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Zum Tollwuttod einer Schweizerin in Australien

(BVET) – Vor einigen Tagen ist eine in Australien lebende Schweizerin in Queensland an Tollwut gestorben. Die junge Frau war vor zwei Jahren von einem Flughund gebissen worden. Flughunde sind grosse FledermĂ€use, die von FrĂŒchten leben. Der tragische Fall, der von den Schweizer Medien aufgenommen wurde, hat verunsicherte Personen zu Telefonanrufen bei der Schweizerischen Tollwutzentrale am Tierspital Bern veranlasst. Die Tollwutzentrale und das Bundesamt fĂŒr VeterinĂ€rwesen rufen deshalb die notwendigen Vorsichtsmassnahmen in Erinnerung.

Die durch FĂŒchse ĂŒbertragene Tollwut ist in der Schweiz praktisch verschwunden. Jedoch muss weiterhin daran gedacht werden, dass auch FledermĂ€use Tollwut haben können. Die in diesen Tieren auftretenden Tollwutviren unterscheiden sich von denen der FĂŒchse oder Hunde, sind aber fĂŒr Mensch und Tier ebenfalls gefĂ€hrlich. Fledermaustollwut ist Ă€usserst selten, kann aber aufgrund der hohen MobilitĂ€t der FledermĂ€use ĂŒberall auftreten. In der Schweiz sind bisher in den Jahren 1992 und 1993 zwei tollwĂŒtige FledermĂ€use gefunden worden. In beiden FĂ€llen war es nötig, Menschen, die mit den zwei Tieren Kontakt hatten, gegen Tollwut zu impfen. Aufgrund der langen Inkubationszeit, das heisst dem Zeitpunkt zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit, ist es nĂ€mlich möglich, einen Impfschutz nach einer Übertragung des Virus aufzubauen. Der tragische Tod der jungen Frau in Australien wĂ€re mit einer rechtzeitigen Impfbehandlung zu vermeiden gewesen. Bezogen auf die Situation in der Schweiz besteht kein Grund zur Panikreaktionen gegenĂŒber den – notabene geschĂŒtzten FledermĂ€usen.

Folgende Vorsichtsmassnahmen sind jedoch zu beachten:

1. FledermĂ€use sollen nicht unnötigerweise berĂŒhrt werden.

2. Tot oder verletzt gefundene FledermĂ€use mĂŒssen einer Fachstelle gemeldet und allenfalls auf Tollwut untersucht werden. Eine Untersuchung ist dann unerlĂ€sslich, wenn ein Mensch Kontakt mit der Fledermaus hatte.

3. Personen, die von einer Fledermaus gebissen werden, mĂŒssen – falls das Tier nicht untersucht werden kann – unbedingt gegen Tollwut geimpft werden.

4. Wer regelmÀssig mit FledermÀusen zu tun hat, soll sich gegen Tollwut impfen lassen.

Die Fachstellen fĂŒr Fledermausschutz und Tollwut in der Schweiz arbeiten eng zusammen.

AuskĂŒnfte erteilen: Die Koordinationsstellen West (Genf) und Ost (ZĂŒrich), sowie die Schweizerische Tollwutzentrale an der UniversitĂ€t Bern (Tel. 031 / 631 23 78)

Bern, den 18. Dezember 1998 Bundesamt fĂŒr VeterinĂ€rwesen der Schweiz Presse- und Informationsdienst

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