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Tierhaltertipp der Bundestierärztekammer: Fliegenmadenbefall; ein Gesundheitsproblem mit Ekelfaktor

Fliegenmaden-btk[Foto: © T. Steidl] Berlin (BTK) – Mitte Mai beginnt auch für viele Haustiere die Freiluftsaison. Besonders Kaninchen genießen es, in ein Außengehege auf Balkon, Terrasse oder im Garten umzuziehen. Doch birgt die Sommerfrische leider auch gesundheitliche Risiken – besonders unangenehm ist der Befall mit Fliegenmaden, die sogenannte Myiasis bei Kaninchen.

„Dieses leidvolle Problem kommt vor allem im Sommer vor. Verschiedene Arten von Schmeiß- oder Fleischfliegen legen ihre Eier auf dem Kaninchen ab. Daraus entwickeln sich die Fliegenmaden, die in nässende, entzündete Hautstellen eindringen und das Tier buchstäblich von Innen auffressen“, weiß Dr. Thomas Steidl vom Ausschuss für Kleintiere der Bundestierärztekammer.
Gesunde Kaninchen in sauberen Käfigen werden dabei selten „Opfer“ der Fliegen: Gefährdet sind geschwächte Tiere oder solche, die offene, nässende Wunden am Körper haben oder unter Durchfall leiden. Diese feuchten oder kotverschmutzten Körperregionen ziehen die Fliegen an, die ihre Eier in die Wunden oder auf den Schleimhäuten der Körperöffnungen ablegen. Auch Stress und schlechte Haltungsbedingungen können den Befall mit Fliegenmaden begünstigen, da das Immunsystem des Kaninchens geschwächt ist, oder Tiere mit Schmerzen, die zu Selbstverletzungen neigen und die eigene Körperpflege vernachlässigten. Übergewichtige Kaninchen sind ebenfalls besonders gefährdet, da sie sich nicht mehr selber in der Afterregion, die von Fliegen besonders für die Eiablage bevorzugt wird, putzen können.

Für aufmerksame Tierhalter ist eine Myiasis aber gut zu erkennen: Auf dem Kaninchen finden sich entzündete oder eitrige Stellen, bei genauer Betrachtung lassen sich weißlich-gelbe Fliegenmaden auf der Haut, im Fell oder der Wunde erkennen. Häufig sitzt das Tier apathisch herum und verweigert das Futter. Auffällig sind auch vermehrte Ansammlungen von Fliegen im Gehege oder Käfig.
Spätestens jetzt muss das Kaninchen so schnell wie möglich zum Tierarzt! Durch die Maden ist die Haut des Tieres meist schon stark entzündet und es kann zu einer zusätzlichen Infektion durch Bakterien kommen. Als erste Maßnahme sammelt der Tierarzt – gegebenenfalls unter Narkose – die Maden und Puppen vom Kaninchen ab und entfernt das Fell rund um die Wunde. Mit einer Sonde prüft er dann, wie tief die Fliegenmaden in der Wunde sitzen. Damit die Haut heilen kann, muss oft noch entzündetes Gewebe herausgeschnitten und die Wunde gründlich gespült werden. In fortgeschrittenen Fällen bleibt häufig nur die Euthanasie übrig, um dem Tier Leiden und Qual zu ersparen.

Deshalb sollte dem Befall mit Fliegenmaden möglichst vorgebeugt werden. Dazu einige Tipps vom Praktiker:

• Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist akkurate Hygiene – dazu gehört, täglich die Einstreu zu wechseln und Futterreste zu entfernen!

• Täglich kontrollieren, ob das Kaninchen verletzt ist oder unter Durchfall leidet – in diesem Fall sofort zum Tierarzt!
Tiere mit Durchfall oder offenen Wunden in der warmen Jahreszeit sofort ins Haus nehmen, um sie vor den umherschwirrenden Fliegen zu schützen!

• Langhaarigen Tieren wie Angorakaninchen sollten im Sommer vorbeugend die Haare der Analregion kurzgeschnitten werden, denn
Kotreste, die verkleben, locken Fliegen an.

• Das Kaninchen nicht zu dick werden lassen: Übergewichtige Tiere können sich nicht mehr richtig putzen und das verschmutzte
und kotverklebte Fell zieht die Fliegen an.

Achtung: Kaninchen sind zwar rein zahlenmäßig besonders gefährdet. Die Myiasis bedroht jedoch alle Kleinsäuger (z. B. Meerschweinchen) oder Reptilen (z. B. Schildkröten) in sommerlicher Freilandhaltung!

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