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Pferde: Gamaschen – Sinn oder Unsinn?

(aho) Mal ehrlich – die meisten Reiter legen ihren Pferden Gamaschen um, weil es schick ist. Dabei glauben sie nebenbei, daß sie damit auch die Sehnen vor Überlastung schützen könnten. Aber genauso wenig wie es nützt, wenn man Tesafilm um ein halb zerrissenenes Aufzugseil wickelt, nützt es, den Zug auf eine Sehne mildern zu wollen, indem man etwas darumwickelt. Die Belastung, die in senkrechter Richtung wirkt, ist die gleiche, ob etwas darumgewickelt ist oder nicht. Tatsächlicher Sinn von Gamaschen ist ausschließlich der Schutz vor dem Greifen durch die Hinterbeine in die Beugesehnen. Durch beschlagene Hinterhufe kann u.U. der ganze Beugesehnenstrang eines Vorderbeins glatt durchtrennt werden, solch ein Pferd ist dann nicht mehr zu retten. Um ausreichenden Schutz zu gewähren, müssen Gamaschen daher knochenhart sein und nicht etwa schön weich und passend zur modischen Reithose. Neueste Entwicklung sind Gamaschen, die in warmes Wasser gelegt weich und formbar werden und sich optimal an das jeweilige Pferdebein anmodellieren lassen, um dann im erkalteten Zustand knochenhart zu werden. Solche Gamaschen sind insbesondere bei schnelleren Geländeritten und beim Springen zu empfehlen, wo es durch unebenen Boden, Rutschen oder Stolpern schon mal zu unkontrollierten Bewegungen kommen kann. (Tierärztin Sabine Kettner)

Quelle: Dr. Helmut Ende, FFP-Tagung zur Pferdegesundheit am 07.11.99, Münster

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