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Ungelöstes Problem GVO-Nulltoleranz belastet Futtermittelbranche und Veredlung

Münster/Bonn (DVT) – „Die Weigerung der Politik, das Problem der so genannten Nulltoleranz für Spurenvermischungen noch nicht zugelassener gentechnisch veränderter Nutzpflanzen und deren Verarbeitungserzeugnisse (GVO) zu lösen, lädt der landwirtschaftlichen Tierhaltung und der Futtermittelbranche ein untragbares wirtschaftliches Risiko auf“, bewertet DVT-Präsident Helmut Wulf anlässlich der Jahrestagung des Verbandes in Münster den langen und andauernden Stillstand in dieser Angelegenheit. „Wir werden von den Märkten abgekoppelt, wie die Entwicklungen im europäischen Markt für Eiweißfuttermittel zeigen. Noch ist das Szenario von größeren Lieferausfällen zum Beispiel im Sojamarkt nicht vollständig eingepreist“, so die Einschätzung von Wulf. Der auf Rohstoffimporte vor allem von Eiweißträgern wie Soja angewiesenen europäischen Agrar- und Ernährungsindustrie erwächst damit ein gravierender Wettbewerbsnachteil, während tierische Lebensmittel, die in Drittländern mit GVO erzeugt worden sind, im Prinzip ungehindert Marktzutritt erhalten. Mehrere unabhängige Analysen unter anderem vom niederländischen Institut LEI, beziffern den wirtschaftlichen Schaden der derzeitigen europäischen GVO-Zulassungspolitik auf Beträge zwischen 3,5 und 5 Mrd. Euro. Die drohenden Versorgungsprobleme sind existenziell und erfordern sofortiges gesetzgeberisches Handeln.

Wulf setzt auf den EU-Agrarministerrat, der mit beschleunigten Zulassungen einzelner Sorten etwas Entlastung schaffen könnte. „Definitiv kein Verständnis“ hat die Branche dafür, dass eine pragmatische Lösung für nicht quantifizierbare Spuren noch nicht zugelassener, aber bereits sicherheitsbewerteter GV-Sorten zwar auf dem Tisch liegt, aber wegen unterschiedlicher Sichtweisen innerhalb der EU-Kommission nicht zustande kommt. „Wir brauchen eine Lösung, die dauerhaft rechtliche und wirtschaftliche Sicherheit für die Futtermittel- und Lebensmittelkette bringt“, so der DVT-Präsident.

Der DVT fordert, die technischen Spielregeln für GV-Verarbeitungserzeugnisse von der Diskussion um den Anbau und die Freisetzung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in der EU zu trennen. „Wir können uns nicht zur Geisel der Kontroverse um den GV-Anbau machen“ stellt Wulf klar. Der Vorstoß von EU-Kommissions-präsident Barroso, die Anbauzulassung von GVO neu zu regeln, ist eine Gelegenheit, diese Trennung zu vollziehen. Voraussetzung ist, dass für Agrarrohstoffe der freie Warenverkehr im Binnenmarkt gewährleistet bleibt.

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