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406 Millionen Verbraucher: Großes Potenzial für deutsches Fleisch im Osten

L P D – Für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft hat die Fleischerzeugung mit einem Anteil von 24 Prozent einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert. Dabei wächst die Schweinefleischerzeugung weiter, Exporte spielen nach Angaben des Landvolkes Niedersachsen mittlerweile eine entscheidende Rolle. Neue Märkte, vor allem in Süd- und Osteuropa, lassen dafür noch großes Potenzial erwarten, meinten Experten kürzlich beim Bauerntag des Vereins zur Förderung der bäuerlichen Veredelungswirtschaft (VzF) gemeinsam mit dem Niedersächsischen Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft (NieKE) in Verden. Deutschland sei mittlerweile „Europameister“ beim Export von Schweinefleisch, sagte Stefan Reiter, Geschäftsführer der German Meat GmbH in Bonn. Zwar gingen zurzeit 75 Prozent der Ausfuhren in andere EU-Länder, doch in Süd- und Osteuropa mit 406 Millionen Verbrauchern sah er wichtige Absatzmärkte der Zukunft. Schon jetzt sei Russland nach Italien der größte Abnehmer von deutschem Schweinefleisch. Allein in die Beitrittsländer der EU hätten sich die Exporte von Schweinefleisch seit 2004 um 350 Prozent erhöht, unterstrich Reiter deren Bedeutung. Aber auch die Ukraine sei neben Schweden, China, Rumänien und Kasachstan ein besonders interessanter Zukunftsmarkt. Derzeit lote die German Meat mit verschiedenen Aktivitäten wie Marktstudien, Unternehmerreisen und Messebeteiligungen die Möglichkeiten auf diesen Märkten aus. Kritik übte Reiter an der staatlichen Absatzförderung für Fleisch. Sie liege in Deutschland weit unter dem Niveau der Hauptkonkurrenten.

Absatzpotenzial sah Helmut Brachtendorf, Geschäftsführer der Agrikom Fachagentur für Agrarkommunikation in Bonn, auch auf dem deutschen Markt. Dafür brauche die deutsche Fleischbranche aber ein neues Kommunikationsmanagement. Nach dem „Aus“ für die CMA sei hier ein Vakuum entstanden. Seither überwögen in der Berichterstattung über die Fleischwirtschaft, ihre Produktionsmethoden und ihre Produkte die negativen Inhalte. Dem werde die Branche mit gemeinsamen Aktivitäten durch den am 1. Juni gegründeten Verein „WIR erzeugen Fleisch“ entgegentreten. Brachtendorf machte bei den Verbrauchern einen großen Erklärungsbedarf aus, auf den die neue Fleisch-PR ausgerichtet werde. Ziel sei, Kritik zu entkräften, das Wissen zu vertiefen und schließlich einen Dialog zu erzeugen, etwa über das Internet. Als Instrumente nannte Brachtendorf neben regelmäßigen Presseinformationen und anlassbezogenen positiven Botschaften insbesondere die persönliche Ansprache der Redaktionen durch Redaktionsbesuche und Journalistenworkshops sowie Events. Kommuniziert werden müssten die Begriffe Genuss, Qualität und Sicherheit, aber auch die Vorzüge moderner Produktionsmethoden unter Betonung des Verbrauchernutzens. Brachtendorf war zuversichtlich, künftig wieder mehr positive Berichterstattung über das Fleisch in den Medien zu finden.

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