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Der kleine Fuchsbandwurm breitet sich aus

Infektionsrisiko auf Wiesen höher

(aho) Mehr Sachlichkeit beim Umgang mit dem kleinen Fuchsbandwurm Ecinococcus multilocularis forderte Frau Dr. Kirsten Tackmann vom Institut für epidemiologische Diagnostik der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten, Wusterhausen anlässlich eines Referates ”Echinokokkose beim Fuchs”. Endwirte sind bekanntlich Fuchs, selten Hund und Katze, wobei selbst eine massive Infektion klinisch oft unentdeckt bleibt. Zwischenwirte sind Kleinnager ( Feldmaus, Schermaus ).

Der Parasit ist in den letzten Jahren sehr ”populär” geworden, da die Larve dieses Parasiten die „Alveoläre Echinokokkose des Menschen“ verursacht. Die unbehandelt tödliche verlaufende und bisher nicht heilbare Erkrankung wird von der WHO als die gefährlichste parasitäre Zoonose in Mitteleuropa angesehen, obwohl sie hier selten, wenn auch in regionaler Häufung ( Clusterbildung ) vorkommt. Zu den Risikogruppen gehören vor allem Mitarbeiter in der Landwirtschaft, sehr viel seltener sind es Hunde – und Katzenbesitzer. Eine tatsächliche Risikoanalyse für den Menschen ist beim bisherigen Kenntnisstand unmöglich. Insbesondere besteht nach Meinung von Frau Dr. Tackmann innerhalb der Humanmedizin ein erhebliches Unwissen. Oft werden Leber -Echinokokkosen als Tumoren angesprochen, so daß erst bei der Operation die wahre Natur der Erkrankung erkannt wird. Ebenso ist Vorsicht bei Leberpunktionen angezeigt, da hierdurch Metastasen verschleppt werden können.

Katzen sind zwar durch die gefangenen Mäuse hoch exponiert, stellen aber für Echinokokken einen schlechten Wirt dar, während Hunde wenig exponiert, aber hoch empfänglich sind. Das Wissen um den kleinen Fuchsbandwurm hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Während man früher davon ausging, daß es sich um ein ”süddeutsches Problem” handele, weiß man heute, daß dieser Parasit bundesweit vorkommt. So unterscheiden sich die Prävalenzen beim Fuchs mit 70% in Südwestdeutschland und 60% in Niedersachsen nur unwesentlich. Und es sind nicht so sehr die Wälder, in denen der kleine Fuchsbandwurm vorkommt, sondern er ist eher auf Wiesen vertreten. Die Verbreitungssituation kann sich innerhalb von fünf Kilometern eine völlig andere sein.

Ein Pilotversuch auf der Schäbischen Alb, in dem geprüft werden sollte, ob eine flächendeckende Behandlung der Füchse mit Praziquantel – Ködern möglich ist, war grundsätzlich sehr erfolgreich. Es kann aber keine Tilgung erwartet werden. Zudem sind derartige Projekte sehr kostenträchtig.

Quelle:

Dr. Kirsten Tackmann, Referat: ”Echinokokkose beim Fuchs”, AfT – Symposium: „Verdrängte und vernachlässigte Probleme der Tiergesundheit“ am 12. – 13.04.99 in Wiesbaden – Naurod.

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