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Tödliche Gefahr für Weidepferde – Die Samen des Bergahorns verursachen die gefürchtete Weidemyopathie

Jetzt im Herbst reifen die Samen des Bergahorns. Für Pferde sind sie eine tödliche Gefahr. Denn sie enthalten den Giftstoff Hypoglycin A, der die gefürchtete atypische Weidemyopathie verursacht.

[Die Samen des Bergahorns enthalten das Gift Hypoglycin A, das die gefürchtete Weidemyopathie verursacht.]

[Typisches Blatt des Bergahorns (Acer pseudoplatanus). Der Bergahorn ist als Straßen- und Parkbaum, aber auch in Mischwäldern weit verbreitet.]

[Die Samen des Bergahorns wachsen büschelförmig und stehen in spitzem oder rechtem Winkel. Sie fliegen bis zu 100 m weit.]

[Alle Fotos: BfT/C.Sigge]

(BfT) – Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten tritt die Erkrankung auf. Die Ursache war lange unklar, doch in den vergangenen Jahren wurde die toxische Aminosäure Hypoglycin A als Auslöser der Erkrankung identifiziert. Sie kommt in den Samen vor allem des Bergahorns (Acer pseudoplatanus) vor. Erkrankte Pferde zeigen zum Teil kolikartige Beschwerden, erhöhte Herzfrequenz, Schwitzen, Muskelzittern, Schwäche und muskuläre Steifheit bis hin zum Festliegen. Häufiger treten auch gerötete oder zyanotische (bläulich verfärbte) Schleimhäute auf. Auch Herznebengeräusche werden beschrieben. Die genannten Anzeichen können allerdings von Pferd zu Pferd variieren. Typisch ist der braun verfärbte Urin, der infolge der Zerstörung der Muskelzellen entsteht. Bei mehr als drei Viertel der erkrankten Pferde verläuft die Erkrankung tödlich. Eine Behandlung ist nur symptomatisch möglich, je früher diese erfolgt desto besser sind die Überlebenschancen. Bei Verdacht auf die Erkrankung sollte der Tierarzt daher unmittelbar verständigt werden. Abhängig vom Zustand des Pferdes wird von längeren Transporten zum Teil abgeraten, da diese noch eine weitere Belastung darstellen können.

Betroffen sind vor allem Weidepferde, die mehrere Stunden oder ganztägig auf der Weide stehen. Bei stark abgefressenen und ungepflegten Weiden ist das Risiko, dass Samen aufgenommen werden, besonders hoch. In der Literatur wird als ein zusätzlicher Faktor oft plötzlicher Wetterumschwung mit Einsetzen der kalten Witterung und Stürmen beschrieben. In manchen Jahren scheint es zu einem gehäuften Auftreten zu kommen, so dass auch weitere klimatische Einflüsse diskutiert werden.

Nicht nur im Herbst und Winter auch im Frühjahr, wenn die Samen keimen, ist Vorsicht geboten, denn auch die Sämlinge enthalten das gefährliche Gift. Das Erkrankungsrisiko scheint zudem bei jüngeren und gut genährten Pferden erhöht zu sein, doch auch ältere Pferde können an der atypischen Weidemyopathie erkranken. Hinsichtlich der Empfindlichkeit gegenüber dem Gift gibt es offenbar auch individuelle Unterschiede.
Angesichts des dramatischen Verlaufs und der geringen Heilungsaussichten kommt der Vorsorge besondere Bedeutung zu. Empfohlen wird die Weidezeiten in den kritischen Monaten entsprechend zu beschränken oder Weiden mit Bergahornbewuchs oder Bäumen in unmittelbarer Nähe ganz zu meiden. Eine Zufütterung insbesondere mit Mineral- und reichlich Raufutter verringert das Erkrankungsrisiko.

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