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Kein Soja für Schwangere

Wiesbaden (ugo) – Diese Warnung meldete gestern die Medical Tribune. Unter Berufung auf einen Artikel im New Scientist heißt es, schwangeren Patientinnen sollte bis auf weiteres davon abgeraten werden, Sojaprodukte zu essen, „vor allem wenn sie einen Buben erwarten“. Hintergrund ist eine Studie mit trächtigen Ratten, denen während der Schwangerschaft das vor allem in Sojaprodukten vorhandene Phytoöstrogen Genistein verabreicht wurde (Journal of Urology 2003/Vol. 169/S.1582). Die Mengen entsprachen dem, was entweder in einer westlichen oder in einer asiatischen Kost vom Menschen verzehrt wird. Bei den männlichen Nachkommen waren daraufhin Störungen der Sexualentwicklung beobachtet worden, wie eine vergrößerte Prostata, kleine Hoden und ein gestörtes Sexualverhalten (unfähig zur Ejakulation) im Erwachsenenalter. Allerdings sei die Studie kein Beweis dafür, dass diese Effekte auch beim Menschen auftreten.

Kommentar

An dieser Meldung gibt es einiges zu kritisieren, z.B.: ? Da im Tierversuch auch die Stillperiode eingeschlossen war, sollte eine Warnung (wenn sie denn ausgesprochen wird) auch an stillende Frauen gehen und nicht nur an Schwangere. ? Wenn man schon warnt, sollte man auch klar sagen wovor. Vor Sojaöl? Oder Tofu? Vor Supplementen oder Sojaeiweiß? ? Da Sojaprodukte in tausenden von Nahrungsmitteln enthalten ist, führt eine solche pauschale Warnung eher zu Verunsicherung, ihre Umsetzbarkeit ist fraglich.

Wenn schon gewarnt wird, wäre es m.E. sinnvoll, Schwangeren und Stillenden, die bislang keine Sojaprodukte verzehrt haben, davon abzuraten damit anzufangen bzw. Supplemente einzunehmen. Da Asiatinnen ihr Leben lang Sojaprodukte essen (kein isoliertes Genistein) und die im Tierversuch beschriebenen Effekte von asiatischen Männern nicht bekannt sind, sollte man diese Bevölkerungsgruppe nicht verunsichern. Dafür spricht auch, dass im Tierversuch die geringeren Mengen (entsprechend der westlichen Kost) einen größeren Effekt hatten als die hohe Dosis (entsprechend einer asiatischen Kost). Zudem sind traditionelle Lebensmittel aus Soja wie z.B. Tofu bislang nicht durch unerwünschte Nebenwirkungen auf die Sexualentwicklung aufgefallen. Da die Sachlage jedoch insgesamt noch sehr unklar ist und andere Studien keine nachteiligen Effekte fanden (z.B. Food Chem Toxicol 2002/Vol40/S.43), sollten die oben genannten Ergebnisse nicht überbewertet werden.

Warum (und wie) nur die Buben vor phytoöstrogener Unbill geschützt werden sollen, bleibt total schleierhaft. Der Artikel im New Scientist machte zwar nur Aussagen zu den männlichen Nachkommen, das heißt jedoch nicht, dass sich bei weiblichem Nachwuchs keine Effekte einstellen können, wenn man nur danach sucht. Aber vielleicht erschien der Medical Tribune die Kombination aus großer Prostata, kleinen Hoden und der Unfähigkeit zu ejakulieren so angsteinflössend, dass man darüber völlig vergaß, dass weibliche Foeten den gleichen Substanzen ausgesetzt sind…

Autorin: Ulrike Gonder

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