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Gang Bang mit Tierwohllabel: Arttypisches Eberverhalten wird zum Tierschutzproblem

(aho) – Die Ebermast wird als Königsweg für den Ausstieg aus der chirurgischen Ferkelkastration beschrieben. Einige Schlachtunternehmen vergeben auch für diese Eber in Zusammenarbeit mit Tierschützern ein „Tierwohllabel“, um dem Verbraucher den Eindruck von einer besonders tierfreundlicher Tierhaltung zu vermitteln. Das hier gezeigte Video dokumentiert in der rechten Bucht das arttypische Verhalten geschlechtsreifer unkastrierter Eber in der Endmast. Sie springen zur Befriedigung des natürlichen Geschlechtstriebes auf Buchtengenossen und schachten den Penis aus. Die zum Teil von mehreren Ebern gleichzeitig besprungenen Tiere stoßen Schmerzensschrei aus und unternehmen verzweifelte Fluchtversuche. Insgesamt herrscht große Unruhe im Stall.

Durch dieses normale Eberverhalten treten Becken- und Knochenbrüche, Verletzungen des Penis durch Bisse, Blutergüsse, Tritt- und Bissverletzungen auf, was gelegentlich die Euthanasie von betroffenen Einzeltieren erforderlich macht.

Insbesondere treten zum Mastende vermehrt Aggressionen nach dem Herausschlachten schwerere Schweine durch die Neubildung der Rangordnung auf.

Es sei darauf hingewiesen, dass dieses Verhalten nicht in jedem Stall auftreten muss. Hier spielen Einflüsse wie die Jahreszeit und die Herkünfte – früh- oder spätreife Linien – eine große Rolle.

Auf der linken Seite zeigt das Video Eber, die durch eine Eberimpfung geschützt wurden. Sie zeigen ein ruhiges bis munteres Verhalten.

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