animal-health-online®
Redaktion Kleintiere & Pferde
  

powered by ...

Hamburg: Kein Pardon für „Kampfhunde“ +++ 600 EURO Hundesteuer

Hamburg (aho) – Nach den jüngsten Beißattacken zieht der Hamburger Senat die Daumenschrauben an. Die alte Hundeverordnung wird laut einem Bericht der in Hamburg erscheinenden Morgenpost (MOPO) durch ein neues, wesentlich schärferes Hundegesetz abgelöst, das auch den allgemeinen Leinenzwang beinhaltet.

Für das neue Hundegesetz werden alle Vierbeiner laut MOPO klassifiziert. Je nach Gefährlichkeit der Tiere sollen verschiedene Regeln eingeführt werden. Haltungsgenehmigung, Leinen- und Maulkorbpflicht sowie erhöhte Hundesteuer (600 Euro im Jahr; bisher 90 Euro) gelten bereits heute für Staffordshire Bullterrier, Pitbull, American Staffordshire Terrier und alle Hunde, die als „individuell gefährlich“ eingestuft werden. In diese Kategorie soll zukünftig auch der Bullterrier fallen. Für Hundehalter, die einen Bullmastiff, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Español, Mastino Napoletano, Kangal, Kaukasischen Owtscharka, einen Tosa Inu und (neuerdings) einen Rottweiler besitzen, gelten Haltungsgenehmigung, Leinen- und Maulkorbpflicht und erhöhte Hundesteuer generell auch. Sie können sich davon aber durch einen bestandenen Wesenstest und einen Sachkundenachweis befreien lassen.

Und das sieht das neue Hundegesetz laut Morgenpost im Einzelnen vor:

Chippflicht: Zur eindeutigen Identifizierung bekommt jeder Hund einen Chip verpasst. Die Daten werden in einem zentralen Register erfasst.

Hundehaftpflichtversicherung: Alle Hundehalter müssen die Police zwingend abschließen.

Kategorien und Rassen: Hunde werden je nach Gefährlichkeit in vier Kategorien (bisher drei) eingestuft.

Leinenzwang: Pflicht für alle Hunde. Ausnahmen nur für Besitzer ungefährlicher oder kleiner Hunde (unter 50 Zentimeter Schulterhöhe) mit Sachkundenachweis.

Strafen: Wer die neuen Bestimmungen missachtet, muss mit härteren Strafen rechnen – im Extremfall droht ein generelles Verbot, Hunde zu halten.

Im Gegenzug ist geplant, die Zahl der Freilaufflächen für Hunde bis zum Sommer von 60 auf 79 zu erhöhen.

Die Eckpunkte sollen bei einer Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss beraten werden. Über den Sommer will Gesundheitssenator Dräger am Gesetzentwurf arbeiten, Ende September soll die Bürgerschaft das neue Hundegesetz verabschieden. „Gut, dass da jetzt Dampf reinkommt“, wird der tierpolitische Sprecher der CDU, Michael Fuchs, in der Zeitung zitiert. SPD-Innenexperte Andreas Dressel: „Je schneller uns ein konkreter Gesetzentwurf vorliegt, desto besser.“ Erkennbar sei allerdings schon jetzt, dass durch Chip- und Haftpflicht die Hundehaltung teurer werde.

Auch Wolfgang Poggendorf, Chef des Tierschutzvereins, spricht von „guten Ansätzen“, warnt aber laut MOPO ebenfalls vor den Kosten: „Wer mehrere Rottweiler hat, muss das Geld für die erhöhte Hundesteuer erst mal aufbringen.“

Suche



Datenschutzerklärung