Grüne erklären Mettbrötchen zur „tickenden Bombe“ +++ ESBL-Keime auch auf Bio-Ware
Berlin/Osnabrück (aho) – Schweinemett, gelegentlich auch einmal scherzhaft als „Bauarbeitermarmelade“ bezeichnet, darf auf vielen Partys und Buffets in Form von Mettbrötchen nicht fehlen. Jetzt hat die Grünenfraktion des Deutschen Bundestages Mett auf sogenannte ESBL-Keime untersuchen lassen. Die insgesamt 50 Proben wurden in zehn Städten gezogen. Fündig wurde man in acht Proben, unter anderem aus einer Bäckerei in Osnabrück sowie aus Discountern in Hamburg und Köln. Zudem in Mett aus Leipzig, München und Essen. Der agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, hält die Entwicklung für dramatisch: „Antibiotikaresistente Keime auf roh verzehrtem Fleisch sind eine tickende Bombe“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
ESBL-Keime erzeugen ein verändertes Enzym der Beta-Laktamase, welches Antibiotika wie Penicilline und bestimmte Cephalosporine inaktiviert. ESBL-produzierende Bakterien verursachen ein weites Spektrum an humanen Erkrankungen wie Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen oder Sepsis. Bisher wird in der Wissenschaft der Mensch als hauptsächliches Reservoir für ESBL-produzierende Bakterien angesehen. Daneben werden die antibiotikaresistenten Keime auch bei Hunden und Katzen und auf rohem Fleisch nachgewiesen. Im Februar letzten Jahres berichtete Stern TV unter dem Titel „Test mit erschreckenden Ergebnissen: stern TV findet Keime in Biofleisch“ von ESBL-Keimen auf Schweine- und Geflügelfleisch aus Ökoproduktion, die mit den strengen Siegeln von Demeter, Bio- und Naturland. In 19 von 38 Stichproben wurden ESBL-positive Keime gefunden. In Schweinefleisch wurden die Keime in zwei von zehn Proben nachgewiesen. Besonders beunruhigend, so Stern TV: In Bio-Hähnchenfleisch wurden in 17 von 28 Proben Erreger gefunden!
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