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Tückische Darmparasiten: Tipps der Bundestierärztekammer zur Giardien-Infektion bei Hund und Katze

Giardia_lambliaBerlin (BTK) – Durchfall bei Hund und Katze kann viele Ursachen haben – eine häufige und besonders für Jungtiere tückische ist die Giardiose, der Befall mit Giardien.
Hervorgerufen wird diese Durchfallerkrankung durch den Einzeller Giardia intestinalis, der bei vielen Wirbeltieren vorkommt. Die Fress- und Wachstumsstadien dieser Parasiten, sogenannte Trophozoiten, besiedeln den Dünndarm und vermehren sich dort durch Querteilung. Sie bilden Zysten, das sind widerstandsfähige Dauerformen, die in großer Anzahl mit dem Kot ausgeschieden werden und sich erst im Darm wieder in die aktive Form des Parasiten umwandeln. In feuchter Umgebung und im Wasser bleiben diese Zysten mindestens drei Monate, im Kot rund eine Woche infektiös.

„Hund und Katze infizieren sich, wenn sie Zysten über kot-verunreinigtes Wasser oder Futter aufnehmen oder durch Schmierinfektion beim Kontakt mit einem anderen infizierten Tier. Wenige Zysten reichen dabei für eine Infektion aus. Eine Übertragung auf den Menschen ist sehr selten, aber möglich“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.

Typische Symptome einer Giardiose sind chronischer oder immer wiederkehrender dünnbreiiger bis wässriger Durchfall, häufig mit abgeschiedener Darmschleimhaut durchsetzt. Das Tier ist darüber hinaus oft apathisch und appetitlos, erbricht und verliert an Gewicht.
Um Hund oder Katze gezielt behandeln zu können, ist es wichtig, eine Giardiose eindeutig zu diagnostizieren. Zysten des Parasiten lassen sich mikroskopisch im Kot nachweisen. Da sie aber nicht täglich ausgeschieden werden, sollten auf jeden Fall drei Kotproben innerhalb von drei bis fünf Tagen untersucht werden. Eine genauere Diagnose ist durch einen Nachweis erregerspezifischer Antigene aus dem Kot möglich – das ist in jedem Fall empfehlenswert. Konnte der Tierarzt Giardien nachweisen, muss das Tier mit einem entsprechenden Präparat behandelt werden. Mantel: „Wichtig ist es dabei, nach Abklingen der Symptome den Erfolg der Therapie durch Kotuntersuchungen zu überprüfen. Scheidet das Tier weiterhin Zysten aus, muss die Behandlung fortgesetzt werden.“

Was der Tierhalter tun kann:

· Hat der Tierarzt eine Infektion mit den einzelligen Parasiten nachgewiesen, müssen alle Tiere im Haushalt behandelt werden!

· Den Kot aus der Katzentoilette – wenn möglich – sofort entfernen. Die Hinterlassenschaften des Hundes im Freien in einem geschlossen Beutel zu entsorgen, sollte sich von selbst verstehen.

· Die Katzentoilette täglich mit kochendem Wasser säubern und gut abtrocknen!

· Hunde und möglichst auch Katzen zu Beginn und Ende der Behandlung gründlich mit einem speziellen Shampoo (beim Tierarzt erfragen) baden, bei langhaarigen Hunden und Katzen empfiehlt es sich, den Analbereich kurz zu schneiden.

· Futter- und Wassernäpfe täglich und Spielzeug zu Beginn der Behandlung mit kochendem Wasser oder in der Spülmaschine reinigen!

· Decken und Kissen bei mindestens 65 Grad waschen, auch Katzenkratzbäume gründlich reinigen.

4 Kommentare, Kommentar oder Ping

  1. die-mit-dem-kopf-schüttelt

    Spielzeug in der Spülmaschine reinigen? Geht’s noch? Die meisten Spülmaschinen reinigen nur bei 55 Grad, da lachen Girdien (und auch Bandwürmer) drüber und der Autor widerspricht sich ja indirekt gleich im nächsten Absatz: Decken bei mindestens 65 Grad waschen. Ja, wieviel Sinn machen dann solche Hinweise? Mal ganz abgesehen davon, daß viele Waschmaschinen nur 60 und 95 Grad „kennen“ und diese Temperaturen ganz oft nicht erreicht werden, wie diverse Tests ergeben haben.
    Konsequent über 2 Wochen behandeln (und die Kot-Kontrolluntersuchung nach der Behandlung nicht vergessen!), gründliche Reinigung in geeigneter Weise – dann klappt es auch damit, die Giardien wieder los zu werden.

  2. noch mehr Kopf-Schütteln

    Eine Kot-Untersuchung ist nur dann sinnvoll, wenn eine Durchfall-Probe vorliegt, denn das ist der Zeitpunkt, zu welchem massenhaft Zysten ausgeschieden werden. Sonst ist das kostenpflichtige (!) Unterschungsergebnis gerne mal falsch-negativ! Damit ist dann auch die 3-Tage-Sammel-Probe hinfällig.
    Eines der Kennzeichen der Giardiose ist: mehrere Tage Durchfall, gefolgt von mehreren Tagen (auch mal Wochen) scheinbarer Gesundheit, gefolgt von mehreren Tagen Durchfall. Der Rhythmus wird bei längerer Nicht- oder Falsch-Behandlung kürzer, da folgen auf wenige Tage „guten“ Stuhl wieder die Durchfall-Tage …
    Auf diese Weise hatte mein eigener Hund 9 (!) Monate wechselnde Durchfälle, von der 20. Woche bis über den ersten Geburtstag hinaus!
    Oh, wir haben auch immer schön teure Kot-Proben-Untersuchugen machen lassen und er bekam auch immer wieder Kuren mit Panakur, manchmal gleichzeitig noch Metronidazol … Schluß war mit den Giardien erst, als ich Morosche Möhrensuppe gekocht und ihn auf strenge Möhrensuppen-Diät gesetzt habe – mehrere Wochen lang.
    Ich bin sehr gespannt, ob die Leber und die Niere die ersten Organe sein werden, die bei ihm im Alter versagen.

  3. Rose Mathiske

    Panacur hat bei meinem Hund gar nicht gewirkt, im Gegenteil dem ging es damit erst richtig schlecht.. Wir haben Giardex (Chin. Heilkräuter) über 6 Wochen gegeben u die Ernährung umgestellt. Keine Kh und kein Getreide, nur Fleisch u Gemüse sowie Proposil als Antibiotikum. Aber was nützt das alles wenn andere Hundebesitzer die Haufen ihrer Lieblinge gnadenlos liegen lassen. Da kann sich der Hund bei jedem Gassigang wieder neu anstecken. Den ganzen Sommer über war der Hund Giardienfrei u kaum ist dieses asskalte dunkle Wetter ist er infiziert. Das sagt doch alles.

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