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Rotbusch-Tee: Erfrischungsgetränk, aber keine Arznei

(idw) – Dem Rotbusch- oder Rooibos-Tee, der zurzeit als Modegetränk „in“ ist, werden immer wieder medizinisch-therapeutische Effekte zugeschrieben. Diese seien aber bisher allesamt nicht bewiesen, wie der Würzburger Wissenschaftler Franz-Christian Czygan in einem Übersichtsartikel in der „Zeitschrift für Phytotherapie“ schreibt.

Bislang gebe es keine Daten über eine klinisch geprüfte medizinische Nutzung des Rotbusch-Tees, so der Professor für Pharmazeutische Biologie. Auch die Arbeiten von Masatoshi Nakano und Mitarbeitern seien nicht überzeugend: Ihnen zufolge soll die tägliche Einnahme eines alkalischen Tee-Auszuges Infektionen mit HIV verhindern. Die japanischen Wissenschaftler führen den von ihnen beobachteten Effekt auf die im Rotbusch-Tee enthaltenen sauren Polysaccharide zurück. Diese Vermutung muss laut Czygan aber durch klinische Prüfungen erst noch belegt werden. Alles in allem sei der Tee nach dem heutigen Stand des Wissens zwar ein wohlschmeckendes Erfrischungsgetränk, aber kein Arzneimittel.

Der Rooibos-Tee wird in Deutschland auch unter den Namen Busch-, Rot-, Wunder- oder Masai-Tee gehandelt. Er besteht aus den fermentierten und getrockneten Blättern und Stängeln des Schmetterlingsblütlers Aspalathus linearis. Diese Pflanze kam ursprünglich nur im Westen der südafrikanischen Kap-Provinz vor und sonst nirgends auf der Welt. Heute wird sie auch in anderen Regionen angebaut.

Die Sträucher wachsen bis zu zwei Meter hoch, ihre Blätter ähneln denen des Rosmarins. In frischem Zustand sind sie hellgrün, nehmen dann aber beim Trocknungsprozess ihre typische rotbraune Farbe an. Der Rotbusch-Tee enthält kein Koffein und weniger Gerbstoffe als Schwarzer Tee.

In Südafrika wird dieser Tee gerne Kindern als Milchersatz bei Magen- und Darmverstimmungen gegeben. In der Volksmedizin gilt er Czygan zufolge außerdem als Heilmittel gegen unterschiedlichste Gebrechen und Unpässlichkeiten, unter anderem gegen Schlaflosigkeit, Hautekzeme, Entzündungen und Allergien.

Franz-Christian Czygan: „Der Rotbusch-Tee – Aspalathus linearis. Portrait einer potenziellen Arzneipflanze“, Zeitschrift für Phytotherapie 2002, 23: Seiten 295 – 298.

Informationsdienst Wissenschaft – idw – – Pressemitteilung Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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