Tierschutzbund: Kein Zusammenhang zwischen Hartz IV und hoher Zahl ausgesetzter Hunde
Berlin / Bonn (aho) – BILD-Berlin meldet heute, das Berliner Tierheim erwarte wegen der Einführung des Arbeitslosengelds II, dass Hunderte Hunde zusätzlich ausgesetzt oder abgegeben würden, weil Tierbesitzer fürchteten, sich die Haltung nicht mehr leisten zu können. Begründung: Die ab Januar an Langzeitarbeitslose gezahlten Leistungen seien um 200 Euro geringer als die derzeit gezahlte durchschnittliche Arbeitslosenhilfe. BILD-Berlin zitiert als Beleg für seine These den Deutschen Tierschutzbund. Ähnlich berichtet auch die Zeitschrift Tier-BILD und nennt im indirekten Zusammenhang mit Hartz IV die Zahl von 70.000 ausgesetzten Tieren.
Der Zusammenhang zwischen der Arbeitsmarktreform und dem Aussetzen von Tieren, der von der BILD-Zeitung hergestellt wird, ist laut einer Pressemitteilung der Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung absurd und durch nichts belegt. Die Gegenüberstellung Arbeitslosengeld II und Arbeitslosenhilfe ist in dieser Form zudem sachlich unzutreffend.
Fakt ist laut Presse- und Informationsamt:
Ab 1.1.2005 bekommen allein stehende Bezieher von Arbeitslosengeld II eine Regelleistung von 345 Euro in den alten und von 331 Euro in den neuen Bundesländern. Dazu kommen die Kosten für die Miete und Heizung einer angemessenen Wohnung, die in der tatsächlichen Höhe übernommen werden. BILD übersieht bei seiner Gegenüberstellung der durchschnittlichen Höhe der Arbeitslosenhilfe mit dem Arbeitslosengeld II, dass der Regelsatz nur einen Teil der Leistungen darstellt.
Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, betont, dass der Tierschutzbund einen direkten Zusammenhang zwischen der Zahl ausgesetzter Tiere und dem Arbeitsmarktreformgesetz Hartz IV nicht herstellt. Die in BILD genannte Zahl von 70.000 ausgesetzten Tieren sei ein Wert, der sich traurigerweise seit einigen Jahren auf diesem hohen Niveau halte. Besonders häufig würden Tiere in der Ferienzeit ausgesetzt. Der Deutsche Tierschutzbund beklage dies schon seit langem als ein Kennzeichen der Wegwerfgesellschaft.
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