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Unvermittelbar: 80 Kampfhunde sitzen im Tierheim Hamburg

Hamburg (aho) – Das Tierheim in der Hamburger Süderstraße ist mal wieder bis zur Belastungsgrenze voll mit so genannten Kampfhunden. „Wir haben 80 Kategoriehunde, und in Hamburg lässt sich nicht einer von ihnen vermitteln“, wird der Tierheimchef Wolfgang Poggendorf jetzt in der Hamburger Morgenpost zitiert.

Für die Pitbulls, Rottweiler, American Staffordshire und Co. ein hartes Schicksal, denn einige sitzen mittlerweile seit ein bis zwei Jahren im Tierheim in der Süderstraße. Die eine Hälfte wurde ausgesetzt oder abgegeben. Die andere Hälfte wurde den Besitzern vom Ordnungsdienst weggenommen, weil die Hunde auffällig waren oder falsch gehalten wurden. Poggendorf im Gespräch mit der Morgenpost: „22 der 80 Hunde sind aber sehr liebe Tiere, die problemlos durch den Wesenstest gekommen sind. Sie könnten guten Gewissens sofort vermittelt werden.“

Das Problem: Niemand will sie haben. Allein die teure Hundesteuer von 600 Euro schreckt ab. Hinzu kommt, dass der Antrag auf Haltung eines gefährlichen Hundes 350 Euro kostet. Und Halter von Kampfhunden werden in der Öffentlichkeit häufig angefeindet, berichtet die Zeitung.

Den Steuerzahler kommt dies richtig teuer. Für jeden Kampfhund bekommt das Tierheim täglich zehn Euro! Plus 60.000 Euro jährlich für Wesenstests, Tierarzt- und Transportkosten. Bei 80 Hunden, die ein Jahr lang im Tierheim bleiben, belaufen sich die Kosten so auf 350.000 Euro. Und das ist nach Poggendorfs Berechnung längst nicht genug. „Zehn Euro pro Tag und Hund reichen absolut nicht aus, 20 Euro sind eine realistische Größe.“ Die täglich fehlenden zehn Euro werden zurzeit vom Tierschutzverein gezahlt.

Und deshalb fordert Poggendorf erneut mehr Geld von der Stadt. „Unsere einzige Vermittlungschance für diese Hunde sind andere Tierheime.“ Die würden zurzeit 460 Euro „Pfotengeld“ pro Tier für die Übernahme bekommen. Laut Poggendorf nicht genug. „Das muss auf 700 Euro aufgestockt werden, denn auch in den anderen Tierheimen lassen sich die Hunde nicht so schnell vermitteln.“

Nach Recherchen der Morgenpost sind die Kampfhunde fast völlig aus dem Hamburger Stadtbild verschwunden. Viele Halter haben ihre Tiere abgeschafft – zu teuer, zu viel Ärger. Andere gehen nur noch bei Dunkelheit mit ihnen raus. Auch die Zahl der Beißvorfälle mit Kampfhunden ist rückläufig. Die Bezirke hatten im letzten Jahr mehr mit anderen großen Hunden zu kämpfen. Im Bezirk Harburg gab es in diesem Jahr bereits 37 Beißvorfälle, größtenteils Keilereien unter Hunden. Bereits acht Mal wurde einem Halter sein Hund weggenommen. Im Bezirk Nord gab es 35 Beißvorfälle. Davon war nur an einem ein Hund der Kategorie 1 beteiligt. Zwei Halter mussten ihre Hunde abgeben. Im Bezirk Bergedorf gab es keinen Vorfall mit Kampfhunden.

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