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Hunde regelmäßig entwurmen: Infektion mit Hundebandwurm auch in Deutschland möglich

hundebandwurm[Foto: CDC/ Dr. Peter M. Schantz] Wiesbaden / Berlin (aho) – Auch in Deutschland können Hunde offenbar weiterhin Überträger des Hundebandwurms sein. Dies hat eine Untersuchung von Medizinern der Universitätskliniken Düsseldorf, Ulm und Stuttgart ergeben. Bis in die 1960er Jahre war Deutschland als Quelle für Infektionen „Dreigliedrigen Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) – oft einfach nur als „Hundebandwurm“ bezeichnet – bekannt. Durch verbesserte Hygienestandards konnte die Zahl der Infektionen gesenkt werden. So stecken sich Hunde heute nur noch selten an Organen infizierter Nutztiere wie Rindern oder Schafen an. Ob die Erreger in Deutschland trotzdem weiter auf den Menschen übertragen werden, war lange Zeit unklar. Die Analyse bestätigt nun die Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin, dass sich etwa jeder 6. Patient in Deutschland hierzulande infiziert.

Der Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) infiziert weltweit jährlich zwischen 100.000 und 300.000 Menschen. Hauptüberträger sind Hunde, die die Bandwurmeier aus dem Darm ausscheiden. „Regelmäßiger Kontakt mit Hunden ist deshalb der Hauptrisikofaktor für eine Ansteckung. Die Eier können aber auch indirekt übertragen werden, z.B. durch Kontakt mit verunreinigten Gegenständen. Selbst Fliegen oder Kakerlaken können Bandwurmeier weiterverbreiten, wenn sie Kontakt mit verseuchtem Hundekot hatten und dann Lebensmittel verunreinigen“, warnt Dr. Peter Walger vom Bundesverband Deutscher Internisten e.V..

Hundehalter sollten deshalb ihren Liebling regelmäßig entwurmen lassen. „Besonders im Ausland empfiehlt es sich, Kontakt mit streunenden Hunden zu meiden und auch den eigenen Hund von fremden Artgenossen fern zu halten. Hauptverbreitungsgebiete von Echinococcus granulosus sind Regionen in Südamerika, Nordafrika, Australien und Neuseeland. Aber auch im europäischen Ausland wie in den Mittelmeerländern und dem Balkan kann er gehäuft vorkommen – vor allem dort, wo viele Weidetiere gehalten werden“, sagt Dr. Walger. Innerhalb Deutschlands besteht jedoch zu übertriebener Sorge kein Anlass. Hundebandwurm-Infektionen sind hier relativ selten: Rund 70 neue Fälle werden dem RKI jährlich gemeldet. „Die tatsächliche Zahl dürfte aber höher liegen, denn Hundebandwurm-Infektionen können leicht mit denen des Fuchsbandwurms verwechselt werden. Außerdem bleiben viele Infektionen unauffällig“, so der Infektionsmediziner der Universitätsklinik Bonn. Wie viele Hunde in Deutschland mit dem Hundebandwurm infiziert sind, ist unbekannt.

Der Hundebandwurm befällt in erster Linie Leber und Lunge. Bis die ersten Krankheitszeichen, z.B. Bauchschmerzen, auftreten kann es allerdings Monate oder Jahre dauern. In vielen Fällen verläuft eine Infektion sogar völlig ohne Symptome. Der Hundebandwurm ist damit weniger gefährlich als der Fuchsbandwurm, der in seltenen Fällen ebenfalls durch Hunde übertragen werden kann.

2 Kommentare, Kommentar oder Ping

  1. Oft haben Hundehalter Angst, dass es dem Hund nicht gut tut ihn regelmäßig zu entwurmen. Dabei ist ein Parasitenbefall sicherlich sehr unangenehm für den Hund. Das Tückische ist wie in dem Beitrag oben beschrieben, dass viele Erkrankungen nach außen hin nicht auffallen. Ich denke hier sollten Hundefans lieber regelmäßig entwurmen, als sich und dem Hund dem Risiko eines Parasitenbefalls auszusetzen.

Reply to “Hunde regelmäßig entwurmen: Infektion mit Hundebandwurm auch in Deutschland möglich”

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