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Wissenschaftler beklagen massiven Antibiotikaeinsatz in der Kleintierpraxis

Søborg / Kopenhagen (aho) – Dänische Wissenschaftler weisen im Fachjournal „Emerging Infectious Diseases“ auf den erstaunlich hohen Antibiotikaverbrauch in der Kleintierpraxis zur Behandlung von Hunden und Katzen hin. Während man durch das Verbot der antibiotischen Leistungsförderer den Antibiotikaverbrauch bei landwirtschaftlichen Nutztieren in Dänemark in den letzten Jahren um 50% reduziert habe, wĂĽrden in der Kleintierpraxis selbst solche Antibiotika (Fluorchinolone, Cephalosporine) unkontrolliert eingesetzt, die essentiell fĂĽr die Humanmedizin seien. Resistente Krankheitserreger, die durch den Einsatz bei Hunden und Katzen selektiert wĂĽrden, hätten es leicht zum Menschen zu gelangen, da Mensch und Tier eng in einer gemeinsamen Umwelt (Wohnung) lebten. Zudem sei es in mehreren Studien bewiesen worden, dass resistente Krankheitserreger vom Tier zum Menschen gelangen. Viele Menschen hätten Kontakt zu Hunden und Katzen. So lebten in jeder fĂĽnften dänischen Familie ein oder mehrere Hunde und in 16 % der Familien ein oder mehrere Katzen.

Die im „Kleintierbereich“ verbrauchten Antibiotikamengen seien beachtlich. So seien im Jahre 2003 von den etwa 53 kg Fluorchinolonen etwa die Hälfte (24 kg) bei Hunden und Katzen verbraucht worden. Ă„hnlich hoch sei der Verbrauch von Cephalosporinen in der Kleintierpraxis. Hier seinen mit 254 kg und einem Gesamtverbrauch vom 461 kg mehr als die Hälfte diese Antibiotikums in der Kleintierpraxis verbraucht worden.

Diese Verbrauchszahlen mĂĽsse vor der relativ geringen Zahl von Hunden und Katzen zu sehen. Offensichtlich konsumierten in Dänemark 550.000 Hunde und 650.000 Katzen genauso viele Fluorchinolone und Cephalosporine wie 23 Millionen Schlachtschweine, 130 Millionen Masthähnchen und 1,2 Millionen Rinder (Mast – u. Milchvieh).

Die Situation dürfte nach Meinung der Wissenschaftler in anderen europäischen Ländern ähnlich sein. Während man in der Landwirtschaft durch eine Vielzahl von Maßnahmen versuche, die Verbreitung von antibiotikaresisten Keimen über die Nahrungskette und die Umwelt zu minimieren, würden in der Kleintierpraxis Antibiotika ungebremst und unkontrolliert verordnet.

Ole E. Heuer, Vibeke Frøkjær Jensen, and Anette M. Hammerum Antimicrobial drug consumption in companion animals Emerging Infectious Diseases Volume, February 2005, 11, Number 2, pp: 344 – 345

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