| Aktuell |
Was leisten Desinfektionsmittel bei niedrigen Temperaturen?
(aho) - Im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung sind das Besprühen von
Autoreifen mit Desinfektionsmitteln oder die Installation von
Durchfahrbecken (Wannen) und sogenannter Seuchenmatten häufig genutzte
Hygienemaßnahmen. Vor dem Hintergrund des aktuellen
Geflügelpestgeschehens in vielen Teilen Europas und der winterlich
kalten Außentemperaturen muss noch einmal daran erinnert werden, dass
viele Desinfektionsmittel bei niedrigen Temperaturen nicht wirken.
Diese Erscheinung ist Fachleuten als "Temperaturfehler" bekannt. Zudem
müssen Desinfektionsmittel oft längere Zeit einwirken, so dass das
kurze Besprühen von Autoreifen, Durchfahrbecken und Seuchenmatten
kritisch zu sehen sind.
Eine Veröffentlichung im Fachjournal "Archiv für Geflügelkunde
beschäftigte sich im Jahre 2004 mit der Wirksamkeit von
Desinfektionsmitteln bei verschiedenen Temperaturen und Einwirkzeiten
gegen das aviäres Influenza A Virus (IAV). Hierzu wurden zwei
Handelspräparate (Venno FF super und Venno Vet 1 super), die bereits
in die Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e. V.
(DVG) als wirksame Desinfektionsmittel gegen behüllte und unbehüllte
Viren eingetragen sind, unter kontrollierten Bedingungen geprüft.
Die methodische Grundlage für die eigene Untersuchungen bildeten die
Richtlinien der DVG. Die Prüfungen erfolgten in Suspensionsversuchen
ohne und mit Proteinbelastung (40% fötales Kälberserum, FKS) und in
Keimträgerversuchen mit Proteinbelastung bei 20 °C und in
Reaktionszeiten von 15 bis 120 Minuten. Die Präparate wurden
zusätzlich bei 10 und 4 °C und in Reaktionszeiten von 5 und 10 Minuten
getestet. Beide Präparate waren bei 20 °C in Suspension ohne
Proteinbelastung besonders wirksam. Sie erlitten jedoch mit
zunehmender organischen Belastung und sinkender Temperatur
Wirksamkeitsverluste. Zur Kurzzeit-Desinfektion (5 Min.) des Influenza
A Virus bei 20 und 10 °C war nur Venno Vet 1 super geeignet.
Bei 4 °C wurde mit keinem der beiden Präparate eine Inaktivierung
innerhalb von 5 Min. erreicht. Jedoch konnte gezeigt werden, dass sie
in den von der DVG empfohlenen Konzentrationen und Reaktionszeiten
(Venno FF super: 1%, 60 Min., Venno Vet 1 super: 1%, 30 Min.) nicht
nur bei 20 °C, sondern auch bei 10 °C zur Desinfektion des IVA
tauglich sind. Für eine sichere Desinfektion von IVA bei 4 °C sollte
die Reaktionszeit auf 120 Min. verlängert werden, heißt es in der
Fachzeitschrift.
Im Lichte dieser Ergebnisse darf von vielen "Hygienemaßnahmen"
insbesondere im Winter nicht viel erwartet werden.
A. Yilmaz, Ursula Heffels-Redmann, T. Redmann
Untersuchungen zur Bestimmung der viruziden Wirksamkeit von zwei
chemischen Desinfektionsmitteln gegen aviäres Influenza A Virus
bei verschiedenen Temperaturen
Arch. Geflügelk. 2004, 68 (2), 50-56
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Hygiene denken

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Grundlage für einen gesunden und produktiven Tierbestand ist konsequente Hygiene. Hierbei definiert
sich Hygiene als ein Managementprinzip, welches sich gegen alle bekannten und bisher unbekannten
Krankheitserreger richtet. Nur so lassen sich bakterielle und virale Infektionen eindämmen.
Wichtiger Hinweis
Die namentliche Nennung oder Abbildung von Arzneimitteln auf
dieser Webseite stellt keinesfalls eine Empfehlung, Verkaufsförderung oder Bewerbung der einzelnen Produkte
in welcher Weise auch immer dar. Die Informationen sind keinesfalls abschließend, ersetzen weder
tierärztliche, ärztliche noch sonstige Fachberatung. Insbesondere hinsichtlich Nebenwirkungen, Gegenanzeigen
und sonstigen Informationen ist der behandelnde Tierarzt, Arzt oder Apotheker beizuziehen.
Sauberes Wasser
Wasser ist das wichtigste Futtermittel in einem Tierbestand. Während beim Kauf von Futtermitteln exakt auf die
Inhaltsstoffe geachtet wird, wissen vermutlich 80 Prozent der deutschen Landwirte nicht, was sie denn da so
"für ein edles Tröpfchen" an ihre Tiere vertränken. Sorgen sie für zirkulierendes, kühles Wasser. Vermeiden sie
Blindleitungen mit stehendem, faulendem Wasser, die das Tränkewassersystem immer mal wieder mit Bakterien
beimpfen. Verwenden sie kurze Leitungen. In langen Leitungen wärmt sich das Wasser auf, so das sich Bakterien
vermehren können. Verwenden sie nur für Trinkwasserleitungen geeignetes Material. Das Kunststoffmaterial mancher
Gartenschläuche wird von den Bakterien im Wasser angegriffen und dient ihnen als Nährboden für eine weitere
Massenvermehrung.
Merke:
Kaltes Wasser muss kalt sein
Warmes Wasser muss heiß sein
Wasser muss fließen
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von Dr. Manfred Stein aus Gyhum
Das Gewürzregal eines durchschnittlichen Haushalts hält nach
Erkenntnissen eines Forscherteams der Kansas State University (KSU) ein
wirkungsvolles "Waffenarsenal" gegen
Bakterienvergiftung von Lebensmitteln bereit.
Die vorläufigen Ergebnisse der Studie, die beim aktuellen Jahrestreffen des "Institute of Food Technologists" (IFT)
vorgestellt wurden, lassen auf bemerkenswerte
antimikrobielle Eigenschaften
von Gewürzen schließen. Wissenschaftler von der KSU hatten 24 Gewürzen
in Hackfleisch und roher Salami auf ihre Wirkung auf
Lebensmittel-Pathogene untersucht. Knoblauch, Oregano, Salbei, Nelke
und Zimt waren besonders wirksam.
Zwar stellte das Abwägen zwischen antimikrobieller Wirksamkeit und
der jeweiligen Geschmacksnote offenbar eine Gratwanderung dar, doch die
Studie zeigt offenbar deutlich, daß
Gewürze zur Konservierung von Fleischprodukten eingesetzt werden
können, um die Vermehrung von E. coli-Bakterien zu verhindern.
Oregano
Oregano,
ein Gewächs aus der Pflanzenfamilie der Lamiaceae
(Lippenblütengewächse), ist dem Feinschmecker nur als mediterranes
Gewürz auf Pizza oder in Tomatensoße
geläufig. Verschiedene Arten der Gattung Oreganum sind im
Mittelmeergebiet heimisch; alle davon werden als Gewürze gehandelt. Die
wichtigsten Arten sind O. vulgare (pan-europäisch), O.
onites (Griechenland, Kleinasien) und O. heracleoticum (Italien,
Balkan, Westasien). Geruch und Geschmack sind stark aromatisch, warm
und ein klein wenig bitter.
Hochwirksame Inhaltsstoffe
Die Inhaltsstoffe sind vielfältig. Das ätherische Öl (max. 4%) enthält variable Mengen an den
beiden Phenolen Carvacrol und Thymol; außerdem wurde eine Vielzahl von
Monoterpenkohlenwasserstoffen (Limonen, Terpinen, Ocimen, Caryophyllen, beta-Bisabolen und p-Cymen) und
Monoterpenalkoholen (Linalool, 4-Terpineol) identifiziert. Insbesondere die Inhaltsstoffe
Thymol und Carvacrol haben schon durch die Jahrhunderte das Interesse von Heilkundigen, Priestern und
Pharmakologen geweckt. So verwendete man im alten Ägypten Thymol und Carvacrol im Form des
Thymians wegen seiner bakteriziden und fungiziden Eigenschaften zur Konservierung von Mumien. Im
Mittelalter bis in die Neuzeit galten Zubereitungen ätherischer Öle als "Antibiotika
für die Armen".
Die weltweit von einer Vielzahl von Lieferanten angebotenen
"Oreganoöle" unterscheiden sich ganz erheblich in den Gehalten und der
Zusammensetzung an wirkungsbestimmenden Inhaltstoffen.
Ebenso in Wirksamkeit, Qualität und Preis. Diese Faktoren sind bei der
wissenschaftlichen Bewertung eines solchen ätherischen Öls zu
berücksichtigen.
Strukturformeln
 |
Thymol: C10H14O / 150.22, Synonyme: 6-Isopropyl-m-cresol; 3-Hydroxy-p-cymene; Isopropyl - cresol; 5-Methyl-2-(1-methylethyl)phenol;
5-Methyl-2-isopropyl-1-phenol; 3-p-Cymenol; 2-Isopropyl-5-methyl phenol |
 |
Carvacrol: C10H14O / 150.22, Synonyme:; 5-isopropyl-2-methyl-phenol, Phenol, 2-methyl-5-(1-methylethyl)-; Cymenol; Hydroxy-p-cymene;
Isopropyl-o-cresol; Isothymol; Methyl-5-(1-methylethyl)phenol |
zum Seitenbeginn
Anwendungs - und Wirkungsspektrum
Und tatsächlich, auch unter dem Lichte der modernen Wissenschaft
finden sich eine Vielzahl von Belegen für Wirksamkeit von Thymol und
Carvacrol. Beide Substanzen sind chemisch gesehen
Isomere (28) und Abkömmlinge des Phenols (16).
Phenol wurde bekanntlich 1887 erstmalig von Lister zur Wundreinigung
eingesetzt. Es wirkt schon in einer Konzentration von 0,2 - 1 %
bakterizid (1). Auf Grund seiner hohen Toxizität, es
werden Bewußtlosigkeit, Hypotonie, Krämpfe und Nierenentzündung
beschrieben, kann es aber nicht in höheren Konzentrationen auf der Haut
oder peroral eingesetzt werden. Hingegen
haben die Phenolderivate Thymol und Carvacrol weite Verwendung in der
Medizin gefunden, denn Thymol ist etwa 30mal stärker wirksam als Phenol
und nur 1/3 so toxisch ist (1, 19). Es zeichnet sich
durch eine starke desinfizierende (26) fungizide und bakterizide
Wirkung aus und wird wegen seines angenehmen Geschmacks in Mundwässern,
Zahnpasta und in 5%iger alkoholischer Lösung zur
Hautdesinfektion bzw. lokal gegen Hautpilze (Criniton, Atzinger)
eingesetzt (1). Innerhalb der Humanmedizin werden Thymol und Carvacrol
| Tab. 1: Notwendige Dosis von verschieden
ätherischen Ölen, um 1 Liter Nährboullion zu sterilisieren Valney, J.
(1982). The Practice of Aromatherapy. |
| Thymian |
0.70 ml |
| Oregano |
1.00 ml |
| Chin. Zimt |
1.70 ml |
| Rose |
1.80 ml |
| Nelke |
2.00 ml |
| Eukalyptus |
2.25 ml |
| Pfefferminze |
2.50 ml |
| Mädesüß |
3.30 ml |
| Chin. Anis |
3.70 ml |
| Singal. Zimt |
4.00 ml |
| Wilder Thymian |
4.00 ml |
| Anis |
4.20 ml |
| Senf |
4.20 ml |
| Rosmarin |
4.30 ml |
| Birke |
4.80 ml |
| Lavendel |
5.00 ml |
| Balsamstrauch |
5.20 ml |
| Phenol |
5.60 ml |
| Wacholderbeere |
6.00 ml |
| Fenchel |
6.40 ml |
| Knoblauch |
6.50 ml |
| Zitrone |
6.50 ml |
| Petersilie |
8.80 ml |
| Veilchen |
9.00 ml |
insbesondere in der Zahnheilkunde eingesetzt (19) Bei der Behandlung
von Infektionen der Mundhöhle zeigten Thymol und Carvacrol neben
anderen Wirkstoffkombinationen eine synerigistische
Wirkung auf verschiedene Keime (8). Weiter finden sich
Thymolzubereitungen (17) als Vaginalkapseln (Oestrugol
N-Vaginalkapseln, Atzinger), Suppositoren (Alferm, Schönig, Berlin) und
als
Wundbehandlungsmittel (Medophyl - Salbe, Li - iL) am deutschen Markt
für Humanarzneimittel. In neuerer Zeit finden Thymol und Carvacrol
Verwendung bei der Metaphylaxe und Therapie von pilzlichen
Infektionen der Mundhöhle bei AIDS - Patienten (10).
Auch in einer ganzen Reihe anderer Pflanzen können Thymol und
Carvacrol nachgewiesen werden (28) und zeigen auch hier eine
ausgeprägte antibiotische (bakterizide und fungizide)
Aktivität (5). Offensichtlich ist eine antibiotische Wirkung auch mit
vielen Inhaltsstoffen unterschiedlicher höherer Pflanzen zu erreichen
(6, 7, 12, Tab. 1), die in der folkloristischen
Medizin vieler Naturvölker (7) und als Würz - und Geschmackstoff in der
Tierernährung (12, Sangrovit, Hoechst Rousell Vet) zur Verbesserung der
Futterverwertung und Mastleistung bei
Schweinen (31) eingesetzt werden.
In vitro hemmt Oregano und sein Öl in einer Konzentration von 150,
300 und 600 ppm das Wachstum von Leuconostoc mesenteroides und
Lactobacillus plantarum. Hingegen wurde durch das
Oreganogewürz die Milchsäureproduktion von Lactobacillus plantarum
stimuliert (13). In vitro ist Thymol sowohl gegen Staph. aureus als
auch gegen Salm. typhimurium aktiv (14). Ebenso gegen
Listeria monocytogenes (22), Aspergillus flavus und Aspergillus
versicolor (15) .
Thymol wird als Konservierungsstoff in flüssigen Arzneimitteln
eingesetzt (27). Des weiteren wurden für Thymol und Carvacrol
entzündungdswidrige (23), desinfizierende (26),
anthelmintische (28) und expektorierende (25) Eigenschaften
nachgewiesen Daneben werden ätherische Öle verschiedenster
Zusammensetzung für die Konservierung von und als
natürliches Antioxidans in Lebensmitteln (4, 11), dem imprägnieren von
Holz und in der sog. Aromatherapie von Laien und Medizinern geprüft und
eingesetzt.
zum Seitenbeginn
Resorption und Ausscheidung
Oral verabreichtes Thymol und Carvacrol wird über die gesamte Länge
des Dick - und Dünndarmes resorbiert. Die Ausscheidung erfolgt
insbesondere über die Nieren sowohl
unverändert als auch metabolisiert durch Glucuronidierung, Ring -
Hydroxylierung, und Sulfatkonjugation (24) . Es bestehen deutliche
Speziesunterschiede. (18, 21, 20, 24, 25). Wegen der
fehlenden Fähigkeit zur Glucuronidierung werden Phenole und verwandte
Verbindungen von Katzen sehr langsam ausgeschieden und dürfen hier
nicht eingesetzt werden (18, 24, 25).
In der Veterinärmedizin wird Thymol seit vielen Jahren zur
Behandlung der Trichophytie und anderer Hautpilzinfektionen eingesetzt.
Wie wirkungsvoll die ätherischen Öle Thymol und
Carvacrol beim peroralen Einsatz sind, demonstrierte Prof. Günther (2,
3) vom Tierernährungsinstitut Göttingen. Eine mit einem Zusatz von
ätherischen Ölen gefütterte
Ferkelversuchsgruppe steigerte die Körpergewichtszunahme um 7,2 % und
die Futterverwertung um 9,1 %. Prof. Günther beurteilte diese
ätherischen Öle als "Verdauungsförderer".
Natürliche Verdauungsförderer stimulieren die Gallensaft - und
Enzymsekretion, die Verdauung wird optimiert, es fallen weniger
schädliche Stoffwechselmetaboliten an. Auf der anderen
Seite ist eine gestörte Verdauung Wegbereiter für eine Vielzahl von
pathogenen Mikroorganismen und Endoparasiten, die dann wiederum
Darmerkrankungen hervorrufen.
| Übersicht 1. Körpergewichtsentwicklung und
Futterverwertungsrate bei Ferkeln mit und ohne Zusatz von Aromastoffen
auf Basis ätherischer Öle (2) |
| Gruppe |
1
Negativkontrolle
|
2
mit Aromastoff
|
| Anfangsgewicht, kg |
7,70 |
7,85 |
| 21 - Tage - Gewicht, kg |
14,40 |
15,40 |
| 21 - Tage - Zunahme, kg |
6,40 |
7,55 |
| Endgewicht, kg |
27,20 |
28,75 |
| Gesamtzunahme, kg |
19,50a |
20,90b |
| Ø Tageszunahme, g |
464,30a |
497,60b |
| Rel. Zunahme, % |
100,00 |
107,2 |
| Futterverzehr 21 Tage, kg |
9,79 |
10,42 |
| Futterverwertung 21 Tage, kg/kg |
1,53a |
1,38b |
| Futterverzehr 42 Tage, kg |
34,12 |
33,23 |
| Futterverwertung 42 Tage, kg/ kg |
1,75a |
1,59b |
| Rel. Futterverwertung, % |
100,00 |
90,85 |
| ab = p < 0,05 |
| Übersicht 2: Nährstoff - Vertraulichkeiten bei Ferkeln mit und ohne Zusatz von Aromastoffen auf Basis ätherischer Öle (2) |
| Gruppe |
1
Negativkontrolle
|
2
mit Aromastoff
|
| Trockensubstanz |
84,20a |
87,70b |
| Rohprotein |
79,20a |
81,80b |
| Rohfett |
74,89a |
77,40b |
| Stärke |
97,30 |
97,80 |
| Zucker |
94,10 |
95,10 |
| Rohfaser |
48,70a |
51,30b |
| Energie |
82,90a |
86,20b |
| ab = p < 0,05 |
zum Seitenbeginn
Ausblick:
Zur Verbesserung und europaweiten Vereinheitlichung des Verbraucherschutzes fordert die EU -
Verordnung 2377 / 90, daß für alle Arzneistoffe, wenn sie bei lebensmittelliefernden
Tieren eingesetzt werden sollen, ein sogenanntes MRL - Verfahren zur Festlegung eines
Rückstandshöchstwertes einzuleiten ist. Dies führt dazu, daß eine Vielzahl
von Arzneistoffen nicht mehr für die Therapie zur Verfügung stehen. Schon jetzt hat
der Verlust der Nitrofurane (Furazolidon, Nitrofurantoin, Furaltadon), der Nitroimidazole
(Ronidazol, Metronidazol, Dimetridazol) und Chloramphenicol für die Therapie von
lebensmittelliefernden Tieren und der hieraus zwangsläufig verstärkten Nutzung der
verbleibenden Antibiotika zu einer Resistenzsteigerung beigetragen (30).
Auch aus der Humanmedizin mehren sich hier Stimmen, daß bestimmte Antibiotikagruppen wie
z.B. die Gyrasehemmer oder auch Cephalosporine nur noch beim Menschen eingesetzt werden sollen (sog.
humanmedizinischer Vorbehalt), um einem Entstehen resistenter Keime in der Landwirtschaft vorzubeugen.
Ebenso ist der Einsatz antibiotischer Leistungsförderer sehr umstritten (29). Es ist
abzusehen, daß der Großteil, wenn nicht sogar alle Wirkstoffe vom Markt verschwinden.
Die Gesunderhaltung von lebensmittelliefernden Tieren wird in Zukunft also durch das Optimieren von
Management, Fütterung, Hygiene und Impfprogrammen zu gewährleisten sein. Hierbei gewinnen
Futtermittel bzw. Pflanzeninhaltsstoffe mit besonderen Eigenschaften (functional feed) eine immer
größere Bedeutung. Gleichzeitig drängen immer häufiger Hersteller von
Futtermitteln und Futtermittelzusatzstoffen mit arzneimittelähnlichen Ergänzungsfuttermittel,
Aromastoffen und Diätergänzungsfuttermittel in die entstanden Marktlücken. Zur Zeit
werden ätherische Öle angeboten als Produkte aus Nelkenöl und die
verschiedenen Amex® - Produkte der FirmaEurovloot aus Oregano.
zum Seitenbeginn
Literatur:
(1) Mutschler, E.; Arzneimittelwirkungen, Wiss. Verlagsges. Stuttgart, 5 Auflage, S. 573, 1986
(2) Günther, K. D. u. H. Bossow, The effect of etheric oil
from oreganum vulgaris in the feed ration of weaned pigs on their daily
feed intake, daily gains and food utilisation, Proc.
15 th IVPS Congr. Birmingham, England, 5 - 9 Juli, S. 223, 1998.
(3) Günther, K. D., Bericht über Untersuchungen an
Absatzferkeln mit dem Futterzusatzstoff Ropadiar, Institut für
Tierphysiologie u. Tierernährung Georg - August -
Universität Göttingen.
(4) Akgul a. u. M. Kivanc M., Inhibitory effects of selected
Turkisch spices and oregano components on some foodborn fungi;Int. J.
Food Microbiol, 6, (3), S. 263 - 268, 1988
(5) Ali-Shtayeh MS, Al-Nuri MA, Yaghmour RM, Faidi YR,
Antimicrobial activity of Micromeria nervosa from the Palestinian area,
J Ethnopharmacol 1997 Nov;58(3) S.143-147
(6) Valsaraj R, Pushpangadan P, Smitt UW, Adsersen A, Nyman
U. Antimicrobial screening of selected medicinal plants from India, J
Ethnopharmacol 1997 Oct;58(2) S.75-83
(7) Ali-Shtayeh MS, Yaghmour RM, Faidi YR, Salem K, Al-Nuri
MA, Antimicrobial activity of 20 plants used in folkloric medicine in
the Palestinian area, J Ethnopharmacol 1998 Apr;60(3)
S.265-271
(8) Didry N, Dubreuil L, Pinkas M, Activity of thymol,
carvacrol, cinnamaldehyde and eugenol on oral bacteria, Pharm Acta Helv
1994 Jul;69(1) S.25-28
( 9) Omoregbe RE, Ikuebe OM, Ihimire IG, Antimicrobial
activity of some medicinal plants extracts on Escherichia coli,
Salmonella paratyphi and Shigella dysenteriae, Afr J Med Med Sci 1996
Dec;25(4) S.373-375
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essential oils and their main components upon Cryptococcus neoformans.,
Mycopathologia 1994 Dec;128(3) S.151-153
(11) Aeschbach R, Loliger J, Scott BC, Murcia A, Butler J,
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6-gingerol, zingerone and hydroxytyrosol, Food Chem Toxicol 1994
Jan;32(1) S.31-36
(12) Dzink JL, Socransky SS, Comparative in vitro activity of
sanguinarine against oral microbial isolates, Antimicrob Agents
Chemother 1985 Apr;27(4) S.663-665
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effects of cumin, oregano and their essential oils on growth and acid
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mesenteroides, Int J Food Microbiol 1991 May;13(1) S.81-85
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that interact with the antibacterial action of thyme essential oil and
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(15) Hitokoto H, Morozumi S, Wauke T, Sakai S, Kurata H.,
Inhibitory effects of spices on growth and toxin production of
toxigenic fungi, Appl Environ Microbiol 1980 Apr;39(4)
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(17) Rote Liste, 1998
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rats of p-cymene derivatives: carvacrol and thymol, Pharmacol Toxicol
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plant essential oils against Listeria monocytogenes, J Appl Microbiol
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(31) Wagner, F., Beiträge zu verbesserter Leistung und
ökologischer Entlastung, Die Mühle + Mischtechnik, 135, H. 7, S. 214 -
216, 1998
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