natürlich gesund   Sau und Ferkel

1n0o

AHO - Hauptseite1n0o

Oregano1n0o

antibakteriell1n0o

Plötzliche Todesfälle1n0o

Colienterotoxaemie1n0o

Enterocolitis1n0o

Ferkelmanagement1n0o

Mastmanagement1n0o

Impressum1n0o

Produkte
Amex® 10 % Ferkeldoser1n0o
Amex® 10 % FA Granulatr1n0o
AMEX® 10 % Lösung1n0o

Fachinformation
Durchfallerkrankungen ziehen oftmals auch andere Erkrankungen, etwa der Atemwege nach sich.

SVENSMARK B., NIELSEN K., WILLEBERG P. & JORSAL S.E. (1989).
Epidemiological studies of piglet diarrhoea in intensively managed Danish sow herds.
II. Post-weaning diarrhoea.
Acta Veterinaria Scandinavia 30 (1), 55-62.

Praxistipp
Schadnager bekämpfen


Der Kampf gegen Ratten und Mäuse endet nie!

Hygiene denken



Ein Hochdruckreiniger ist unverzichtbar!

Grundlage für einen gesunden und produktiven Tierbestand ist konsequente Hygiene. Hierbei definiert sich Hygiene als ein Managementprinzip, welches sich gegen alle bekannten und bisher unbekannten Krankheitserreger richtet. Nur so lassen sich bakterielle und virale Infektionen eindämmen.

Wichtiger Hinweis

Die namentliche Nennung oder Abbildung von Arzneimitteln auf dieser Webseite stellt keinesfalls eine Empfehlung, Verkaufsförderung oder Bewerbung der einzelnen Produkte in welcher Weise auch immer dar. Die Informationen sind keinesfalls abschließend, ersetzen weder tierärztliche, ärztliche noch sonstige Fachberatung. Insbesondere hinsichtlich Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und sonstigen Informationen ist der behandelnde Tierarzt, Arzt oder Apotheker beizuziehen.


Sauberes Wasser

Wasser ist das wichtigste Futtermittel in einem Tierbestand. Während beim Kauf von Futtermitteln exakt auf die Inhaltsstoffe geachtet wird, wissen vermutlich 80 Prozent der deutschen Landwirte nicht, was sie denn da so "für ein edles Tröpfchen" an ihre Tiere vertränken. Sorgen sie für zirkulierendes, kühles Wasser. Vermeiden sie Blindleitungen mit stehendem, faulendem Wasser, die das Tränkewassersystem immer mal wieder mit Bakterien beimpfen. Verwenden sie kurze Leitungen. In langen Leitungen wärmt sich das Wasser auf, so das sich Bakterien vermehren können. Verwenden sie nur für Trinkwasserleitungen geeignetes Material. Das Kunststoffmaterial mancher Gartenschläuche wird von den Bakterien im Wasser angegriffen und dient ihnen als Nährboden für eine weitere Massenvermehrung.

Merke:

Kaltes Wasser muss kalt sein

Warmes Wasser muss heiß sein

Wasser muss fließen

1n0o
1n0o

  

Ropa

EHS: Tod ohne Zeugen

Plötzliche Todesfälle bei Mastschweinen und Sauen

Typisch ist, daß immer nur einzelne oder einige wenige Tiere sterben. Gut entwickelte Mastschweine und Sauen erkranken aus voller Gesundheit unter den Anzeichen eines Schocks bzw. Kreislaufversagens mit Taumeln, Lähmungen, Festliegen und Blässe der Haut. Selten zeigt sich zuvor ein blutiger Durchfall, der dann mit der Serpulinen - Dysenterie verwechselt wird. Da die Tiere sehr rasch sterben, wird der Todeskampf selten beobachtet. Auffällig ist bei den verendeten Tieren der aufgeblähte Leib und die schnell einsetzende Verwesung.


EHS: Der Darm ist blutgefüllt und aufgebläht

Bei der Sektion in einem Untersuchungsamt findet man einen aufgeblähten und um die vordere Gekrösewurzel verdrehten Dünn- und Dickdarm. Der Dünndarm ist blutgefüllt, offensichtlich sind die Tiere in den Darm verblutet, was zur Bezeichnung "Enterohämorrhagische Syndrom (EHS)" führte. Bei einer Laboruntersuchung wird häufig der Erreger "Clostridium perfringes Typ A, C, D " isoliert. Dieser toxinbildende Keim wird neben Hefen für die Gasbildung und die rasche Zersetzung der Tierkadaver verantwortlich gemacht.


Clostridium perfringens unter dem Mikroskop

Vorkommen und Ursachen

Die Krankheit kommt sowohl in Mast – und Zuchtbetrieben Nordamerikas als auch Mitteleuropas vor. Die genaue Ursache ist letztlich noch nicht aufgeklärt, obwohl man Zusammenhänge zum Auftreten von bestimmten Schadfaktoren und Managementfehlern herstellen kann. Auffällig ist, daß das EHS häufig, aber nicht ausschließlich in Mastbetrieben auftritt, die Molke und andere Abfälle aus der Lebensmittelverarbeitung verfüttern. Gelegentlich wird deshalb für das EHS auch der Begriff "Molkesyndrom" verwendet.

Futterwechsel

Krankheitsförderliche Faktoren sind eine rasche Futterumstellung und das Verfüttern großer Eiweiß- und / oder Kohlehydratmengen, die dann unverdaut in den Dünndarm gelangen, wo es dann zu einer explosionsartigen Vermehrung von Clostridien kommt. Bekanntlich schwankt die Zusammensetzung der Molke ganz erheblich, da häufig auch noch Speisequark, Milch und Butterreste beigemischt werden.

Hefen

Daneben kann aber auch ein höherer Gehalt an Hefen im Futter für eine massive Gasbildung und damit Aufgasung des Darmes verantwortlich gemacht werden. Bei Fütterungsversuchen verursachte ein Gehalt an Hefen von nur 106 KBE (koloniebildende Einheiten) pro Gramm Mischfutter bei Mastschweinen Durchfälle und Darmaufgasungen mit tödlichem Ausgang. Hier ist an CCM und an andere stärkereiche und feuchte Futtermittel zu denken, da diese Futtermittel den Hefen optimale Entwicklungsbedingungen bieten.

Bakterielle Zersetzungsprodukte

Durch den Verderb von Futterinhaltsstoffen wird das Futter nicht nur im Nährwert gemindert, sondern es entstehen durch die Stoffwechselaktivität von Bakterien und Hefen eine Reihe von pharmakologisch hochwirksamen Verbindungen, die vielfältige Wirkungen im Schwein entfalten.

Tab. 1: Mikroorganismen im Flüssigfutter und deren Stoffwechselprodukte (Nagel, 1998)
Mikroorganismen Produkte aus Zucker Produkte aus Eiweiß
Hefen Ethanol (Alkohol)
CO2
 
Milchsäurebakterien Milchsäure
Essigsäure
Ethanol (Alkohol)
CO2
biogene Amine
( z. B. Histamin,
Tyramin )
Enterobacteriaceen Ameisensäure
Bernsteinsäuren
Butandiol
Essigsäure
Milchsäure
H2, CO2
Bitterpeptide
biogene Amine
Ammoniak
Schwefelwasserstoff
andere Schwefelverbindungen

 

Tab 2: Mögliche Auswirkungen ausgewählter mikrobieller Stoffwechselprodukte auf Schweine (Nagel, 1998)
Substanz Wirkung
CO2 Aufgasen nach Futteraufnahme, verringerte Futteraufnahme, Unruhe, Todesfälle
Ammoniak verringerte Schmackhaftigkeit des Futters
Schwefelwasserstoff drastisch verringerte Schmackhaftigkeit des Futters, Bindung von Eisen u. anderen Metallen durch Bildung von Metall - Sulfiden
Biogene Amine:  
Histamin Blutdrucksenkung,
allergische Erscheinungen,
erhöhte Magensaftsekretion,
verringerte Futteraufnahme
Tyramin Blutdruckanstieg, Unruhe, Durchfall, Hautrötung, verringerte Futteraufnahme

Darmparasiten und Mycotoxine

Aber auch ein Befall mit Darmparasiten (Spulwürmer und Coccidien), Mycotoxine im Futter,   unhygienische Haltungsbedingungen und die Überbelegung der Stallungen kann krankheitsbegünstigend wirken.

Schimmel im Labor auf Petrischalen

Unzureichende Futter- pH- Werte?

Über den Zusatz von Säuren zum Futter wurde viel berichtet. Der Erfolg mit dem Säurezusatz schwankt von "sensationell gut" bis "eher bescheiden". Handelsübliche Futtermittel ( Mehle u. Pellets ) und hofeigene Mischungen haben nach eigenen Messungen des Autors ein pH - Wert von etwa 5,7 bis 6,2. Zwar mischen viele Mischfutterhersteller ihren Futtermitteln Säuren zu und den Selbstmischern werden für viel Geld Säurezusätze verkauft, aber merkwürdigerweise werden die notwendigen pH - Werte um 4,5 im Futter häufig nicht erreicht. Und eines sollte man sich klar machen: Ein Futter mit dem pH - Wert 4,5 ist 10 mal saurer als ein Futter mit dem pH - Wert 5,5 (!). Eine schnelle Absenkung des pH - Wertes ist aber für eine rasche Magenpassage, zur Abtötung von unerwünschten Bakterien und zur Aktivierung von Verdauungsenzymen notwendig.

Hierbei spielt die sogenannte Säurebindungskapazität, insbesondere der Eiweißträger und der Mineralstoffe, eine entscheidende Rolle. Futtermittel mit einer hohen Säurebindungskapazität (SBK) neutralisieren nicht nur zugesetzte Futtersäuren, sondern auch die Magensäure.

Tabelle 3: Orientierungswerte zur Säurebindungskapazität von Einzel – und Mischfuttermitteln.
Futtermittel SBK
( meq/kg )
Futtermittel SBK
( meq/kg )
Weizen 370 Mineralfutter o. Phytase  
Gerste 344 Ferkel 4600 - 6600
Mais 373 Mast > 7500
Triticale 465 Zucht > 7500
Roggen 366    
Hafer 402    
Haferflocken 348    
Weizenkleie 854 Mineralfutter m. Phytase  
Sojaschrot NT 1240 Ferkel 4500 – 5800
Sojaschrot HP 1353 Ferkel – Diät 3500
Fischmehl 1454 Mast 3900
Kartoffeleiweiß 1072 Zucht 4300
Tiermehl 50 3912    
Tiermehl 55 4658    
Bierhefe 1241 Ferkelfutter  
Ackerbohnen 813 hofeigen 750 - 900
Erbsen 678 Handel 850 - 1000
Lupinen 1056 Diät 550 - 650
Magermilchpulver 1444    
Molkepulver 1052    
Kaseinpulver 912    
Rapssamen 878    
Rapskuchen 1195    
Grünmehl / Cobs 1067    
CCM 414    

(Quelle: Dr. H. Lindermeyer, Bayrische Landesanstalt für Tierzucht, Grub)

Tabelle 4: Berechnung der Säurebindungskapazität ( SBK ) eines Ferkelfutters. Ziel: Reduzierung der SBK auf < 700 meq / kg im Ferkelfutter.
Komponente SBK / kg Anteil SBK meq
Mineralfutter o. Phytase 4600 – 6600 3 % 138,0 – 198,0
Sojaschrot NT 1240 20 % 248,0
Gerste 344 35 % 120,4
Weizen 370 40 % 148,0
Weizenkleie 854 5 % 42,7
Summe 100 % 697,1 - 757,1

Wie Tabelle 3 zeigt, läßt sich für alle Futterkomponenten, die Säurebindungskapazität angeben. In Zukunft sollte es Standart sein, daß der Hersteller eines Mineralfutters auf der Deklaration die SBK angibt. So kann der Landwirt die SBK seiner Futter berechnen, wobei der Wert nicht über 700 meq SBK / kg Futter liegen sollte. Unser Berechnungsbeispiel in Tabelle 4 zeigt, daß insbesondere durch die Auswahl des richtigen Mineralfutters die SBK eines Futters entscheidend beeinflußt wird, denn im Mineralfutter befinden sich häufig Komponenten mit hoher SBK wie Kalziumcarbonat und Magnesiumoxid.

Wasser verdünnt Magensäure

Schweine, die flüssig gefüttert werden, nehmen zwangsläufig große Wassermengen auf, so daß hierdurch die Magensäure erheblich verdünnt und neutralisiert wird.

Problem Rohfaser

Zur Verhinderung des EHS werden Rohfaseranteile von etwa 4,5% in der Ration empfohlen. Leider wird es immer schwieriger, diese Empfehlung zu befolgen. Währen z.B. Gerste in Tabellenwerken mit etwa 4,6 % Rohfaser angegeben sind, liefern moderne Hochleistungssorten nur etwa 1,9 % Rohfaser, da bei der Zucht auf einen großen Mehlkörper Wert gelegt wurde. Hier muß mit Weizenkleie (Mycotoxine?), Sonnenblumenschalen oder unkonventionellen Rohfaserträgern wie Citrustrester, Leinsamen - oder Rapsschrot der Rohfasergehalt in der Ration angehoben werden, ohne daß die Akzeptanz leidet.

Prophylaxe durch phytogene Futterzusatzstoffe?

Natürliche phytogene (pflanzliche) Verdauungsförderer wie z.B. Amex® (Fa. Eurovloot) unterstützen die Darmtätigkeit. Durch Anregung der Verdauungsorgane wird die Sekretion von Magen - und Gallensaft erhöht. Die Verdauung wird so optimiert, es fallen so weniger schädliche Stoffwechselmetaboliten an. Auf der anderen Seite ist eine gestörte Verdauung Wegbereiter für eine Massenvermehrung von pathogenen Mikroorganismen und Endoparasiten, die dann wiederum Darmerkrankungen hervorrufen. Viele pathogene Mikroorganismen kommen ständig im Darm gesunder Tiere (und Menschen) vor. Erst eine gestörte Verdauung bietet den Schadkeimen eine Möglichkeit zur Massenvermehrung.

Hygiene!

Auf Flüssigfutterbetrieben gilt:

  • Futter erst vor der Fütterung anmischen
  • Spülen der Ringleitungen mit Propionsäure
  • Verkrustungen am Trogauslauf und Rand des Mischbehälters beseitigen, da diese "Gebilde" mit Keimen und Schimmelpilzen verseucht sind
  • Schwimmdecken auf Molketanks vermeiden! Regelmäßige Reinigung!

Breifutterautomaten müssen ebenfalls regelmäßig von schimmelnden und faulenden Ablagerungen gereinigt werden.

Tab 5: Empfehlungen mikrobiologischer Richtwerte für Flüssigfutter
Mikroorganismen noch akzeptabel Warnwert nicht akzeptabel
aerobe Kolonienzahl* 107 108 109
Enterobacteriaceen 103 104 105
Lactobacillen 106 107 108
Hefen 106 107 108
Schimmel 104 105 106
Aminosäuren - abbauende Lactobacillen 103 104 105
pH - Wert 4,2 - 4,8   < 4,0 / > 5,0

* Gesamtkeimzahl
Werte pro Gramm oder Milliliter Flüssigfutter

Natürlich müssen durch eine regelmäßige Entwurmung der Ferkel beim Einstallen und durch Futterkonservierung d. h. Vermeidung einer Mykotoxinbildung die weiteren krankheitsförderlichen Faktoren ausgeschlossen werden.

 

Getreide muß sofort nach der Ernte konserviert oder getrocknet werden

Fazit

Einen Einfluß auf die Zusammensetzung von Molke und anderen Restmengen aus der Lebensmittelverarbeitung ist nur schwerlich möglich, so daß alle anderen oben beschriebenen Prophylaxeverfahren ausgeschöpft werden sollten. Trotzdem sind diese Reststoffe preiswerte und hochwertige Futterkomponente, die richtig eingesetzt, die Rentabilität der Schweinemast deutlich verbessern können. Zudem ist die Verwertung dieser Restmengen aus der Lebensmittelverarbeitung ein Gebot des Umweltschutzes.

zum Seitenbeginn




© copyright 2005 animal-health-online. All rights reserved.