit einer wirklich abschreckenden Strafe bedacht um ein Zeichen zu setzen.
    2 Jahre Freiheitsentzug ohne Bewährung und den 10fachen Satz der verhängten Geldstrafe wäre hier wohl aus meiner Sicht angemessen gewesen.

  3. Klaus

    Natürlich ist die Strafe zu gering!
    Aber es ist ein Anfang das Richter/in endlich mal das Tier als Lebewesen und nicht nur als eine Sache sehen!
    Landwirte haben es zwar nicht leicht zu überleben aber es gibt ihnen nicht das Recht auf solch eine grausame Art und Weise Kosten zu sparen!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Respekt Frau Richterin, das ist der Richtige Weg!!!!!

  4. Ruth

    »Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.«

    Albert Einstein
    Physiker und Nobelpreisträger (1905), Vater der Relativitätstheorie (1879-1955)

  5. Lisa

    Schlimm, dass es Menschen gibt, die so entscheiden und das auch noch ohne Reue völlig berechnend. Die Strafe finde ich völlig richtig. Schön, dass die Richterin das Tierschutzgesetz ernst nimmt. Das Urteil ist ein längst überfälliges Beispiel, wie wir mit einem solchen Verhalten und einer solchen Einstellung gegenüber den Lebenwesen um uns als Gesellschaft umgehen sollten. Hier wird eine Verantwortung deutlich, die wir als Nutznießer der Erde für alles Leben haben, das unserem Handeln ausgeliefert ist. Das Urteil ist ein Schritt in die richtige Richtung, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Ich wünsche mir noch mehr Menschen mit einem so wachen Geist und dem Mut, das Richtige entgegen der Gewohnheit zu tun.
    Meine Anerkennung, Frau Richterin!

  6. Madolu

    Ich finde auch, dass dieses Urteil ein Schritt in die richtige Richtung ist. Vielen Dank hierfür Frau Richterin.

  7. Wir leben in einer Welt der Resonanz! „Armer“ Landwirt, ich will nicht wissen, was für eine wirkliche Strafe ihm widerfährt!

  8. anja

    Die Strafe ist zwar immer noch zu niedrig – und zumindest hätte noch ein lebenslanges Tierhalteverbot ausgesprochen werden müssen – aber wie einige meiner Vorredner schon geschreiben haben: Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Deshalb ein herzliches Danke-schön an die Frau Richterin.

  9. Bei den Schweinen und Rindern sind neben den Haltungsbedingungen die tierschutzwidrigen Tötungsmethoden inakzeptabel: 175.000 Rinder und 500.000 Schweine werden jährlich in Deutschland vor dem Schlachten nicht ordnungsgemäß betäubt und erleben den Tod bei vollem Bewusstsein und in Todesangst.

  10. Miss Construction

    …und das „tolle“ an der Sache ist auch noch, dass es sich um ein Bio-Hof handelt und er damit auch noch weiterpraktiziert. Dieser kranke Mann darf weiter Tiere halten, jetzt auch noch Ziegen !!! Hätten sie mal mehr Informationen eingeholt,hätten sie noch mehr grausame Dinge gefunden…

Reply to “Verurteilt: Landwirt erstickt Rind mit Plastiktüte”

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