| Leberegel bei Rindern | Animal
Health-Online Survey |
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Die Leber ist "das" zentrale Stoffwechselorgan des Körpers, daß für eine Vielzahl von wichtigen Körperfunktionen verantwortlich ist. So hat wiederum eine Schädigung dieses Organs weitgreifende und sehr unterschiedliche Folgen. Ein geringer oder mittelgradiger Befall mit Leberegeln verursacht, besonders bei älteren Tieren, in der Regel keine deutlichen oder typischen Krankheitserscheinungen. Dies verleitet den Nichtfachmann gelegentlich dazu, den Leberegel erheblich zu unterschätzen. Zudem wird immer wieder durch unkontrollierten Zukauf der große Leberegel "Fasciola hepatica" in bisher nicht betroffene Betrieb und Regionen eingeschleppt. Nicht zuletzt dem bieten die jetzt häufiger favorisierten extensiven Haltungsformen dem Leberegel bessere Lebensbedingungen. Bohrgänge Erste Anzeichen einer Erkrankung stellen sich im Spätherbst und Winter ein. In diesem Zeitraum durchdringen die Metazerkarien im Bereich des Duodenums (vorderer Dünndarm) die Darmwand und dringen innerhalb weniger Tage über die Bauchhöhle in das Lebergewebe und schließlich in die Gallengänge ein. Die Schäden an der Darmwand sind nur gering und werden durch Fibrinauflagerung verschlossen. Beim Eindringen in die Leberkapsel wird diese perforiert. Bei massivem starkem Befall kann es zu Peritonitis (Bauchfellentzündung) mit einer Verklebungen der Leber mit den umgebenden Organen kommen. Die frischen Bohrgänge sind mit zerstörten Leberzellen und Blut gefüllt. Sie sind mit bloßem Auge als braunrote Schlängelungen an der Oberfläche der Leber (2). Die Bohrgänge vernarbten und sind dann als Verhärtungen im Lebergewebe zu erkennen. ![]() Abbildung: vernarbte, weißlich-gelbe Bohrgänge Jungegel, die im Lebergewebe absterben, können vernarben und knotige oder zystenartigen Gebilden hervorrufen. Die weitaus auffälligeren Veränderungen bei einer Fasciolose entstehen in den Gallengängen. Durch den bis zu einem Jahr andauernden Aufenthalt der erwachsenen Egel kommt es zu einer entzündlichen Verdickung der Gallengangschleimhaut. Als Ursache wird eine mechanische Reizung der Schleimhaut durch die rauhe, mit Dornen besetzte Körperoberfläche Egels angenommen. ![]() Abbildung: Leberegel in Gallengang Aus "Liver Fluke in Sheep and Cattle" von KG Ross & J Armour, The Unit for Veterinary Continuing Education, 1983 Zudem scheiden Egel große Mengen der Aminosäure Prolin aus. Die Substanz führt ebenfalls zu einer Verdickung
der Gallengänge und zu einer perilobulären Fibrose. ![]() Abbildung: Verkalkte Gallengänge Klinisches Bild Fasciolose kann in akuter, subakuter und chronische Verlaufsform auftreten. Die akute Form ist selten. Sie tritt gelegentlich in den Spätsommer- und Herbstmonaten sogenannter Leberegeljahre bei der massenhaften Wanderung der jungen Egel durch Bauchhöhle und Lebergewebe auf. Bei akut erkrankten Tiere kann es zu tödlich verlaufende Bauchfellentzündungen, Leberinsuffizienz, Gelbsucht und Anämie kommen. Ebenso treten Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Verstopfung auf. Die Körpertemperatur ist mit 39 bis 40°C erhöht. In diesem Stadium lassen sich noch keine Leberegeleier im Kot nachweisen. ![]() Abbildung: Rind, akute Fasciolose
Häufig chronisch Die chronische Fasciolose wird durch die geschlechtsreifen Egel in den Gallengängen verursacht. Diese Verlaufsform ist
die häufigste beim Rind. Typische Krankheitserscheinungen, wie Wachstumsstillstand, Abmagerung und rauhem Haarkleid, meistens
im Spätherbst, treten eher bei Jungvieh auf. Hier sind gelegentlich sogar Todesfälle möglich. Dies ist unter anderem durch den
schlechten Pflegezustand viele Rinder - und Kälberweiden zu erklären. Die Rinder zeigen eine verminderte Fresslust, Abmagerung,
Apathie und Leistungsrückgang, die sich im Verlauf des Winters steigern. Die Leber kann vergrößert oder schmerzhaft.
Im Spätstadium der Erkrankung treten Gelbsucht, Ödeme an Unterbrust, Triel und Kehlgang auf. Die Tiere können an Untertemperatur,
Fieber, chronischem Durchfall oder Verstopfung leiden. Leberegelinvasionen können Rinder gegenüber Salmonelleninfektionen
empfänglicher machen und das Risiko für eine Dauerauscheidung erhöhen. ![]() Abbildung: Trielödem Naturnah Extensive Formen der Rinderhaltung zur Fleischgewinnung wie die Mutterkuhhaltung haben in den letzten zehn Jahren in Deutschland eine beträchtliche Bedeutung erlangt. In Ostdeutschland zum Beispiel befinden sich rund 15 % der Rinder in Mutterkuhhaltung. Zahlreiche Mutterkuhbetriebe wirtschaften dabei nach Regeln des ökologischen Landbaus. Darüber hinaus bestehen im ökologischen Landbau zumindest gegenüber der prophylaktischen Verwendung bestimmter Stoffe oder Stoffgruppen Vorbehalte (3). Dies und "naturnahe", extensive Haltungsformen begünstigen die Verbreitung des grossen Leberegels. Förderliche Bedingungen sind insbesondere: keine kontinuierliche Herdenüberwachung) (1). In den Jahren 2000-2002 wurden in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) 1537 Blutproben aus 183 Mutterkuhbeständen mittels eines serologischen Tests (ELISA) auf Leberegel-Antikörper (Fasciola hepatica-AK) untersucht. Pro Bestand wurde meist eine Stichprobe von 10 Tieren untersucht, kleinere Stichproben wurden in die Auswertung ebenfalls einbezogen (1). Die Ergebnisse sind in den Tabellen 2 und 3 dargestellt. Tab. 2: Nachweis von Fasciola hepatica-AK in Rinderherden in M-V 2000-2002
Tab. 3: Befallsextensität innerhalb der befallenen Herden
Die Untersucher (1) ziehen folgernde Schlußfolgerungen:
der Bestände die Erwartungen. Fast jeder zweite Bestand ist befallen! von Mecklenburg-Vorpommern zu Leistungseinbußen und Schlachtverlusten führt (1). Literatur
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