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Weizen-Lobby zum Angriff bereit

New York (ugo) – Vor 11 Jahren hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium die so genannte Ernährungs-Pyramide veröffentlicht, mit deren Hilfe die Bevölkerung über eine gesunde Ernährung aufgeklärt werden soll. An der Basis dieser Pyramide, die auch in Deutschland weit verbreitet ist, befinden sich neben Kartoffeln vor allem Getreideprodukte wie Brot, Nudeln und Reis. An ihnen soll sich das Volk satt essen, um schlank und gesund zu bleiben. Doch diese Botschaft gerät zunehmend unter Beschuss. Wissenschaftliche Studien weisen immer deutlicher darauf hin, dass eine kartoffel- und getreidereiche Ernährung zumindest für bewegungsarme Übergewichtige und Zuckerkranke nicht optimal ist. Etwas mehr Fett und eiweißreiche tierische Lebensmittel scheinen hier günstiger zu sein. Demnächst treffen sich die Experten, um zu diskutieren, wie die Ernährungs-Pyramide verbessert werden könnte. Vermutlich werden Getreide und Kartoffeln dann deutlich schlechter beurteilt als bisher. Das freut wiederum die Vertreter der Atkins-Diät, die seit vielen Jahren einer fett- und eiweißreichen, kohlenhydratarmen Kost das Wort reden. Dafür sehen nun die amerikanischen Cornflakes-Produzenten und Bäcker ihre Felle davon schwimmen. Wie Reuters Health am 17.3. meldete, beklagt der „Wheat Food Council“ bereits einen Rückgang des Weizenverzehrs um 4% in vier Jahren und kündigte nun an, „das Getreide aktiv zu verteidigen“. Da jedoch zu wenig Geld für produktunabhängige Werbung zur Verfügung stehe, wolle man sich auf eine „Bildungskampagne“ für Mediziner und Ernährungsberater konzentrieren. Man werde die Atkins-Diät direkt attackieren und beispielsweise hervorheben, dass nicht der Konsum von Kohlenhydraten, sondern Faulheit und Überessen zu Übergewicht führten.

Kommentar

Damit ist der schwarze Peter wieder beim Verbraucher. Diese Meldung ist aus zweierlei Gründen interessant: Erstens geht der Wheat Food Council, dem u.a. General Mills und Kellogg angehören, offenbar davon aus, dass Ernährungsberater und Mediziner nicht in der Lage sind, die Fakten selbst richtig einzuschätzen, sondern der Beratung durch die Industrie bedürfen. Zweitens bestätigt die „Kampfansage“ des Verbandes die Erfahrungen von Marion Nestle, die in ihrem Buch „Food Politics“ kürzlich darauf hinwies, dass staatliche Ernährungsempfehlungen keinesweges neutral und aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse formuliert werden, sonder sehr stark von den Lobbyisten der Lebensmittelindustrie beeinflusst werden. Man darf also gespannt sein, welchen Platz die Getreideprodukte in der künftigen Ernährungs-Pyramide bekommen.

Autorin: Ulrike Gonder

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