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AK-Lebensmitteltest: Fast jeder zweite Räuscherfisch beanstandet

Klagenfurt (lme) – Das kann den Appetit verderben: Fast jeder zweite von der Arbeiterkammer Kärnten (Österreich) gekaufte Räucherfisch fiel beim Lebensmitteltest durch. Beanstandet wurden Bakterien- und Parasitenbefall sowie Hygienemängel. Eine Fischprobe erwies sich sogar als gesundheitsschädlich.

Räucherlachs, Makrelen, Forellenfilets, Heringe, Aal und Heilbutt – insgesamt 38 Proben dieser Räucherfische hat die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Kärnten im Januar in Klagenfurt in Supermärkten und Fachgeschäften eingekauft und von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt auf Genusstauglichkeit, Hygiene, Parasitenbefall, Salmonellen und Schwermetalle überprüfen lassen.

Gekauft haben die AK-Konsumentenschützer offene und verpackte Ware verschiedenster Hersteller. Das Ergebnis ist ernüchternd: 17 von 38 getesteten Warenproben wiesen entweder krankheitserregende Bakterien (Listerien), erhöhten Keimgehalt, Parasitenbefall oder Geruchs- und Geschmacksfehler auf. In einem Fall war der Listerienbefall so hoch, dass die Ware als gesundheitsschädlich eingestuft wurde.

Vier Proben waren durch Geruchs- und Geschmacksfehler, durch erhöhten Keimgehalt oder Parasitenbefall für den menschlichen Verzehr ungeeignet – zwei Proben davon deswegen, weil der Fisch zahlreiche tote Parasiten (Nematodenlarven) enthielt, die das Urteil „ekelerregend“ zur Folge hatten.

Sechs Räucherfisch-Proben wurden lebensmittelrechtlich wegen erhöhten Keimbefalls als wertgemindert eingestuft.

In weiteren sechs Fällen hat die Lebensmitteluntersuchungsanstalt ebenfalls Listerien nachgewiesen, sodass auch hier der Verdacht auf mangelnde Hygiene gegeben war.

Die „Listeria moncocytogenes“ ist zwar ein in der Umwelt weit verbreitetes Bakterium. Kommt es allerdings in Lebensmitteln in höherer Anzahl vor, kann es die gefährliche Infektionskrankheit Listeriose auslösen, die vor allem für Schwangere, immunschwache und ältere Menschen ernste Folgen haben kann.

„Der Nachweis dieses Bakteriums kann die Ursache in der Nichteinhaltung von Hygienebestimmungen haben“, betont die Leiterin der AK-Konsumentenberatung, Dr. Josefine Traunik.

Nematoden sind Parasiten (Fadenwürmer), die beim Menschen Wurmbefall verursachen können oder schlichtweg ekelerregend sind. Eine Gefährdung für Menschen war allerdings bei den beanstandeten Proben nicht gegeben, weil die Larven bedingt durch den Produktionsprozess bereits abgetötet waren.

Überprüfen lassen hat die Arbeiterkammer von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt aber auch fertige Heringssalate – insgesamt 19 industrielle und gewerblich hergestellte.

Auch hier wurden in fünf Fällen Listerien oder leicht erhöhte Werte bei Coli- und Hefebakterien festgestellt. Alle diese Keime weisen auf Hygienemängel hin. Die Ursachen dafür können bei der Herstellung, bei mangelhaften Zutaten oder in ungenügend kühler Lagerung liegen.

Was den AK-Testern auffiel: die beanstandeten Heringssalate stammten alle aus Gewerbebetrieben. „Hier müssen die Verunreinigungsquellen ermittelt sowie die Hygienemaßnahmen und Eigenkontrollen verbessert werden“, fordert Traunik.

In den Heringssalaten industrieller Herkunft stellten die AK-Konsumentenschützer auffallend mehr Fischeinlage fest als in den gewerblich hergestellten. „Diese sollte man daher eher als Gemüsesalat mit Fisch bezeichnen statt als Heringssalat“, sagt Traunik. Um den geringen Fischanteil geschmacklich wett zu machen, werden dem Salat gerne intensiv geräucherte Heringe beigemengt.

AK-Tipp: Wer mehr Fisch im Heringssalat haben möchte, sollte daher auf Bezeichnungen wie „Heringssalat nach Hausfrauenart“ oder „Schlemmerheringssalat“ achten!

Im billigsten Fall kauft man in Österreich Heringssalat in Supermärkten und bei der „Nordsee“ um 4,22 Euro pro Kilo, im teuersten um 14,50 Euro – immerhin ein Preisunterschied von 10,24 Euro. Bei den gewerblichen Anbietern kostet der günstigste Heringssalat 13,90 Euro und der teuerste 18 Euro.

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