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Schimmelnder Kot, kein Trinkwasser: 29 Boas vegetierten in Plastikbehältern; sieben verhungert

Ludwigshafen am Rhein/ Bobenheim (aho) – Als „stark abgemagert, ausgetrocknet und unterkühlt“ beschreibt die Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises den Zustand von 29 Schlangen, die ihr Veterinäramt aus einer Privatwohnung in Bobenheim-Roxheim gerettet hat. Für sieben weitere Schlangen sei ohnehin schon jede Hilfe zu spät gekommen. Die verhungerten Tiere hätten in Plastikbehältern unter dem Bett des Halters gelegen, so der Bericht.

Wie die Behörde berichtet, hatte ihr eine Verwandte des Tierhalters gemeldet, dass dieser sich in einer Klinik befinde und niemand dessen Boas versorgen könne. Beim anschließenden Ortstermin habe man die Reptilien dann in einem Regal vorgefunden. Dort seien sie in Plastikbehältern buchstäblich gelagert gewesen und hätten ihr Leben zwischen verschimmelten Kotanhäufungen und schmutzigem Zeitungspapier fristen müssen. Eine artgerechte Ausstattung mit Heizung, Wärmelampe und Badebecken habe ebenso gefehlt wie eine angepasste Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Auch Trinkwasser sei nicht vorhanden gewesen, und der katastrophale Zustand der Tiere deute darauf hin, dass sie über Monate nicht mehr gefüttert wurden.

Wie viele der weggenommenen Schlangen tatsächlich überleben, sei offen. Nach Angaben der Fachleute könne es bei solch desolaten Zuständen durchaus passieren, dass der Organismus nicht wieder in Gang kommt, die Tiere die Futteraufnahmen verweigern oder trotz eines Zwangsfütterungsversuches verenden.

Die Notaufnahme einer so großen Anzahl an Schlangen stelle für das Veterinäramt eine große Herausforderung dar. Tierheime hätten in aller Regel keine Kapazitäten für die stationäre und auch längerfristige Unterbringung von mehreren Schlangen. Außerdem bedürfe es eines Reptilienspezialisten, der mit den Bedürfnissen der Schlangenarten aber vor allem auch dem „Aufpäppeln“ kranker und verwahrloster Schlangen vertraut sei. Bei einem solchen würden sie nun außerhalb der Kreisgrenzen auf privater Basis gepflegt. Die Kosten dafür strecke der Kreis vor; letztlich müsse aber der nachlässige Halter dafür aufkommen.

Kein Einzelfall

Bei der geschilderten Begebenheit handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall: In einem anderen Anwesen haben die Amtstierärzte neulich sieben weitere Boas in schlechtem Zustand vorgefunden und ihrem Besitzer weggenommen. Als Hintergrund vermutet die Behörde, dass mit speziellen Boa-Arten noch vor einigen Jahren offenbar „das „große Geschäft“ zu machen gewesen sei, mittlerweile aber nicht mehr. Die Anbieter der Tiere fänden keine Abnehmer mehr und seien außerstande, für die fortwährend hohen Futterkosten aufzukommen. Dafür riskierten sie dann – wie im vorliegenden Fall – ein Strafverfahren.

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