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Tierschutzbetrug: Sechs Jahre und neun Monate Haft für Arche-2000-Chef

Tornesch/Lübeck (aho) – Nach nur drei Verhandlungstagen verurteilte die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Lübeck den selbsternannten Tierschützer Eduard „Eppy“ G. (51) aus Tornesch in einem spektakulären Betrugsverfahren zu sechs Jahren und neun Monaten Haft. Zuvor hatten der 51jährige und drei weitere Mitangeklagte eingeräumt, die gutgläubigen Mitglieder der in Seeth-Ekholt angesiedelten „Arche 2000 Welt-Tierhilfe“ um 9,2 Millionen Euro erleichtert zu haben.

Andrea M. (39), die Büroleiterin des Vereins, muss für drei Jahre hinter Gitter. Jens D. (40), der Vereinsvorsitzende, sowie Frauke H. (43), die das Büro des Tochtervereins in Strasburg leitete, erhielten jeweils eine zweijährige Bewährungsstrafe und müssen 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Gleich zum Prozessauftakt hatte „Eppy“ ein umfassendes Geständnis abgelegt. Auf seine Anweisung wurden Beiträge von Vereinsmitgliedern per Bankabbuchung eingezogen, die noch lange nicht fällig waren, vereinzelt sogar über das Jahr 2006 hinaus. In seinem letzten Wort sagte er am Dienstag: „Ich habe das von mir angerichtete Chaos nicht als Straftat angesehen.“ Mittlerweile wisse er jedoch, dass er große Fehler begangen habe.

Das Gericht blieb mit seiner Entscheidung knapp unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten acht Jahren Haft. Richter Arnold Zimmermann sprach in seiner Urteilsbegründung von einem „ungeheuren Geldkarussell“. Die beiden Tierschutzvereine hätten einem „Geldverschiebebahnhof“ geglichen.

Alle Angeklagten haben die Möglichkeit, die Urteile in der Revision anzufechten.

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