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Rheinland-Pfalz: Jeder fünfte Fuchs vom Kleinen Fuchsbandwurm befallen

fuchs_200Koblenz (LUA) – Der Kleine Fuchsbandwurm gilt in Mitteleuropa als der für den Menschen gefährlichste Parasit überhaupt: Unbehandelt endet eine Infektion fast immer tödlich. Hauptüberträger des Bandwurms sind Füchse. Um zu überprüfen, in welchem Ausmaß rheinland-pfälzische Füchse befallen sind, untersuchte das Landesuntersuchungsamt (LUA) im vergangenen Jahr 426 verendete oder tot aufgefundene Tiere. Ergebnis: Bei 94 Füchsen (22,1 Prozent) wurde der Kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) nachgewiesen.

Die aktuellen Nachweiszahlen liegen in etwa im langjährigen Mittel. Bei der Untersuchung von insgesamt 7.452 Füchsen in den Jahren 1991 bis 2002 waren insgesamt 22,9 Prozent der Tiere mit Echinococcus multilocularis befallen. In den Jahren 2007 bis 2009 lag die Befallsrate bei der Untersuchung von 2.734 Tieren bei 23,3 Prozent. Dabei traten in den einzelnen Jahren teilweise deutliche Schwankungen in der Nachweishäufigkeit auf.

Das Problem für den Menschen sind weniger die befallenen Füchse selbst, sondern vielmehr ihre Hinterlassenschaften: Mit dem Kot scheiden die Tiere infektiöse Eier des Fuchsbandwurms aus und können dabei Pilze, Beeren oder Fallobst in Bodennähe verunreinigen. Über diese Lebensmittel können sich dann auch Menschen infizieren. Bei einer Infektion kann es zur lebensbedrohlichen und unheilbaren alveolären Echinokokkose kommen. Die Symptome – meist Schmerzen im Oberbauch und Funktionsstörungen der Leber – treten unter Umständen erst Jahre nach der Ansteckung auf. Erkrankte müssen lebenslang Medikamente einnehmen.

Gefährdet sind besonders Förster, Jäger, Waldarbeiter oder Landwirte. Bei der Arbeit im Garten sollten Handschuhe getragen und anschließend die Hände gründlich gewaschen werden. Nahrungsmittel aus Wald, Feld und Garten sollten vor dem Verzehr gründlich unter fließendem Wasser abgewaschen werden. Die Eier des Kleinen Fuchsbandwurms werden sicher abgetötet, wenn Lebensmittel auf mindestens 60 Grad erhitzt werden. Das Einfrieren dagegen überstehen die Eier über Monate hinweg unbeschadet.

Mit dem Bandwurm infizieren können sich nicht nur Füchse, sondern auch Hunde und Katzen, wenn sie Mäuse fangen. Die Haustiere sind zwar nur selten Träger des Parasiten – wegen ihrer Nähe zum Menschen ist aber trotzdem Vorsicht geboten. Sie sollten im Abstand von maximal sechs Wochen unter tierärztlicher Aufsicht entwurmt werden.

Hintergrund:

Der Kleine Fuchsbandwurm wird so genannt, weil er nur etwa drei Millimeter groß ist. Dafür ist die Zahl der Würmer pro Fuchs gigantisch: Es können bis zu 200.000 sein. Befallene Füchse zeigen selbst keine Krankheitssymptome, scheiden aber etwa alle 14 Tage infektiöse Eier mit dem Kot aus. Da dieser häufig noch unverdaute pflanzliche Anteile enthält, ist er als Nahrungsquelle für Mäuse interessant. Diese nehmen die Parasiteneier auf und werden so zum Zwischenwirt. Frisst ein gesunder Fuchs eine solche Maus, wird beim Verdauen im Magen ein Zwischenstadium des Bandwurms freigesetzt. Dieses gelangt in den Darm und entwickelt sich dort wieder zu einem vollständigen Bandwurm, dessen Eier der Fuchs dann wieder mit dem Kot ausscheidet.

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