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Pferde: Höchste Qualitätsansprüche an Heu, Stroh und Silage

(aid) – Einen Schwerpunkt artgerechter Pferdefütterung stellt insbesondere die ausreichende Versorgung mit strukturierten Rauhfuttermitteln dar. Dies ist nicht nur wichtig für die Psyche der Pferde, sondern insbesondere für die Regulation der Nahrungsaufnahme und den Ablauf der Verdauungsvorgänge. Der Schwerpunkt liegt heute bei der Verfütterung von Heu und Stroh mit zunehmender Tendenz zu Ballensilagen. Empfohlen wir eine Menge von 0,5 bis 1 kg Rauhfutter je 100 Kilogramm Körpergewicht. Neben der ausreichenden Menge ist jedoch insbesondere die einwandfreie Qualität Voraussetzung für gesunde, leistungsbereite Tiere. Dr. Lutz Ahlswede vom Institut für Tiergesundheit, Milchhygiene und Qualitätssicherung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe berichtet in der Zeitschrift „Der praktische Tierarzt“ über den Problemkreis Heu, Stroh und Ballensilage. Zunächst ist es wichtig, dass die Mindestanforderung(0,5 kg/100 kg Körpergewicht) nicht allein durch Stroh gedeckt wird. Großpferde sollten pro Mahlzeit nicht mehr als 2 kg Stroh aufnehmen, bei Leistungspferden sollten die Gaben von Heu und Ballensilagen die Aufnahme von Stroh uninteressant machen. Dabei spielt die Menge ebenso eine Rolle wie die mindestens zweimal tägliche Zuteilung. Eine gemäßigte Strohaufnahme kann ein artspezifisches Regulativ zum Abbau von Stress und zum Ausgleich mechanischer Sättigung darstellen. In Pferdebeständen kommt es häufig über Reize durch Pollen und Staub zu chronischen Erkrankungen der Atemwege, insbesondere nach Infektionen. Zeit- und Witterungsfaktoren, ebenerdige Lagerung sowie maschinelle Handhabung führten – neben der Förderung nach Staubfreiheit – häufig zum Wechsel von Heu zur sogenannten Ballensilage. „Sogenannt“, weil das Grasmaterial in vielen Chargen nicht oder nur wenig wirklichen Siliervorgängen unterworfen wurde. Häufig wird Heu oder etwas feuchtes Heu zwecks besserer Lagerung mit Folie umwickelt. Ballen mit 35 bis 50 % Trockenmasse, in denen Silierprozesse ablaufen können und zu einem angenehm säuerlichen, frucht- oder brotartigem Geruch führen, sind nicht so häufig vorzufinden. Beim Öffnen zeigen sich verschimmelte oder verpappte Bereiche, die unbedingt verworfen werden müssen. Ballensilage erfordern gute Kenntnisse und Sorgfalt, um eine sensorische Beurteilung durchführen zu können und die Eignung als Pferdefutter festzustellen.

aid, Friederike Eversheim

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