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Vorschau auf die Agrarmärkte im Mai

(ZMP) – Bei schönem Wetter wird die beginnende Grillsaison in den kommenden Wochen für einen steigenden Fleischabsatz sorgen. Im Vordergrund des Interesses stehen Kurzbratartikel von Rind und Schwein. Aber auch grillfertige Geflügelteile sind gefragt. Feiertage, Familienfeste und die einsetzende Spargelsaison dürften zudem den Absatz von hochwertigen Rindfleischteilen und Kalbfleisch anregen. Trotz der positiven Impulsen an den Fleischmärkten sind für Jungbullen, Schlachtkälber und Lämmer rückläufige Erlöse nicht auszuschließen. Für Schlachtkühe und Schweine dürften die Notierungen stabil bis fest tendieren. Am Geflügelfleischmarkt sind steigende Forderungen zu erwarten, während die Preisentwicklung bei Eiern wegen der Geflügelpest in Holland nicht abzuschätzen ist. An den milchwirtschaftlichen Märkten zeichnen sich für Butter stabile Preise ab; für Käse und Milchpulver sind Schwächen zu erwarten. Das Kartoffelangebot verlagert sich mehr und mehr auf importierte Frühware. Mit wachsenden Zufuhren dürften die Forderungen zurückgehen. Das Angebot an Obst und Gemüse wird der Jahreszeit entsprechend größer und vielfältiger.

Fleischabsatz erhält Impulse

Bei steigenden Temperaturen konzentriert sich die Nachfrage nach Jungbullenfleisch zunehmend auf die hochwertigeren Teilstücke. Dagegen bereitet die Vermarktung der weniger edlen Ware aus dem Vorderviertel Probleme. Insgesamt könnte die Rindfleischnachfrage daher sogar schwächer ausfallen als im Vormonat. Das Jungbullenangebot nimmt im Mai dem saisonalen Verlauf folgend deutlich zu. Die Erzeugererlöse für Jungbullen dürften daher nachgeben; für Tiere der Klasse R3 ist ein Monatsmittel von 2,62 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht denkbar. Damit würden sich die Notierungen am Niveau des Jahres 2000 orientieren. Preisstützend dürfte sich die zu erwartende Belebung der Nachfrage nach Keulenware, Roastbeef und Rumpsteak aus den südlichen EU-Ländern mit dem Beginn der dortigen Ferienzeit auswirken. Die Ausfuhren von Lebendvieh Richtung Libanon, die den Jungbullenmarkt üblicherweise entlasten, sind wegen des Irakkrieges fast zum Erliegen gekommen, und es ist fraglich, wann diese Lieferungen wieder aufgenommen werden können. Das Schlachtkuhangebot geht mit Beginn des Weideauftriebs deutlich zurück. Die Schlachtereien werden ihre Auszahlungspreise daher heraufsetzen müssen, um die Abgabebereitschaft der Landwirte zu erhöhen. Preisstützend wirkt sich voraussichtlich auch die verstärkte Nachfrage dänischer und französischer Abnehmer nach Kuhpistolen aus deutscher Produktion aus. Andererseits konkurriert Kuhfleisch mit vergleichsweise preiswerter Interventionsware, die nach den Vorstellungen der EU-Kommission im laufenden Jahr kontinuierlich zum Verkauf angeboten wird. Die Erlöse für Schlachtkühe der Klasse O3 werden im Mai die Linie von 1,80 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht knapp überschreiten; das wären 20 Cent mehr als im Vorjahresmonat.

Die Kälberschlachtungen gehen leicht zurück. Die Kalbfleischnachfrage nimmt nach den Osterfeiertagen wieder etwas ab, andererseits sorgt jedoch die beginnende Spargelsaison für neue Absatzimpulse. Die Erzeugerpreise für Schlachtkälber dürften annähernd so hoch ausfallen wie im April oder nur leicht nachgeben. Mit schätzungsweise 4,10 Euro je Kilogramm werden die Erlöse für pauschal abgerechnete Tiere das Vorjahresniveau kräftig übertreffen. – Die Schlachtlämmerpreise pendeln im Mai voraussichtlich zurück, da Lammfleisch nach Ostern weniger gefragt ist. Das Angebot wird daher gut ausreichen, um den geringeren Bedarf der Schlachtereien zu decken. Das Schlachtschweineangebot dürfte im Mai etwas kleiner ausfallen als im April. Trotzdem errreichen die Erzeugererlöse wohl kaum das Vorjahresniveau, nachdem die Notierungen im März und April unerwartet deutlich gesunken waren. Sollte das Wetter mitspielen, wird die Nachfrage nach grillfähigen Artikeln vom Schwein spürbar zunehmen. Zudem dürfte dann die Fleisch verarbeitende Industrie verstärkt Ware zur Herstellung von Grillwürstchen ordern. Aufgrund der im Augenblick noch vergleichsweise niedrigen Preise erreichen die Notierungen im Mai wohl nur mit Mühe die Linie von 1,30 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Sie würden die Vorjahreswerte damit um sechs Cent verfehlen.

Geflügelpest erschwert Prognosen

Am Schlachthähnchenmarkt hat die Geflügelpest in den Niederlanden eine allmähliche Verringerung des Angebotes zur Folge. Vor allem im Frischfleischbereich dürfte sich das bald bemerkbar machen. Am Putenmarkt geht die Erzeugung EU-weit ohnehin zurück. Die Nachfrage nach Hähnchen- und Putenfleisch wird sich im Mai saisonüblich beleben, wobei grillfertige Teile bevorzugt werden. Die Preise befestigen sich voraussichtlich, und sie werden meist etwas höher sein als vor Jahresfrist. Der Eiermarkt bleibt stark an das Geschehen in den Niederlanden gekoppelt. Das Angebot dürfte keineswegs reichlich ausfallen, auch wenn die Verbrauchernachfrage nach Ostern zurückgeht. Bei Alternativware könnte es weiterhin zu Engpässen kommen. Möglicherweise wird der Markt durch umfangreichere Käufe der Produktenindustrie entlastet. Die weitere Preisentwicklung ist jedoch nicht vorhersehbar.

Frischmilchprodukte stärker gefragt

Die Milchanlieferungen an die Molkereien nehmen saisonbedingt weiter zu und sind wohl fortgesetzt höher als vor einem Jahr. Entsprechend wird auch die Herstellung von Butter, Käse und Milchpulver ausgeweitet. Der Jahreszeit entsprechend steigt die Nachfrage nach Frischmilchprodukten. Der Absatz von Butter und Käse läuft normal, während das Geschäft mit Milchpulver ruhig bleiben dürfte. Die Preise für Butter tendieren stabil. Für Käse und Milchpulver sind leichte Schwächen absehbar. Falls sich der Export nicht nachhaltig beleben sollte, ist mit Verkäufen von Magermilchpulver in die Intervention zu rechnen.

Mehr Frühkartoffeln im Handel

(ZMP) Die Vorräte an qualitativ guten Kartoffeln aus der Herbsternte 2002 nehmen immer mehr ab. Der Handel steigt deshalb zunehmend auf importierte Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum um. Das Angebot von dort scheint jedoch kleiner auszufallen als zunächst erwartet. Im Schnitt dürften die Forderungen für Frühkartoffeln im Mai aber trotzdem nachgeben. Bei der alterntigen Ware sind dagegen Aufschläge für gute Qualitäten möglich. Die Vorjahreslinie wird jedoch weiterhin deutlich verfehlt.

Start in die Erdbeerzeit

Deutsche Lageräpfel stehen inzwischen nur noch in begrenzten Mengen zur Verfügung, und die Preise sind stabil bis anziehend. Vor allem die zweifarbigen Sorten werden sehr fest bewertet. Preisdruck zeichnet sich in nächster Zeit hingegen bei Golden Delicious ab. Hiervon sind europaweit noch hohe Bestände vorhanden, gleichzeitig nimmt bei dieser Sorte das Angebot aus Übersee zu. Der Markt für Tafelbirnen könnte sich wieder festigen, nachdem die Saison für die überreichlich gelieferten argentinischen Williams zu Ende gegangen ist. Die nachfolgende Sorte Packhams aus Chile steht nicht so umfangreich zur Verfügung. Das Erdbeerangebot wird im Mai deutlich wachsen, zunehmend werden italienische und deutsche Früchte zu haben sein. Schwächetendenzen prägen den Bananenmarkt. Diese Entwicklung wird sich angesichts des zunehmenden Interesses der Verbraucher an Beerenobst im Mai noch verstärken. Auch die Nachfrage nach Honig- und Zuckermelonen wird größer, die in steigendem Umfang aus Südeuropa zu erwarten sind.

Gute Ernteaussichten bei deutschem Spargel

Die starken Nachtfröste Anfang April haben im deutschen Freilandgemüseanbau allenfalls geringe Schäden angerichtet. Kopfsalat und Bunte Salate werden daher im Mai in gewohnt umfangreichen Mengen zur Verfügung stehen. Mit nennenswerten Mengen an deutschem Eissalat ist in der zweiten Monatshälfte zu rechnen. Möglicherweise kommt es vorübergehend zu einem Angebotsengpass, denn die Verfügbarkeit von spanischem Eissalat dürfte bereits ab Anfang Mai abnehmen. Ende April/Anfang Mai ist bereits ein großes Angebot an deutschem Spargel zu erwarten, die Ertragserwartungen sind überwiegend gut. Die Flächen wurden erneut ausgeweitet, im Bundesdurchschnitt um vier Prozent. Angesichts des verbreiteten Einsatzes von Folien ist eine noch größere Erntemenge als im Vorjahr zu erwarten, selbst wenn das Wetter nicht optimal mitspielt. Auf Hochtouren läuft im hiesigen Anbau auch die Ernte von Rhabarber und Radieschen. Saisonprodukte aus deutscher Erzeugung sind außerdem Maikohlrabi und Blumenkohl, Frühjahrsspinat und Frühkohl. Aus der Inlandserzeugung stammen in wachsendem Umfang auch Salatgurken und Tomaten, marktbeherrschend sind aber die Importe aus den Niederlanden. Die hiesige Saison für Bundmöhren beginnt Mitte Mai und dürfte an das vergleichsweise hohe Preisniveau anknüpfen, das die Importware vorgegeben hat.

ZMP-Nachrichten: 25.04.2003 – Monatsvorschau – Deutschland

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