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Tierschutz-Betrug: Bombige Gehälter +++ Partys +++ 600er Mercedes

Düsseldorf / Lübeck (aho) – Wegen Betruges in fast 170 000 Fällen muss sich seit Montag ein Unternehmer vor dem Landgericht Lübeck verantworten. Wie das Handelsblatt berichtet, legte der 50-Jährige Eduard G. aus Tornesch, zu Prozessbeginn ein Geständnis ab.

Eduard G., Tierschützer des Vereins Arche 2000 in Seeth-Ekholt bei Elmshorn, wird vorgeworfen, durch den unberechtigten Einzug von Mitgliedsbeiträgen um mehr als 9,2 Millionen Euro betrogen zu haben. Außerdem soll er einen Millionenbetrag für private Zwecke gebraucht sowie mehr als 3,2 Millionen Euro Körperschaftssteuern hinterzogen haben. Da sich der Ermittlungszeitraum aus Zeitgründen auf die Jahre 2003 bis 2004 beschränkt werden musste, dürfte der Schaden weitaus höher liegen, da nach Auskunft von Staatsanwalt Henning Struck auch in den vorhergehenden Jahren die Mitglieder des Tierschutzvereins um Millionenbeträge betrogen wurden.

Wie das Handelsblatt berichtet, hatte der Beschuldigte sich nach eigener Aussage um den Tierschutzverein Arche 2000 ein weit vernetztes Firmengeflecht aus Autovermietung, Grafik- und Baubetrieben gegründet. Gelder des Tierschutzvereines waren überdies in ein Motocross-Team des „Tierschützers“ gewandert. Der Angeklagte benutzte das Konto der Tierschutzorganisation ebenfalls für seine privaten Ausgaben, da er sich aufgrund eines älteren Insolvenzverfahrens kein eigenes Gehalt auszahlte. Die Höhe seiner Ausgaben konnten aber nicht genau beziffern werden. der Richter hielt ihm vor, von dem Geld der Arche auch einen 600er Mercedes für sich gekauft und Partys im Wert von rund 30.000 Euro veranstaltet zu haben, heißt es in der Zeitung.

Neben dem Unternehmer hat die Staatsanwaltschaft aus dem Umkreis der etwa 20 weiteren Tatverdächtigen zunächst drei weitere frühere Mitarbeiter von Arche 2000 beschuldigt. Ihnen wirft die Anklage vor, an Betrugs- und Steuerstraftaten beteiligt gewesen zu sein. Der Hauptbeschuldigte erklärte dem Richter, mit falsch ausgestellten Quittungen und unechten Reisekostenabrechnungen seien den drei Mitangeklagten „bombige Gehälter von bis zu 10.000 Euro monatlich“ gezahlt worden.

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