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Kreis Düren: Fall von Hasenpest bei einem Feldhasen

[Geschürige Hautveränderung]
Düren (aho) – Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz weist darauf hin, dass im Kreis Düren ein Fall von Hasenpest (Tularämie) bei einem Feldhasen aufgetreten ist. Hervorgerufen wird Tularämie durch das gramnegative Stäbchenbakterium Francisella tularensis. Andere Bezeichnungen für Tularämie sind Nagerpest, Lemmingfieber, Parinaudkrankheit und Hirschfliegenfieber.
Die Tularämie ist eine in Deutschland selten vorkommende bakterielle und mit Lymphknotenschwellung einhergehende Infektionskrankheit, die bei Nagern häufig tödlich verläuft. und auch auf den Menschen übertragbar ist.
Ausgangspunkt von Ansteckungen sind wild lebende Tiere wie Kaninchen oder Hasen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt vorwiegend durch den direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Organen, zum Beispiel beim Abhäuten oder Verarbeiten von Wildfleisch. Aus Skandinavien wird über eine Übertragung durch Stechmücken berichtet.
Neben Allgemeinsymptomen (Fieber, Unwohlsein, Muskelschmerz) kann das klinische Bild sehr vielfältig sein. Da die infektiöse Dosis mit 10 bis 50 Bakterien sehr gering ist, können vor allem bei direktem Kontakt schwere Infektionen entstehen. So erkrankten im Herbst 2005 im südhessischen Dieburg mehrere Jäger durch nachweislichen Kontakt mit Feldhasen an Tularämie. Bei einem der Jäger führte die Infektion sogar zum Tode. Die Therapie beim Menschen erfolgt mit Antibiotika.

Bei Hasen und Kaninchen verläuft die Tularämie in der Regel mit dem Bild einer Blutvergiftung und führt meist innerhalb weniger Tage zum Tod. Länger erkrankte Wildtiere sind matt, teilnahmslos und verlieren die natürliche Scheu und Schnelligkeit. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz empfiehlt allen Jägern dringend, auf die üblichen Hygienemaßnahmen beim Ausweiden zu achten (Handschuhe, gegebenenfalls Mundschutz). Der Verzehr von Wildfleisch erlegter Hasen sollte nur gut durch erhitzt erfolgen. Braten tötet den Erreger sicher ab.

Krank erscheinende Feldhasen sollten nach Absprache mit dem Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Kreises Düren geschossen und zur Untersuchung auf den Erreger eingereicht werden.

5 Kommentare, Kommentar oder Ping

  1. Dr. Wingerath

    Feldhasen sind durch die massive Hobbyjagd im Bestand bedroht.
    Rund 500.000 Feldhasen erschießen Hobbyjäger jedes Jahr nach eigenen Angaben. Dazu kommen noch die, die dem Autoverkehr zum Opfer fallen.

    Am besten wäre es, die Bejagung ganz sein zu lassen, so kann sich auch niemand anstecken.

    Ganz einfach.

  2. Die-mit-dem-Kopf-schüttelt

    Feldhasen werden in fast allen Bundesländern nur zwischen Oktober und Dezember bejagt. In einigen Bundesländern gibt es sogar einen freiwilligen Verzicht (wenn der Bestand gering ist).
    Außerdem gibt es Abschußquoten, die eingehalöten werden (müssen). Nimmt das Wild Oberhand, beschweren sich Bauern etc. wegen der Wildschäden. Die Regulierung der Wildschäden ist teuer und bei sachkundiger Hege auch unnötig.

  3. hae

    Bei einem so unsachlichen Kommentar, der außerdem bar realer Kenntnisse ist, bleibt einem nur das Kopfschütteln und der Satz „Si tacuisses“ in den Sinn, Herr Doktor!
    Man sollte andere, auch wenn man sie nicht mag, nicht für dümmer als sich selbst halten! Machen Sie ruhig weiter nach Ihrem Motto: „Kommen Sie mir nicht mit Tatsachen, ich habe meine vorgefasste Meinung!“

Reply to “Kreis Düren: Fall von Hasenpest bei einem Feldhasen”

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