Mexikanischer Roh-Honig häufig mit Antibiotika belastet
Hamburg (lme) – ) Zwischen Mai 2003 und März 2004 hat das Institut für Hygiene und Umwelt nach eigenen Angaben 85 Proben Import-Honig auf Rückstände von Antibiotika untersucht. Dabei fiel besonders Import-Honig aus Mexiko auf: In sieben von 20 mexikanischen Proben Roh-Honig wurden Rückstände des Antibiotikums Streptomycin nachgewiesen, teilt das Institut mit. Drei mexikanische Honige sowie jeweils ein Roh-Honig aus Rumänien und Vietnam mussten beanstandet werden, weil die Streptomycin-Rückstände oberhalb der gesetzlich festgelegten Höchstmenge lagen. Die jetzt abgeschlossene Schwerpunktaktion des Instituts für Hygiene und Umwelt wurde in Kooperation mit dem Veterinäramt Grenzdienst durchgeführt. Die 85 Import-Honige stammten aus 14 Ländern, vor allem aus Süd- und Mittelamerika (65 Proben) sowie aus Osteuropa (15 Proben). Zehn Proben enthielten Streptomycin (neben den sieben Proben aus Mexiko jeweils eine Probe aus Bulgarien, Rumänien und Vietnam). Das Antibiotikum Streptomycin wird eingesetzt, um die Faulbrut bei Bienenvölkern zu bekämpfen. Daneben ist es Bestandteil eines Pflanzenschutzmittels, das zur Bekämpfung des Feuerbrandes bei Obstbäumen verwendet wird. In Deutschland gilt für Streptomycin eine gesetzlich festgeschriebene Höchstmenge von 0,02 Milligramm pro Kilo Honig, um die Gefahr einer Resistenzbildung von Bakterien gegenüber diesem Wirkstoff zu vermeiden. Mit einem Honigverbrauch von 1,1 Kilogramm pro Kopf und Jahr stehen die Deutschen mit an der Weltspitze. Etwa 90.000 Tonnen Honig im Wert von 171 Millionen Euro wurden 2002 nach Deutschland importiert, vor allem aus Argentinien (knapp 28.000 Tonnen) und Mexiko (rund 13.000 Tonnen). Die Untersuchung von Antibiotika- Rückständen in Import-Honigen ist eine notwendige Kontrollmaßnahme, um die Einfuhr von belasteten Roh-Honigen abzuwehren und somit die Weiterverarbeitung zu Speisehonig oder anderen Lebensmitteln im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes zu verhindern.
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