Tiergestützte Therapie: Die Schattenseiten eines Trends
Köln (aho) – Die Nähe zu Tieren motiviert und hilft heilen – daran zweifelt heute niemand mehr. Auch wissenschaftliche Studien belegen den positiven Einfluss von Tieren auf Menschen; Therapien mit Delfin, Hund, Pferd & Co liegen voll im Trend. Hierüber berichtete der WDR in der Sendung “Tiere suchen ein Zuhause”. Demnach haben sich solche Erfolge herumgesprochen und alle möglichen Leute fühlen sich neuerdings berufen, mit ihren Tieren loszuziehen und zu “heilen”. Einige versuchen gar, mit verzweifelten Eltern Geld zu machen. Sie preisen Tiere als Wundermittel und plötzlich wird jede Aktivität mit Vierbeinern als “Therapie” verkauft, heißt es in dem Bericht. Das Problem: der Begriff “Tiergestützte Therapie” ist nicht geschützt und wird immer wieder von Leuten ohne besondere Kenntnisse und Ausbildung missbraucht. Von Missbrauch ist auch dann die Rede, wenn so genannte “Therapietiere” zu horrenden Preisen angeboten werden. Zwar können Tiere wertvolle Helfer sein, doch erst die qualifizierten Betreuer machen aus einer Aktivität mit einem Tier eine Therapiesitzung.
Auch die Medien gehen häufig erschreckend unkritisch mit dem Thema um. Diese negative Entwicklung wirft ein falsches Licht auf die Arbeit jener Leute, die seit Jahren auf einem qualitativ hohen Niveau Tiere in der Therapie einsetzten. Ihre Arbeit wird abgewertet, schlimmstenfalls als “neuer Trend” abgetan, bedauern die Macher der Sendung.
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