Vorbeigen ist besser als Heilen!
Bei bereits klinisch erkrankten Kälbern müssen natürlich zunächst
die Symptome behandelt werden. Hierbei stehen die Bekämpfung
der Kokzidien, die Dämpfung der Entzündungsprozesse sowie
Zuführung von Flüssigkeit, Elektrolyten und Puffersubstanzen im
Vordergrund.
Der einzige sinnvolle Ansatz der Kokzidiose-Kontrolle ist die Unterbrechung
des Lebenszyklus des Parasiten bei Kälbern, die
noch keine Symptome zeigen. Durch eine solche metaphylaktische
Behandlung wird der Ausbruch der klinischen Erkrankung
und die kritische Kontamination der Umwelt verhindert.
Empfohlen wird die Behandlung aller Kälber einer Gruppe 14 Tage nachdem sie in eine Umgebung kommen, in der ein erhöhtes Kokzidiose- Risiko besteht. Es gibt kokzidiozide Mittel zur Metaphylaxe (Kokzidien abtötend), die bereits als Einmalabgabe hochwirksam sind. Den Kälbern wird 1 ml pro 2,5 kg KG Vecoxan® einmalig oral verabreicht.

Kokzidiose ist eine
Krankheit, die durch einzellige Parasiten (Kokzidien) verursacht wird, die im Darm-Trakt leben. Die Spezies, die
die Krankheit herbeiführen,
werden überwiegend
im Dünndarm
gefunden und schädigen
dort die Zellen
der Darmwand. Diese
Zellschädigungen im
Darm sind für die ökonomischen
Schäden
verantwortlich, die mit
Kokzidiose verbunden
werden.
Zum Vorkommen von Kokzidien wurden mehrere Studien durchgeführt. Eine Untersuchung 2006/
2007 in Schleswig-Holstein und der Wesermarsch hat ergeben, dass in mehr als 80 % der
untersuchten Betriebe in beiden Regionen krankmachende Kokzidienarten vorkommen.
Betrachtet wurden die Stall wie auch die Weidehaltung.Diese Ergebnisse werden von
einer weiteren, bundesweit durchgeführten Studie 2007 bestätigt: auch hier sind in
mehr als 73 % der Betriebe krankmachende Kokzidienarten nachgewiesen worden.