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Aktuell
Was leisten Desinfektionsmittel bei niedrigen Temperaturen?

(aho) - Im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung sind das Besprühen von Autoreifen mit Desinfektionsmitteln oder die Installation von Durchfahrbecken (Wannen) und sogenannter Seuchenmatten häufig genutzte Hygienemaßnahmen. Vor dem Hintergrund des aktuellen Geflügelpestgeschehens in vielen Teilen Europas und der winterlich kalten Außentemperaturen muss noch einmal daran erinnert werden, dass viele Desinfektionsmittel bei niedrigen Temperaturen nicht wirken. Diese Erscheinung ist Fachleuten als "Temperaturfehler" bekannt. Zudem müssen Desinfektionsmittel oft längere Zeit einwirken, so dass das kurze Besprühen von Autoreifen, Durchfahrbecken und Seuchenmatten kritisch zu sehen sind.

Eine Veröffentlichung im Fachjournal "Archiv für Geflügelkunde beschäftigte sich im Jahre 2004 mit der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln bei verschiedenen Temperaturen und Einwirkzeiten gegen das aviäres Influenza A Virus (IAV). Hierzu wurden zwei Handelspräparate (Venno FF super und Venno Vet 1 super), die bereits in die Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e. V. (DVG) als wirksame Desinfektionsmittel gegen behüllte und unbehüllte Viren eingetragen sind, unter kontrollierten Bedingungen geprüft.

Die methodische Grundlage für die eigene Untersuchungen bildeten die Richtlinien der DVG. Die Prüfungen erfolgten in Suspensionsversuchen ohne und mit Proteinbelastung (40% fötales Kälberserum, FKS) und in Keimträgerversuchen mit Proteinbelastung bei 20 °C und in Reaktionszeiten von 15 bis 120 Minuten. Die Präparate wurden zusätzlich bei 10 und 4 °C und in Reaktionszeiten von 5 und 10 Minuten getestet. Beide Präparate waren bei 20 °C in Suspension ohne Proteinbelastung besonders wirksam. Sie erlitten jedoch mit zunehmender organischen Belastung und sinkender Temperatur Wirksamkeitsverluste. Zur Kurzzeit-Desinfektion (5 Min.) des Influenza A Virus bei 20 und 10 °C war nur Venno Vet 1 super geeignet.

Bei 4 °C wurde mit keinem der beiden Präparate eine Inaktivierung innerhalb von 5 Min. erreicht. Jedoch konnte gezeigt werden, dass sie in den von der DVG empfohlenen Konzentrationen und Reaktionszeiten (Venno FF super: 1%, 60 Min., Venno Vet 1 super: 1%, 30 Min.) nicht nur bei 20 °C, sondern auch bei 10 °C zur Desinfektion des IVA tauglich sind. Für eine sichere Desinfektion von IVA bei 4 °C sollte die Reaktionszeit auf 120 Min. verlängert werden, heißt es in der Fachzeitschrift.

Im Lichte dieser Ergebnisse darf von vielen "Hygienemaßnahmen" insbesondere im Winter nicht viel erwartet werden.

A. Yilmaz, Ursula Heffels-Redmann, T. Redmann
Untersuchungen zur Bestimmung der viruziden Wirksamkeit von zwei chemischen Desinfektionsmitteln gegen aviäres Influenza A Virus bei verschiedenen Temperaturen
Arch. Geflügelk. 2004, 68 (2), 50-56

Praxistipp
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Der Kampf gegen Ratten und Mäuse endet nie!

Hygiene denken



Ein Hochdruckreiniger ist unverzichtbar!

Grundlage für einen gesunden und produktiven Tierbestand ist konsequente Hygiene. Hierbei definiert sich Hygiene als ein Managementprinzip, welches sich gegen alle bekannten und bisher unbekannten Krankheitserreger richtet. Nur so lassen sich bakterielle und virale Infektionen eindämmen.

Wichtiger Hinweis

Die namentliche Nennung oder Abbildung von Arzneimitteln auf dieser Webseite stellt keinesfalls eine Empfehlung, Verkaufsförderung oder Bewerbung der einzelnen Produkte in welcher Weise auch immer dar. Die Informationen sind keinesfalls abschließend, ersetzen weder tierärztliche, ärztliche noch sonstige Fachberatung. Insbesondere hinsichtlich Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und sonstigen Informationen ist der behandelnde Tierarzt, Arzt oder Apotheker beizuziehen.


Sauberes Wasser

Wasser ist das wichtigste Futtermittel in einem Tierbestand. Während beim Kauf von Futtermitteln exakt auf die Inhaltsstoffe geachtet wird, wissen vermutlich 80 Prozent der deutschen Landwirte nicht, was sie denn da so "für ein edles Tröpfchen" an ihre Tiere vertränken. Sorgen sie für zirkulierendes, kühles Wasser. Vermeiden sie Blindleitungen mit stehendem, faulendem Wasser, die das Tränkewassersystem immer mal wieder mit Bakterien beimpfen. Verwenden sie kurze Leitungen. In langen Leitungen wärmt sich das Wasser auf, so das sich Bakterien vermehren können. Verwenden sie nur für Trinkwasserleitungen geeignetes Material. Das Kunststoffmaterial mancher Gartenschläuche wird von den Bakterien im Wasser angegriffen und dient ihnen als Nährboden für eine weitere Massenvermehrung.

Merke:

Kaltes Wasser muss kalt sein

Warmes Wasser muss heiß sein

Wasser muss fließen

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von Dr. Manfred Stein aus Gyhum

Das Gewürzregal eines durchschnittlichen Haushalts hält nach Erkenntnissen eines Forscherteams der Kansas State University (KSU) ein wirkungsvolles "Waffenarsenal" gegen Bakterienvergiftung von Lebensmitteln bereit.

Die vorläufigen Ergebnisse der Studie, die beim aktuellen Jahrestreffen des "Institute of Food Technologists" (IFT) vorgestellt wurden, lassen auf bemerkenswerte antimikrobielle Eigenschaften von Gewürzen schließen. Wissenschaftler von der KSU hatten 24 Gewürzen in Hackfleisch und roher Salami auf ihre Wirkung auf Lebensmittel-Pathogene untersucht. Knoblauch, Oregano, Salbei, Nelke und Zimt waren besonders wirksam.

Zwar stellte das Abwägen zwischen antimikrobieller Wirksamkeit und der jeweiligen Geschmacksnote offenbar eine Gratwanderung dar, doch die Studie zeigt offenbar deutlich, daß Gewürze zur Konservierung von Fleischprodukten eingesetzt werden können, um die Vermehrung von E. coli-Bakterien zu verhindern.

Oregano

Oregano, ein Gewächs aus der Pflanzenfamilie der Lamiaceae (Lippenblütengewächse), ist dem Feinschmecker nur als mediterranes Gewürz auf Pizza oder in Tomatensoße geläufig. Verschiedene Arten der Gattung Oreganum sind im Mittelmeergebiet heimisch; alle davon werden als Gewürze gehandelt. Die wichtigsten Arten sind O. vulgare (pan-europäisch), O. onites (Griechenland, Kleinasien) und O. heracleoticum (Italien, Balkan, Westasien). Geruch und Geschmack sind stark aromatisch, warm und ein klein wenig bitter.





Hochwirksame Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe sind vielfältig. Das ätherische Öl (max. 4%) enthält variable Mengen an den beiden Phenolen Carvacrol und Thymol; außerdem wurde eine Vielzahl von Monoterpenkohlenwasserstoffen (Limonen, Terpinen, Ocimen, Caryophyllen, beta-Bisabolen und p-Cymen) und Monoterpenalkoholen (Linalool, 4-Terpineol) identifiziert. Insbesondere die Inhaltsstoffe Thymol und Carvacrol haben schon durch die Jahrhunderte das Interesse von Heilkundigen, Priestern und Pharmakologen geweckt. So verwendete man im alten Ägypten Thymol und Carvacrol im Form des Thymians wegen seiner bakteriziden und fungiziden Eigenschaften zur Konservierung von Mumien. Im Mittelalter bis in die Neuzeit galten Zubereitungen ätherischer Öle als "Antibiotika für die Armen".

Die weltweit von einer Vielzahl von Lieferanten angebotenen "Oreganoöle" unterscheiden sich ganz erheblich in den Gehalten und der Zusammensetzung an wirkungsbestimmenden Inhaltstoffen. Ebenso in Wirksamkeit, Qualität und Preis. Diese Faktoren sind bei der wissenschaftlichen Bewertung eines solchen ätherischen Öls zu berücksichtigen.

Strukturformeln

Thymol: C10H14O / 150.22, Synonyme: 6-Isopropyl-m-cresol; 3-Hydroxy-p-cymene; Isopropyl - cresol; 5-Methyl-2-(1-methylethyl)phenol; 5-Methyl-2-isopropyl-1-phenol; 3-p-Cymenol; 2-Isopropyl-5-methyl phenol
Carvacrol: C10H14O / 150.22, Synonyme:; 5-isopropyl-2-methyl-phenol, Phenol, 2-methyl-5-(1-methylethyl)-; Cymenol; Hydroxy-p-cymene; Isopropyl-o-cresol; Isothymol; Methyl-5-(1-methylethyl)phenol

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Anwendungs - und Wirkungsspektrum

Und tatsächlich, auch unter dem Lichte der modernen Wissenschaft finden sich eine Vielzahl von Belegen für Wirksamkeit von Thymol und Carvacrol. Beide Substanzen sind chemisch gesehen Isomere (28) und Abkömmlinge des Phenols (16).

Phenol wurde bekanntlich 1887 erstmalig von Lister zur Wundreinigung eingesetzt. Es wirkt schon in einer Konzentration von 0,2 - 1 % bakterizid (1). Auf Grund seiner hohen Toxizität, es werden Bewußtlosigkeit, Hypotonie, Krämpfe und Nierenentzündung beschrieben, kann es aber nicht in höheren Konzentrationen auf der Haut oder peroral eingesetzt werden. Hingegen haben die Phenolderivate Thymol und Carvacrol weite Verwendung in der Medizin gefunden, denn Thymol ist etwa 30mal stärker wirksam als Phenol und nur 1/3 so toxisch ist (1, 19). Es zeichnet sich durch eine starke desinfizierende (26) fungizide und bakterizide Wirkung aus und wird wegen seines angenehmen Geschmacks in Mundwässern, Zahnpasta und in 5%iger alkoholischer Lösung zur Hautdesinfektion bzw. lokal gegen Hautpilze (Criniton, Atzinger) eingesetzt (1). Innerhalb der Humanmedizin werden Thymol und Carvacrol

Tab. 1: Notwendige Dosis von verschieden ätherischen Ölen, um 1 Liter Nährboullion zu sterilisieren Valney, J. (1982). The Practice of Aromatherapy.
Thymian 0.70 ml
Oregano 1.00 ml
Chin. Zimt 1.70 ml
Rose 1.80 ml
Nelke 2.00 ml
Eukalyptus 2.25 ml
Pfefferminze 2.50 ml
Mädesüß 3.30 ml
Chin. Anis 3.70 ml
Singal. Zimt 4.00 ml
Wilder Thymian 4.00 ml
Anis 4.20 ml
Senf 4.20 ml
Rosmarin 4.30 ml
Birke 4.80 ml
Lavendel 5.00 ml
Balsamstrauch 5.20 ml
Phenol 5.60 ml
Wacholderbeere 6.00 ml
Fenchel 6.40 ml
Knoblauch 6.50 ml
Zitrone 6.50 ml
Petersilie 8.80 ml
Veilchen 9.00 ml

insbesondere in der Zahnheilkunde eingesetzt (19) Bei der Behandlung von Infektionen der Mundhöhle zeigten Thymol und Carvacrol neben anderen Wirkstoffkombinationen eine synerigistische Wirkung auf verschiedene Keime (8). Weiter finden sich Thymolzubereitungen (17) als Vaginalkapseln (Oestrugol N-Vaginalkapseln, Atzinger), Suppositoren (Alferm, Schönig, Berlin) und als Wundbehandlungsmittel (Medophyl - Salbe, Li - iL) am deutschen Markt für Humanarzneimittel. In neuerer Zeit finden Thymol und Carvacrol Verwendung bei der Metaphylaxe und Therapie von pilzlichen Infektionen der Mundhöhle bei AIDS - Patienten (10).

Auch in einer ganzen Reihe anderer Pflanzen können Thymol und Carvacrol nachgewiesen werden (28) und zeigen auch hier eine ausgeprägte antibiotische (bakterizide und fungizide) Aktivität (5). Offensichtlich ist eine antibiotische Wirkung auch mit vielen Inhaltsstoffen unterschiedlicher höherer Pflanzen zu erreichen (6, 7, 12, Tab. 1), die in der folkloristischen Medizin vieler Naturvölker (7) und als Würz - und Geschmackstoff in der Tierernährung (12, Sangrovit, Hoechst Rousell Vet) zur Verbesserung der Futterverwertung und Mastleistung bei Schweinen (31) eingesetzt werden.

In vitro hemmt Oregano und sein Öl in einer Konzentration von 150, 300 und 600 ppm das Wachstum von Leuconostoc mesenteroides und Lactobacillus plantarum. Hingegen wurde durch das Oreganogewürz die Milchsäureproduktion von Lactobacillus plantarum stimuliert (13). In vitro ist Thymol sowohl gegen Staph. aureus als auch gegen Salm. typhimurium aktiv (14). Ebenso gegen Listeria monocytogenes (22), Aspergillus flavus und Aspergillus versicolor (15) .

Thymol wird als Konservierungsstoff in flüssigen Arzneimitteln eingesetzt (27). Des weiteren wurden für Thymol und Carvacrol entzündungdswidrige (23), desinfizierende (26), anthelmintische (28) und expektorierende (25) Eigenschaften nachgewiesen Daneben werden ätherische Öle verschiedenster Zusammensetzung für die Konservierung von und als natürliches Antioxidans in Lebensmitteln (4, 11), dem imprägnieren von Holz und in der sog. Aromatherapie von Laien und Medizinern geprüft und eingesetzt.

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Resorption und Ausscheidung

Oral verabreichtes Thymol und Carvacrol wird über die gesamte Länge des Dick - und Dünndarmes resorbiert. Die Ausscheidung erfolgt insbesondere über die Nieren sowohl unverändert als auch metabolisiert durch Glucuronidierung, Ring - Hydroxylierung, und Sulfatkonjugation (24) . Es bestehen deutliche Speziesunterschiede. (18, 21, 20, 24, 25). Wegen der fehlenden Fähigkeit zur Glucuronidierung werden Phenole und verwandte Verbindungen von Katzen sehr langsam ausgeschieden und dürfen hier nicht eingesetzt werden (18, 24, 25).

In der Veterinärmedizin wird Thymol seit vielen Jahren zur Behandlung der Trichophytie und anderer Hautpilzinfektionen eingesetzt. Wie wirkungsvoll die ätherischen Öle Thymol und Carvacrol beim peroralen Einsatz sind, demonstrierte Prof. Günther (2, 3) vom Tierernährungsinstitut Göttingen. Eine mit einem Zusatz von ätherischen Ölen gefütterte Ferkelversuchsgruppe steigerte die Körpergewichtszunahme um 7,2 % und die Futterverwertung um 9,1 %. Prof. Günther beurteilte diese ätherischen Öle als "Verdauungsförderer". Natürliche Verdauungsförderer stimulieren die Gallensaft - und Enzymsekretion, die Verdauung wird optimiert, es fallen weniger schädliche Stoffwechselmetaboliten an. Auf der anderen Seite ist eine gestörte Verdauung Wegbereiter für eine Vielzahl von pathogenen Mikroorganismen und Endoparasiten, die dann wiederum Darmerkrankungen hervorrufen.

Übersicht 1. Körpergewichtsentwicklung und Futterverwertungsrate bei Ferkeln mit und ohne Zusatz von Aromastoffen auf Basis ätherischer Öle (2)
Gruppe

1
Negativkontrolle

2
mit Aromastoff

Anfangsgewicht, kg 7,70 7,85
21 - Tage - Gewicht, kg 14,40 15,40
21 - Tage - Zunahme, kg 6,40 7,55
Endgewicht, kg 27,20 28,75
Gesamtzunahme, kg 19,50a 20,90b
Ø Tageszunahme, g 464,30a 497,60b
Rel. Zunahme, % 100,00 107,2
Futterverzehr 21 Tage, kg 9,79 10,42
Futterverwertung 21 Tage, kg/kg 1,53a 1,38b
Futterverzehr 42 Tage, kg 34,12 33,23
Futterverwertung 42 Tage, kg/ kg 1,75a 1,59b
Rel. Futterverwertung, % 100,00 90,85
ab = p < 0,05

 

Übersicht 2: Nährstoff - Vertraulichkeiten bei Ferkeln mit und ohne Zusatz von Aromastoffen auf Basis ätherischer Öle (2)
Gruppe

1
Negativkontrolle

2
mit Aromastoff

Trockensubstanz 84,20a 87,70b
Rohprotein 79,20a 81,80b
Rohfett 74,89a 77,40b
Stärke 97,30 97,80
Zucker 94,10 95,10
Rohfaser 48,70a 51,30b
Energie 82,90a 86,20b
ab = p < 0,05

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Ausblick:

Zur Verbesserung und europaweiten Vereinheitlichung des Verbraucherschutzes fordert die EU - Verordnung 2377 / 90, daß für alle Arzneistoffe, wenn sie bei lebensmittelliefernden Tieren eingesetzt werden sollen, ein sogenanntes MRL - Verfahren zur Festlegung eines Rückstandshöchstwertes einzuleiten ist. Dies führt dazu, daß eine Vielzahl von Arzneistoffen nicht mehr für die Therapie zur Verfügung stehen. Schon jetzt hat der Verlust der Nitrofurane (Furazolidon, Nitrofurantoin, Furaltadon), der Nitroimidazole (Ronidazol, Metronidazol, Dimetridazol) und Chloramphenicol für die Therapie von lebensmittelliefernden Tieren und der hieraus zwangsläufig verstärkten Nutzung der verbleibenden Antibiotika zu einer Resistenzsteigerung beigetragen (30).

Auch aus der Humanmedizin mehren sich hier Stimmen, daß bestimmte Antibiotikagruppen wie z.B. die Gyrasehemmer oder auch Cephalosporine nur noch beim Menschen eingesetzt werden sollen (sog. humanmedizinischer Vorbehalt), um einem Entstehen resistenter Keime in der Landwirtschaft vorzubeugen. Ebenso ist der Einsatz antibiotischer Leistungsförderer sehr umstritten (29). Es ist abzusehen, daß der Großteil, wenn nicht sogar alle Wirkstoffe vom Markt verschwinden. Die Gesunderhaltung von lebensmittelliefernden Tieren wird in Zukunft also durch das Optimieren von Management, Fütterung, Hygiene und Impfprogrammen zu gewährleisten sein. Hierbei gewinnen Futtermittel bzw. Pflanzeninhaltsstoffe mit besonderen Eigenschaften (functional feed) eine immer größere Bedeutung. Gleichzeitig drängen immer häufiger Hersteller von Futtermitteln und Futtermittelzusatzstoffen mit arzneimittelähnlichen Ergänzungsfuttermittel, Aromastoffen und Diätergänzungsfuttermittel in die entstanden Marktlücken. Zur Zeit werden ätherische Öle angeboten als Produkte  aus Nelkenöl und die verschiedenen Amex® - Produkte der FirmaEurovloot aus Oregano.

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Literatur:

(1) Mutschler, E.; Arzneimittelwirkungen, Wiss. Verlagsges. Stuttgart, 5 Auflage, S. 573, 1986

(2) Günther, K. D. u. H. Bossow, The effect of etheric oil from oreganum vulgaris in the feed ration of weaned pigs on their daily feed intake, daily gains and food utilisation, Proc. 15 th IVPS Congr. Birmingham, England, 5 - 9 Juli, S. 223, 1998.

(3) Günther, K. D., Bericht über Untersuchungen an Absatzferkeln mit dem Futterzusatzstoff Ropadiar, Institut für Tierphysiologie u. Tierernährung Georg - August - Universität Göttingen.

(4) Akgul a. u. M. Kivanc M., Inhibitory effects of selected Turkisch spices and oregano components on some foodborn fungi;Int. J. Food Microbiol, 6, (3), S. 263 - 268, 1988

(5) Ali-Shtayeh MS, Al-Nuri MA, Yaghmour RM, Faidi YR, Antimicrobial activity of Micromeria nervosa from the Palestinian area, J Ethnopharmacol 1997 Nov;58(3) S.143-147

(6) Valsaraj R, Pushpangadan P, Smitt UW, Adsersen A, Nyman U. Antimicrobial screening of selected medicinal plants from India, J Ethnopharmacol 1997 Oct;58(2) S.75-83

(7) Ali-Shtayeh MS, Yaghmour RM, Faidi YR, Salem K, Al-Nuri MA, Antimicrobial activity of 20 plants used in folkloric medicine in the Palestinian area, J Ethnopharmacol 1998 Apr;60(3) S.265-271

(8) Didry N, Dubreuil L, Pinkas M, Activity of thymol, carvacrol, cinnamaldehyde and eugenol on oral bacteria, Pharm Acta Helv 1994 Jul;69(1) S.25-28

( 9) Omoregbe RE, Ikuebe OM, Ihimire IG, Antimicrobial activity of some medicinal plants extracts on Escherichia coli, Salmonella paratyphi and Shigella dysenteriae, Afr J Med Med Sci 1996 Dec;25(4) S.373-375

(10) Viollon C, Chaumont JP, Antifungal properties of essential oils and their main components upon Cryptococcus neoformans., Mycopathologia 1994 Dec;128(3) S.151-153

(11) Aeschbach R, Loliger J, Scott BC, Murcia A, Butler J, Halliwell B, Aruoma OI Antioxidant actions of thymol, carvacrol, 6-gingerol, zingerone and hydroxytyrosol, Food Chem Toxicol 1994 Jan;32(1) S.31-36

(12) Dzink JL, Socransky SS, Comparative in vitro activity of sanguinarine against oral microbial isolates, Antimicrob Agents Chemother 1985 Apr;27(4) S.663-665

(13) Kivanc M, Akgul A, Dogan A.,Inhibitory and stimulatory effects of cumin, oregano and their essential oils on growth and acid production of Lactobacillus plantarum and Leuconostoc mesenteroides, Int J Food Microbiol 1991 May;13(1) S.81-85

(14) Juven BJ, Kanner J, Schved F, Weisslowicz H., Factors that interact with the antibacterial action of thyme essential oil and its active constituents, J Appl Bacteriol 1994 Jun;76(6) S.626-631

(15) Hitokoto H, Morozumi S, Wauke T, Sakai S, Kurata H., Inhibitory effects of spices on growth and toxin production of toxigenic fungi, Appl Environ Microbiol 1980 Apr;39(4) S.818-822

(16) Beyer, H., Lehrbuch der organischen Chemie, Hirzel Verlag Leipzig, 1986

(17) Rote Liste, 1998

(18) Kraft, W. u. U.M. Dürr (Hrsg.), Katzenkrankheiten, 4. Aufl., Verlag M. &mp; H. Schaper, 1996.

(19) Forth, W., D. Henschler, W. Rummel, Pharmakologie und Toxikologie, 5 Auf l., Wissenschaftsverlag, 1987

(20) Takada M, Agata I, Sakamoto M, Yagi N, Hayashi N., On the metabolic detoxication of thymol in rabbit and man, J Toxicol Sci 1979 Nov;4(4):341-350

(21) Austgulen LT, Solheim E, Scheline RR., Metabolism in rats of p-cymene derivatives: carvacrol and thymol, Pharmacol Toxicol 1987 Aug;61(2):98-102

(22) Lis - Balchin M. u. Deans, SG., Bioactivity of selectet plant essential oils against Listeria monocytogenes, J Appl Microbiol 1997 Jun;82(6):759-762

(23) Azuma Y, Ozasa N, Ueda Y, Takagia N., Pharmakological studies on the ant-inflamatory action of phenolic compounds, J Dent Res 1986 Jan;65(1):53-56

(24) Strolin-Benedetti, M.., Les reactions de conjugiasion dans le metabolisme des medicaments, Act. Chim. Ther., 7, S. 357 - 390, 1980

(25) Ungemach, F. R., Pharmakotherapie des Respirationstraktes, in: Löscher, W., F. R. Ungemach u. R. Kroker, Pharmakotherapie bei Haus und Nutztieren, 3. Aufl., Parey Buchverlag Berlin, 1997

(26) Kroker, R., Desinfektionsmittel, in: Löscher, W., F. R. Ungemach u. R. Kroker, Pharmakotherapie bei Haus und Nutztieren, 3. Aufl., Parey Buchverlag Berlin, 1997

(27) Hapke, H. J. Arzneimitteltherapie, 3. Aufl., Ferdinand Enke Verlag, 1991

(28) Falbe, J. u. M. Regitz (Hrsg.), Römp - Chemie Lexikon, Verlag Thieme Stuttgart New York, 1992

(29) Richter, A., W. Löscher u. W. Witte, Leistungsförderer mit antibakterieller Wirkung: Probleme aus pharmakologisch- toxikologischer und mikrobiologischer Sicht, Der praktische Tierarzt, H. 7, S. 603 - 624, 1994

(30) Klarmann, D., Antibiotika - Resistenzen wichtiger ,Infektionserreger 1996 in Weser - Ems, Dtsch. tierärztl. Wschr. 104, S. 325 - 335, 1997

(31) Wagner, F., Beiträge zu verbesserter Leistung und ökologischer Entlastung, Die Mühle + Mischtechnik, 135, H. 7, S. 214 - 216, 1998




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