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Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger in der Humanmedizin

(idw) – Antibiotikaresistente Staphylokokken sind bedeutende Erreger von Infektionen in Einrichtungen des Gesundheitswesens. „Die deutliche Zunahme dieser so genannten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) in den letzten Jahren ist Besorgnis erregend. Die EindĂ€mmung gelingt nur, wenn alle Beteiligten bewĂ€hrte PrĂ€ventionsstrategien konsequent umsetzen“, betont Reinhard Kurth, PrĂ€sident des Robert Koch-Instituts. Das RKI hatte kĂŒrzlich Vertreter der Krankenhausgesellschaften und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zu einem FachgesprĂ€ch zum Thema MRSA eingeladen und berichtet ĂŒber die Ergebnisse im Epidemiologischen Bulletin 5/2005. Strategien gegen die weitere Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in Europa sind Thema im Februarheft des Bundesgesundheitsblattes. Dort erscheint der Report ĂŒber einen Workshop der Weltgesundheitsorganisation, der im RKI veranstaltet und vom Bundesministerium fĂŒr Gesundheit und Soziale Sicherung mitfinanziert worden ist.

Durch den breiten Einsatz von Antibiotika hat Staphylococcus aureus Resistenzen gegen die „Standardantibiotika“ Oxacillin bzw. Methicillin (deshalb MRSA) entwickelt. Auch in der ambulanten Praxis hĂ€ufig eingesetzte Chemotherapeutika wie Fluorchinolone sind gegenĂŒber diesem Erreger in der Regel nicht wirksam. Die Resistenz schrĂ€nkt so die Behandlungsmöglichkeiten im Einzelfall erheblich ein und begĂŒnstigt ihrerseits die weitere Verbreitung. Besondere Risiken bedeuten MRSA vor allem in chirurgischen Intensivstationen. Der Erreger verursacht dort insbesondere LungenentzĂŒndungen, Wundinfektionen und SeptikĂ€mien (Blutvergiftungen).

Von 1995 bis 2001 gab es nach einer Untersuchung der Paul-Ehrlich- Gesellschaft aus dem Jahre 2001 einen Anstieg des Anteiles von MRSA an allen Staphylococcus-aureus-Isolaten von 8 auf 20%. Die HĂ€ufigkeit von MRSA ist in Spanien, Portugal, Frankreich, England und Italien schon deutlich höher. Die niedrigen MRSA-Raten in den Niederlanden und in Skandinavien (kleiner als 2 %) zeigen dagegen, dass eine konsequente Umsetzung von MRSA-PrĂ€ventionsstrategien in der Lage ist, die Ausbreitung einzudĂ€mmen. „Ein konsequentes MRSA-Management resultiert nicht nur in vermindertem Leid der betroffenen Patienten, sondern zahlt sich auch betriebswirtschaftlich aus, weil die hohen, mit dem MRSA-Problem verbundenen Kosten fĂŒr Therapie und Pflege der Patienten sinken“, unterstreicht Kurth. In Deutschland zeigen mehrere Erhebungen, dass die HĂ€ufigkeit von MRSA in KrankenhĂ€usern sehr unterschiedlich ist.

Richtlinien zur PrĂ€vention und Kontrolle von MRSA liegen in Form von Empfehlungen der Kommission fĂŒr Krankenhaushygiene und InfektionsprĂ€vention beim RKI vor. Sie basieren auf vier grundlegenden Strategien: die Erfassung des Problems durch Diagnostik und Bewertung der Befunde gemĂ€ĂŸ § 23 Infektionsschutzgesetz, die strikte Umsetzung etablierter Hygienemaßnahmen, die „Sanierung“ von MRSA-TrĂ€gern (die das resistente Bakterium auf der KörperoberflĂ€che tragen und noch nicht erkrankt sind) und dem kontrollierten Einsatz von Antibiotika (je seltener Bakterien mit Antibiotika in Kontakt kommen, desto weniger breiten sich resistente Erreger aus). „Gerade dem letzten Aspekt muss in Zukunft noch grĂ¶ĂŸere Aufmerksamkeit gewidmet werden“, fordert Reinhard Kurth.

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