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„Tierschützer“ wegen Spendenbetrugs und Tierquälerei angeklagt

Ulm (aho) – Die Staatsanwaltschaft Ulm hat nach eigenen Angaben dieser Tage gegen drei Vorstandsmitglieder eines im Landkreis Göppingen angesiedelten Tierschutzvereins – Tierherberge Donzdorf – zum Strafrichter am Amtsgericht Geislingen Anklage wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betruges in neun Fällen erhoben. Der 38-jährigen Vereinsvorsitzenden Martina Heinzmann und ihrem 57-jährigen Stellvertreter Michael Janovich wirft die Anklagebehörde zudem gemeinschaftliche Tierquälerei vor.
 
Seit Herbst 2006 bis zumindest März 2009 – so der Vorwurf – warben die Angeschuldigten mit dem Portrait eines bestimmten Hundes auf ihrer Vereinswebseite sowie auf Plakaten um Spenden, wobei vorgetäuscht wurde, dass der abgebildete Hund schwer krank sei und dringend operiert werden müsste. Tatsächlich war das Tier vollkommen gesund und wurde bereits im Sommer 2008 an eine neue Besitzerin vermittelt. Insgesamt erhielt der Verein wenige tausend Euro von verschiedenen Spendern überwiesen, so die Staatsanwaltschaft.
 
Der zur Last gelegten Tierquälerei liegt zu Grunde, die beiden Vorstände seien mit einem Klein-Lkw nach Spanien gefahren und hätten dort in metallene Gitterboxen, deren Böden lediglich mit Tüchern ausgelegt gewesen seien, etwa 100 Hunde eingeladen. Während der mindestens 17 Stunden andauernden Rückfahrt bei großer Hitze und bei fehlender Klimaanlage sollen die beiden Angeschuldigten den Tieren weder Wasser noch Futter gegeben haben. Auch hätten die Hunde ihre Notdurft in den Gitterboxen verrichten müssen. Die Tiere seien durch die Fahrt derart verstört gewesen, dass sie noch tagelang unter dem Fahrstress zu leiden gehabt hätten.
 
Die Angeschuldigten machten jeweils keine Angaben zu den Vorwürfen.

Bei einem ähnlichen Fall wurde im April 2009 ein Hundehändler aus Geislingen an der Steige wegen Betruges und Tierquälerei zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der 54-Jährige hatte die Tiere unter vergleichbar unwürdigen Umständen aus Ungarn geholt wie die angeklagten Tierschützer im aktuellen Fall. Anschließend verkaufte er die oftmals kranken Tiere zu Billigpreisen.

4 Kommentare, Kommentar oder Ping

  1. Dorit Luft

    Man sollte solche Menschen auch ohne Wasser und Bewegung in einen Käfig sperren.

  2. Kay Henn

    Bevor hier eine Flut an empörten Reaktionen kommen: Das sind alles erstmal nur Vorwürfe. Behauptet werden kann viel, besonders wenn im Hintergrund persönliche Streitereien vorliegen.

    Ich habe selber einen Hund von diesem Tierschutzverein bekommen, war dort zu Besuch und kann nur Gutes darüber erzählen. Die Hunde leben in Gruppen in sauberen, warmen Innenräumen und haben tagsüber Freilauf auf dem großen Gelände. Es gibt keine Zwingerhaltung. Es hindert niemand daran, dort hinzugehen und sich das anzugucken, spätestens dann bekommt man einen ganz anderen Eindruck von diesem Tierschutzverein.

  3. Lena Tomsari

    Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen..95 % aller Leser dieser Pressemitteilung überlesen wohl das wichtige Wort ” Vorwurf”…

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2229371_0_9223_-bei-spenden-betrogen-und-tiere-gequaelt-.html

  4. Alex Bauditz

    Die Tierherberge Donzdorf, in deren Verein ich gerne und guten Gewissens Mitglied und Ehrenamtlicher Helfer bin, in einem Artikel mit dem -Zu Recht!- verurteilten Hundehändler aus Geislingen zu nennen, zeugt einfach nur von Sachunkenntnis, Inkompetenz und Sensationsgier.
    Wie schon gesagt, es handelt sich um Vorwürfe, die ganz offensichtlich dazu dienen, die Tierherberge in Misskredit zu bringen. Anliegen unseres Vereins ist es, diesen Hunden ein besseres und würdigeres Leben zu geben, als Sie es in den Herkunftsländern jemals haben würden, so Sie denn dort überhaupt überleben würden. Aber den Urhebern dieser Misere scheint es nicht um das Wohl der Tiere zu gehen, vielmehr scheint mir hier verletzte Eitelkeit oder dergleichen Motor ihres Handelns zu sein. Es ist schlicht traurig und frustrierend, das wir unsere Energie darauf verwenden müssen, uns gegen solche Verleumdungskampagnen zu wehren, anstatt das zu tun, worauf es wirklich ankommt.

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