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Frischfleisch: Metzger, Theke oder Selbstbedienung?

Nürnberg (lme) – Es klingt noch ungewohnt, aber Fleisch kann der Verbraucher jetzt auch bei Aldi oder Lidl kaufen. Was das für Metzgereien und Fleischtheken im Lebensmitteleinzelhandel bedeuten könnte, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Erste jetzt veröffentlichte Prognosen der GfK Marktforschungsgruppe in Nürnberg lassen jedoch darauf schließen, dass Discounter zukünftig beim Fleischabsatz einen fühlbaren Marktanteil erreichen könnten.

Fand der Verbraucher bisher lediglich tiefgekühltes oder mariniertes Fleisch bei den Discountern Aldi und Lidl, kann er ab sofort auch frisches Fleisch kaufen. Das wird – so legen erste Prognosen der Marktforscher nahe – den Fleischmarkt verändern. Fast jeder deutsche Verbraucher war im vergangenen Jahr Kunde bei Aldi, Lidl oder anderen Discounter. Bisher kaufte fast jeder zweite Kunde auch Fleisch beim Discounter. Knapp zehn Prozent des Fleischabsatzes setzen Discounter um. Es handelt sich dabei vorwiegend um Produkte aus der Tiefkühltruhe oder um mariniertes, zum Grillen bestimmtes Fleisch.

Aus Sicht der Discounter ist der Absatz durchaus steigerungsfähig, wird aus Nürnberg berichtet. Die Verbraucher kaufen generell durchschnittlich dreißigmal im Jahr Fleisch, bei Aldi oder Lidl greifen Sie im Schnitt etwa siebenmal in die Truhe oder ins Regal.

Bisher versorgen sich etwa 65 Prozent der Deutschen bei Lidl, rund 87 Prozent bei Aldi mit Gütern des täglichen Bedarfs. Mit Fleisch deckt sich bereits jeder vierte Lidl- beziehungsweise jeder dritte Aldi-Käufer ein. Rund 10,10 Euro gibt der Konsument pro Jahr bisher bei Lidl für Fleisch aus, bei Aldi 13,90 Euro. Das ist nur ein Bruchteil des gesamten Fleischkonsums. Denn auf dem Einkaufszetteln von 92 Prozent der deutschen Verbraucher steht auch Fleisch. Insgesamt beziehen sie durchschnittlich knapp 32 kg davon für rund 168 Euro im Jahr.

Das Potenzial ist demnach groß, insbesondere weil die Verbraucher, die überdurchsc hnittlich häufig bei Discountern kaufen, auch diejenigen sind, die besonders viel Fleisch konsumieren: Das sind die Altersgruppen der 35- bis 49- sowie der 50- bis 64-Jährigen. Diese „Altersklassen“, die 54 Prozent der Haushaltsvorstände umfassen, beziehen etwa zwei Drittel der bei Discountern umgesetzten Menge an Fleisch. 35 Prozent der Gesamtheit der deutschen Haushalte gehören drei und mehr Personen an. 53 Prozent der im Discounthandel umgesetzten Fleischmenge werden von ihnen eingekauft.

Die Entwicklung in der Vergangenheit zeigt auch auf mögliche Trends in der Zukunft. Immer weniger Verbraucher kaufen Fleisch beim Metzger. Waren es 1998 noch 62 Prozent, so sind es aktuell nur noch 54 Prozent der Deutschen. Die Kaufhäufigkeit ist mit einem Wert von 13 pro Jahr jedoch unverändert geblieben. Der Metzger hält also offensichtlich „seine Kundschaft“.

Verlierer sind vor allem die Bedienungstheken in Super- oder großen Verbrauchermärkten. Zwar kaufen über 70 Prozent der Verbraucher dort ihr Fleisch ein. Jedoch geschieht dies immer seltener: Holte sich ein Haushalt 1998 dort im Durchschnitt 16-mal im Jahr Fleisch, sind es inzwischen nur noch 14-mal. Die Bedienungstheke hat dementsprechend an Marktanteilen verloren. Dieser Trend wird sich wohl auch fortsetzen, da der Fleischeinkauf am Selbstbedienungs- (SB)Regal für den Verbraucher einfacher und schneller ist. Ihr Marktanteil stieg von 20 Prozent im Jahr 1998 auf 28 Prozent im vergangenen Jahr.

Wenn der Fleischmarkt der Entwicklung, die bei Wurst und Schinken stattfand, folgen sollte, dann wird sich der Marktanteil der Discounter am Fleischabsatz deutlich erhöhen. Denn im Wurst- und Schinkensegment hat SB-Ware bereits eine große Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Einkäufe erledigt der Verbraucher auf bequeme Art an der SB-Theke oder am Kühlregal. Inzwischen kauft er auch jedes dritte Kilogramm Wurst beim Discounter ein. Inwieweit die Entwicklung im Wurstmarkt beispielhaft für den Fleischmarkt sein kann, wird sich in der nächsten Zeit zeigen.

Bisher stellen sich in diesem Zusammenhang hauptsächlich Fragen. Kauft „man“ Fleisch in Zukunft im Discounter? Ist es eine Frage der Packungsgröße: Großpackungen im Discount-Markt, das Besondere individuell an der Theke oder beim Metzger? Die Antworten auf diese Fragen sind entscheidend für die Veränderungen im Fleischmarkt. Und nicht nur dort. Wenn die Fleischtheke im Supermarkt beziehungsweise Verbrauchermarkt weiter Kunden verliert, stellt sich die Frage nach der Zukunft der „angeschlossenen“ Frische-Theken für Wurst, Käse, Feinkost und Fisch.

Zur Analyse

Die Studie zum Fleisch- und Wurstkonsum in Deutschland stammt aus dem GfK Frischepanel, in dem 5.000 repräsentativ ausgewählte deutsche Privathaushalte regelmäßig über ihre Haushaltseinkäufe berichten, darunter über die von, Fleisch, Wurst, Käse, Geflügel und Fisch.

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