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Eberfleisch mit Geschlechtsgeruch: „Ich befürchte, dass der Fleischkonsum schleichend zurückgeht“

Münster /Tübingen/Frankfurt (aho) – Eine Reihe von Experten äußern ihre Bedenken, wenn Fleisch intakter Eber vermehrt in den Markt gelangt. So Dr. Simone Müller von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft in Jena, die das Verbundprojekt Eberfütterung koordiniert. Sie berichtete im Interview mit der Zeitschrift „SUS“, dass sie selbst Eber auf Ebergeruch geprüft hat. Nach ihrer Beobachtung gibt es eine Art Geruchsgedächtnis. Wird man erneut mit Ebergeruch konfrontiert, wächst die Abneigung, so die Fachfrau. Müller weiter: „Diese Gefahr sehe ich auch beim Verbraucher. Dass es bisher nicht mehr Reklamationen gibt, halte ich für trügerisch. Denn nicht jeder Kunde kennt Ebergeruch und meldet diesen zurück. Ich befürchte, dass der Fleischkonsum schleichend zurückgeht“. (1)

Drastischer formulierte es Dr. Ulrike Weiler, Privatdozentin am Institut für Tierhaltung und Tierzüchtung der Universität Hohenheim schon vor Jahren mit Hinblick auf negative Verbraucherreaktionen: „Die aktuelle Eber-Euphorie kann zum Marktkiller werden.“ (4)

Ähnliche Bedenken hat der Tübinger Obermeister Günther Egeler. Er sagte der „afz“ (allgemeine fleischer zeitung), Ebermast müsse verhindert werden, sonst fürchte er Qualitätsverluste. Wenn sie sich durchsetze, bestehe die Gefahr, dass beim Zukauf von Verarbeitungsfleisch und -speck ein „Stinker“ dabei sei und in die Wurst gelange (2).

Bislang geht nach Aussage von Martln Fuchs, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV), kein Fleisch von Jungebem über die Ladentheke. Eine hohe Qualität aus heimischen Regionen sei gelebter Verbraucherschutz. Dieses Ziel schließe die Ebermast zur Fleischgewinnung aus, so Fuchs im Gespräch mit der „Land & Forst“. Eine hohe Qualität aus heimischen Regionen sei gelebter Verbraucherschutz. Dieses Ziel schließe die Ebermast zur Fleischgewinnung aus, so Fuchs im Gespräch mit dem Blatt. Der Qualitätsverlust und die zu erwartenden Strukturveränderungen in der heimischen Landwirtschaft müssen verhindert werden, mahnte Fuchs.

Im Gegensatz zu den qualitätsorientierten Handwerksbetrieben geht die große Schlachtindustrie einen anderen Weg. Bereits 2011 hatte die QS GmbH in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen und dem Schlachtkonzern Tönnies prüfen lassen, wie man durch Untermischen und „Maskieren“ riechendes Eberfleisch („Stinkefleisch“) soweit verkaufsfähig macht, dass der Geschlechtsgeruch vom Verbraucher nicht bemerkt wird (5). Weitere Details finden Sie hier in der aho-Meldung: Eberfleisch: QS GmbH lässt Maskierungseffekte für „Stinkefleisch“ prüfen

(1) Eberfütterung: Wir brauchen mehr Wissen!
SUS 4/2012, S. 44

(2) Keine „Stinker“ in die Wurst: Innung Tübingen lehnt Ebermast ab und rät zu aktiver Werbung und Nachwuchssuche
afz – allgemeine fleischer zeitung 24 vom 13.06.2012 Seite 10

(3) Fleischer-Fachgeschäfte wollen kein Eberfleisch
LAND & Forst· Nr. 29, 19. Juli 2012

(4) Seriöses Vorgehen angesagt
Kommentar von Dr. Ulrike Weiler zur Diskussion um Ferkelkastration und Ebermast
ProAgrar; Ausgabe 6 SÜD; September 2009, S. 2

(5) Abschlussbericht zum Projekt „Risikobewertung zum Kastrationsverzicht“
Auftraggeber: Qualität und Sicherheit GmbH, Bonn
Berichtszeitraum 1.3.2010 bis 31.5.2011
Auftragnehmer: Georg‐August‐Universität Göttingen, Department für Nutztierwissenschaften
Abt. Produktkunde – Qualität tierischer Erzeugnisse (Prof. Dr. Michael Wicke)
Projektbearbeitung: Lisa Meier‐Dinkel, Dr. Daniel Mörlein

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