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Schleswig-Holstein startet Pilotprojekt gegen Katzenelend

drei_katzen_01.jpgKiel (pm) -Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Land, Tierschutzverbänden und Tierärzteschaft haben heute (13. Oktober) in Kiel eine Vereinbarung zum gemeinsamen Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein unterzeichnet.

„Wir wollen die Halterinnen und Halter von Katzen motivieren, ihre Tiere kastrieren, chippen und in einer Datenbank erfassen zu lassen. Sie tragen auf diese Weise dazu bei, dass Populationen freilebender Katzen in Schleswig-Holstein wieder kleiner werden und das Leiden der Tiere abnimmt. Dies ist zugleich ein Beitrag zum Schutz von Wildvögeln und Kleintieren.“ sagte Staatssekretärin Dr. Silke Schneider bei der Unterzeichnung.

Das landesweite Pilotprojekt knüpft an Erfahrungen mit einem Modellvorhaben im Kreis Nordfriesland an. In drei Aktionen – vom 15. Oktober bis 14. November 2014, vom 15. Februar bis 31. März 2015 und vom 1. bis 30. September 2015 – wird die Kastration von Katzen unter bestimmten Kriterien finanziell unterstützt. Die Zeiträume sind so gelegt, dass möglichst keine trächtigen Tiere zum Tierarzt gebracht werden.

Dr. Jens-Peter Greve, Präsident der Tierärztekammer Schleswig-Holstein sagte: „“Nachdem im Kreis Nordfriesland mit einem Modellprojekt seit einigen Jahren gute Erfahrungen gemacht werden, könnte dies auch landesweit funktionieren. Wir starten mit einem Probelauf noch in diesem Jahr, um das Katzenelend landesweit zeitnah anzugehen und ebenfalls mit dem Ziel, dass die Abläufe zur Frühjahrsaktion 2015 eingespielt sind.““

Männliche wie weibliche Tiere sollen gleichermaßen kastriert werden, die Kastration der weiblichen Tiere wird aufgrund der höheren Kosten jedoch stärker finanziell unterstützt. Ziel sind 5.000 kastrierte weibliche Katzen innerhalb eines Jahres. Zum Ende des Jahres 2015 wird das Pilotprojekt evaluiert.

Jochen Nielsen, Stellvertretender Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages (SHGT) ergänzt: „“Die Kommunale Familie steht mit ihren drei Spitzenorganisationen vollends hinter dem Projekt. Uns geht es darum, die Fundtierkosten der Kommunen zu senken und die Verwaltungen zu entlasten.““ Neben dem SHGT gehören der Schleswig-Holsteinische Landkreistag und der Städteverband Schleswig-Holstein zu den kommunalen Spitzenorganisationen.

Holger Sauerzweig-Strey Vorsitzender des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Schleswig-Holstein e.V. und Willy Sandvoß vom Landestierschutzverband Schleswig-Holstein e.V. sagten: „Von Seiten der Tierschutzverbände begrüßen wir das gemeinsame Vorgehen im Lande. Wir versprechen uns davon auf längere Sicht eine Entlastung der Tierheime. Die Probleme, die von großen Populationen freilebender Katzen ausgehen – kranke und schlecht versorgte Tiere – sind regional teilweise sehr drängend.“

Hintergrund:

In Schleswig-Holstein leben rund 75.000 freilebende Katzen. Die frei lebenden Katzen werden auf der Suche nach Nahrung nicht immer fündig, ein Teil der Tiere ist krank oder verletzt. Gleichwohl sorgen diese Katzen für Nachwuchs und werden dabei häufig von freilaufenden Katzen privater Halter unterstützt. Viele der jungen Katzen werden krank geboren und leiden unter Mangelernährung, Parasitenbefall und Infektionen. Hier soll das Pilotprojekt ansetzen und das Elend verringern.

Derzeit stehen in dem Fonds rund 150.000 Euro für die Kastration von Katzen bereit, weitere Mittel sollen folgen. In den Aktionszeiträumen verzichten die Tierärztinnen und Tierärzte auf einen Teil ihres Honorars in Höhe von 25 Euro je Kastration (einschl. Chippen und Erfassen in einer Datenbank). Darüber hinaus wird – solange finanzielle Mittel im Fonds zur Verfügung stehen – in folgenden Fällen finanzielle Unterstützung geleistet:

  • freilebende weibliche und männliche Katzen, die z.B. von einem Tierschutzverein zum Tierarzt gebracht werden – Übernahme der Restkosten in voller Höhe
  • weibliche und männliche Katzen von Empfängern existenzsichernder Leistungen (Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch – SGB II bzw. XII oder Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII) – Übernahme der Restkosten in voller Höhe
  • übrige Katzen aus Privathaushalten – Zuschuss von 25 Euro für weibliche Katzen

In den landesweiten Fonds werden als Initialzündung eingebracht:

  • 35.000 Euro durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
  • 20.000 Euro durch den Deutschen Tierschutzbund gemeinsam mit dem Landesverband Schleswig-Holstein
  • 10.000 Euro durch den Landestierschutzverband Schleswig-Holstein e.V.
  • 50.000 Euro durch den Harald Nolte Vogelschutz Fonds der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
  • 35.000 Euro wurden als private Einzelspende zur Verfügung gestellt.

Es ist beabsichtigt, weitere Mittel für den Fonds einzuwerben, beispielsweise von den Kommunen und aus Bingo Lotto. Außerdem sind Privatspenderinnen und –spender aufgerufen, sich – gleich in welcher Höhe – ebenfalls an dem Projekt zu beteiligen.

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