animal-health-online®
Redaktion Grosstiere

Zwischenablage01 powered by ...
T O P N E W S ►

Weltpremiere: Zwei Trichinenarten in einem Wildschwein entdeckt

Berlin (aho/lme) – Weltweit wurde jetzt die erste Mischinfektion von Trichinella spiralis und Trichinella pseudospiralis im Wildschwein nachgewiesen. Wie das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) heute in Berlin mitteilt, hat diese Entdeckung Konsequenzen für die Untersuchung von Wildfleisch.

Wie das BfR mitteilt, haben Wissenschaftler des Nationalen Referenzlabors für Trichinellose im Bundesinstitut für Risikobewertung bei einem in Deutschland erlegten Wildschwein eine Trichinenart diagnostiziert, die bislang nur im Ausland und dort zumeist bei fleischfressenden Vögeln und Wildtieren nachgewiesen wurde. Die Arbeitsgruppe um Dr. Karsten Nöckler, Leiter der Fachgruppe Molekulare Diagnostik und Genetik in der Abteilung Biologische Sicherheit des BfR, hat den Parasiten aus dem Fleisch eines Wildschweines isoliert, das auf der Insel Usedom erlegt wurde. Das Tier war sowohl mit dem eingekapselten klassischen Schweineparasiten Trichinella spiralis infiziert als auch mit der nicht eingekapselten Spezies Trichinella pseudospiralis. Eine solche Mischinfektion ist weltweit das erste Mal diagnostiziert worden. Der Fund hat nach Informationen des BfR Auswirkungen auf die Fleischbeschau: Die klassische Untersuchung mit dem Trichinoskop reicht für den Nachweis von Trichinella pseudospiralis nämlich nicht aus.

In Deutschland ist in Wildschweinen bisher nur der Erreger vom Typ Trichinella spiralis gefunden worden. Mit modernen molekularbiologischen und mikroskopischen Methoden konnten die Wissenschaftler am BfR nun nachweisen, dass Wildschweine außerdem mit dem Erreger vom Typ Trichinella pseudospiralis infiziert sein können. Wildschweine sind Allesfresser. Vermutlich gelangt der Erreger in das Tier, wenn es infizierte Kadaver verendeter Wildtiere oder Vögel frisst. Während Tiere mit Trichinenbefall keine Krankheitssymptome zeigen, können sowohl Trichinella spiralis als auch Trichinella pseudospiralis beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen. Im konkreten Fall wurde im Muskelfleisch des Wildschweines eine sehr hohe Parasitenkonzentration mit mehr als 900 Larven gefunden.

Obwohl die deutschen Hausschweinbestände trichinenfrei sind, erkranken in Deutschland immer wieder Menschen an der Trichinellose. Ursache für eine Infektion mit dem Parasiten ist meist der Verzehr von Produkten wie Rohwurst oder Mett, die aus Schweinefleisch ausländischer Herkunft hergestellt wurden. Eine zweite Quelle sind Rohwurst, roher Schinken oder Mett aus dem Fleisch von infizierten Wildschweinen. Larven, die auf diesem Weg aufgenommen wurden, entwickeln sich in der Dünndarmschleimhaut des Menschen zu Würmern, deren Larven sich anschließend im Muskelgewebe „einnisten“. Die Erkrankung beginnt mit Magen-Darm-Beschwerden und geht später mit allergischen Symptomen und Fieber einher. Ödeme bilden sich aus und es kommt zu Muskelschmerzen. Die Infektion kann tödlich verlaufen, vor allem, wenn die Zwerchfellmuskulatur oder der Herzmuskel betroffen sind.

Die Trichinenuntersuchung ist deshalb Pflicht und wird im Rahmen der Fleischuntersuchung durchgeführt. Der Fund von Usedom bedeutet, dass Wildschweinfleisch künftig auch auf einen Befall mit Trichinella pseudospiralis untersucht werden muss. Hierfür reicht die klassische Untersuchung mit dem Trichinoskop nicht aus: Im Gegensatz zu Trichinella spiralis fehlt Trichinella pseudospiralis nämlich die typische Kollagenkapsel. Die Larven können deshalb leicht mit Muskelfasern verwechselt werden. Sicher entdeckt wird ein Befall mit diesem Erreger nur durch die Untersuchung von künstlich vorverdauten Proben unter dem Mikroskop. Dort sind die einzelnen Larven dann deutlich sichtbar. Jäger sollten das Fleisch der von ihnen erlegten Tiere, bevor sie es verzehren oder zum Verzehr abgeben, daher von Einrichtungen untersuchen lassen, die diese Nachweismethode Beherrschen, mahnt das BfR.

Zwar ist die Wahrscheinlichkeit eines Trichinellenfundes beim Wildschwein in Deutschland mit 1:50.000 eher niedrig. Wenn das Fleisch eines infizierten Tieres in den Verkehr kommt, sind die Konsequenzen aber gravierend, weil sich zumeist mehrere Menschen infizieren und erkranken.

Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung werden in Kürze in der wissenschaftlichen Zeitschrift Veterinary Parasitology veröffentlicht, heißt es in einer Meldung des BfR.

Suche



Datenschutzerklärung

TOPIC®-Klauen-Emulsion und Gel: Bei Mortellaro Präparate ohne Wartezeit einsetzen! DSC_0014

Die Folgen der kastrationslosen Ebermast: Ungenießbares Eberfleisch stört das Vertrauen der Verbraucher

Fragen und Antworten zur 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes.

Antibiotikaverbräuche in Human- und Veterinärmedizin: Was ist viel & Und wer verbraucht "viel"?



logo-rathjens

Topic-Logo

tierbestand12-13

Penisbeißen in der Ebermast: ... sofort rausnehmen, sonst ist da die Hölle los! Penis_Zeller_Beringer_02

Das arttypische Verhalten der Eber sorgt für Unruhe in der Ebermast.



Bis zu 1 % ungenießbare Stinker: 24.000.000 kg Schweinefleisch in die Tonne?

Antibiotikaverbräuche in der Tierhaltung: Genau hinschauen lohnt sich

Tunnelblick: Stinkefleisch ist nicht das einzige Problem der Ebermast

Eberfleisch mit Geschlechtsgeruch: "Ich befürchte, dass der Fleischkonsum schleichend zurückgeht"


gesundheit

Interaktive Tierseuchenkarte




Isofluran-Gasnarkose
Ferkelkastration, Ebermast, Eberimpfung
Verbraucherschutz: Paratuberkulose & Morbus crohn
Toxoplasmose bei Schweinen, Geflügel und Menschen
Botulismus
Morbus Crohn durch Mykobakterien: Ein Verdacht wird zur Gewissheit
Topic®-Emulsionspray und Gel decken ab, lösen Verkrustungen, trocknen aus und sind gegen Bakterien und Pilze konserviert. Die Topic®-Produkte neutralisieren den tierspezifischen Eigengeruch und Gerüche von Entzündungssekreten z.B. beim Zwischenschenkelekzem, Sommerekzem, Kannibalismus, Mauke, Huf- oder Klauenveränderungen. Der versorgte Bereich wird so für Insekten (Fliegen) wenig attraktiv. Die Emulsion und das Gel können auch unter Verbänden und im Zwischenschenkelbereich von Kühen eingesetzt werden.

Zoonosen



Beliebte Beiträge



Morbus Crohn & ParaTb



Prof. Borody im Interview bei YouTube.