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Hautpilzerkrankungen bei Hund und Katze

[Die Behandlung einer Pilzinfektion ist nicht ganz einfach. Waschen der Katze geh√∂rt dazu. Nicht jede Katze reagiert dabei gelassen. (obs/Bundesverband f√ľr Tiergesundheit e.V./BfT/ollegN/istockphoto.com)]
(BfT) – Hautpilzerkrankungen (Dermatophytosen) sind bei Hund und Katze weit verbreitet. Der h√§ufigste Erreger ist der Dermatophyt Microsporum canis. Seltener werden Pilze der Gattungen Nannizzia (N.gypsea vormals M. gypseum) und Trichophython nachgewiesen. Die Infektion erfolgt √ľber bestimmte Pilzteile (Arthrosporen oder Hyphen), die sich an Haaren oder Schuppen infizierter Tiere befinden. Tiere k√∂nnen sich folglich durch K√∂rperkontakt infizieren. Au√üerdem werden die Hautpilze durch die infizierte Umgebung der Tiere (z.B. Teppiche, Polster, Schlafk√∂rbe, Decken) sowie √ľber Zubeh√∂r f√ľr die Tierpflege (z.B. K√§mme, B√ľrsten) √ľbertragen. Pilzerkrankungen werden durch bestimmte Faktoren wie Stress, zuvor bestehende Hauterkrankungen z.B. durch Parasitenbefall, beengte Unterbringung bei wenig Auslauf, Wurmbefall sowie andere die Immunabwehr schw√§chende Erkrankungen beg√ľnstigt.

Die klassischen, aber nicht immer vorhandenen Zeichen, sind runde, sich nach au√üen ausbreitende und teilweise zusammenflie√üende Hautver√§nderungen. In der Mitte dieser Ver√§nderungen heilt die Haut h√§ufig ab und wird dabei etwas dunkler als die Umgebung. Weil die Haarb√§lge entz√ľndet sind, werden die Haare gesch√§digt, sie werden stumpf, brechen oder fallen aus. Schuppen und Krusten oder auch R√∂tungen k√∂nnen vorhanden sein. Diese Krankheitsanzeichen sind jedoch nicht ‚Äětypisch‚ÄĚ, denn andere Parasiten oder Bakterien k√∂nnen dieselben Symptome hervorrufen.

Sofern weitere Hunde, Katzen oder kleine Heimtiere im selben Haushalt leben, sollten alle tier√§rztlich kontrolliert werden. Denn es gibt auch Tiere, die Pilze √ľbertragen, ohne sichtbar krank zu sein. Das gilt besonders f√ľr Langhaarkatzen.

Besondere Gefährdungen

Hautpilzerkrankungen werden von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. So gilt nach einer Auflistung von ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) zum Beispiel:

  1. F√ľr junge Tiere sowie solche mit geschw√§chtem Immunsystem besteht ein erh√∂htes Risiko.
  2. S√§ugende Katzen und H√ľndinnen k√∂nnen mit Hautpilzen infiziert sein und diese auf ihre Welpen √ľbertragen.
  3. Hunde und Katzen jeder Rasse sind f√ľr Hautpilze empf√§nglich. F√ľr Perserkatzen wurde jedoch eine besondere Anf√§lligkeit nachgewiesen.
  4. Bei Katzen gibt es auch Hinweise auf familiäre Anfälligkeiten.
  5. Andere Parasiten wie Fl√∂he, Zecken, Milben oder Juckreiz sowie andere Hautinfektionen k√∂nnen winzige Hautverletzungen verursachen, die Hunde und Katzen f√ľr eine Hautpilzinfektion anf√§llig machen.
  6. Jede Erkrankung, die den K√∂rper schw√§cht, kann Hunde und Katzen f√ľr eine Infektion mit Hautpilzen empf√§nglicher machen. Liegt ein Pilzbefall vor, muss daher abgekl√§rt werden, ob eine andere Erkrankung vorliegt. Wenn ja, sollte diese nach M√∂glichkeit behandelt werden, w√§hrend parallel eine spezielle Behandlung gegen die Hautpilze erfolgt.
  7. Warmes und feuchtes Klima beg√ľnstigt eine Hautpilzerkrankung.
  8. Ein höheres Risiko besteht in Zuchten oder Tierheimen, bei streunenden Tieren, Jagdhunden und wild lebenden Katzen sowie Tieren, die mit Artgenossen oder anderen Tieren zusammen gehalten werden.
  9. Auch bei Tieren, die an Ausstellungen oder Wettkämpfen teilnehmen, besteht ein erhöhtes Risiko, an einer Hautpilzinfektion zu erkranken.

Genaue Diagnose nur durch den Tierarzt möglich

Besteht der Verdacht auf eine Hautpilzerkrankung, muss dies vom Tierarzt sicher abgekl√§rt werden. Dazu stehen verschiedene Diagnosem√∂glichkeiten zur Verf√ľgung. Der Tierarzt entscheidet, welche oder wie viele Methoden sinnvollerweise angewendet werden, um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Am zuverl√§ssigsten ist dabei eine Kombination verschiedener diagnostischer M√∂glichkeiten, z. B. Untersuchung des Tieres unter einer Speziallampe, mikroskopische Untersuchung von Haaren, die Bebr√ľtung einer Kultur im Labor oder auch die Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). PCR ist auch geeignet, bereits abgestorbene Dermatophyten nachzuweisen. Die Behandlung muss konsequent fortgef√ľhrt werden, bis der Erfolg der Therapie durch Laboruntersuchungen gesichert ist. Die Behandlungsdauer betr√§gt damit mindestens sechs bis acht Wochen.

Die Behandlung verfolgt zwei Ziele. Sie soll zum einen die Krankheitsdauer verk√ľrzen und zum anderen die Ausbreitung in der Umgebung und die √úbertragung auf andere Tiere oder den Menschen verhindern. Daf√ľr stehen im Prinzip drei Behandlungswege zur Verf√ľgung: Die Bek√§mpfung des Hautpilzes von „innen heraus“ (systemisch), also √ľber geeignete Medikamente, die √§u√üerliche Behandlung, d.h. Fell und Haut werden mit speziellen Mitteln gewaschen sowie die gr√ľndliche Reinigung der Umgebung, in der das Tier lebt. Erg√§nzend dazu ist auch eine „therapeutische“ Impfung m√∂glich.

Desinfektion und Hygiene

Die lokale Behandlung eines bestimmten Hautbereiches mit einem pilzwirksamen Mittel ist dabei nur selten ausreichend. H√§ufig befinden sich die mit blo√üem Auge unsichtbaren Pilzsporen bereits an anderen K√∂rperstellen, so dass eine Ganzk√∂rperwaschung mit einem tier√§rztlich verordneten Pilzmittel erforderlich wird. Bei Katzen gestaltet sich gerade dies aber h√§ufig schwierig. Besonders bei langhaarigen Rassen empfiehlt sich vorher ein K√ľrzen der Haare auf etwa drei Millimeter L√§nge. Dadurch wird infiziertes Haarmaterial entfernt. Au√üerdem wird so die Haut pilzhemmend belichtet und bel√ľftet und kann leichter behandelt werden. Wichtig ist au√üerdem die konsequente Reinigung und Desinfektion, empfohlen wird mindestens einmal pro Woche, der Umgebung des betroffenen Tiers. Auch alle Gegenst√§nde, die der Tierpflege dienen, m√ľssen eingeschlossen werden, also B√ľrsten, K√§mme u.√§., sowie Decken, Spielzeug, Leinen, das Auto und die gesamte Wohnung. Welche Mittel hier geeignet sind und wie diese angewendet werden m√ľssen, wei√ü der Tierarzt.

Zeitweise den Kontakt unterbinden

Der Kontakt mit einem (nicht offensichtlich) betroffenen Tier oder einer verunreinigten Umgebung stellt das gr√∂√üte Infektionsrisiko dar. Eine Ansteckung l√§sst sich also am besten vermeiden, indem man diesen Kontakt verhindert. Diese Ma√ünahme ist sehr einfach, aber nicht immer anwendbar, da nicht allen betroffenen Tieren der Befall mit Hautpilzen anzusehen ist. Besonders in Katzengruppen finden sich sehr h√§ufig unauff√§llige Tr√§gertiere. In Zuchten und Tierheimen l√§sst sich eine Hautpilzinfektion sehr schwer bek√§mpfen und stellt auch ein gesundheitliches Risiko f√ľr die Menschen dar, die mit den Tieren in Kontakt kommen. Es sollte daher stets bei Neuzug√§ngen eine Untersuchung auf einen Befall mit Hautpilzen erfolgen, auch wenn keine √§u√üerlich erkennbaren Anzeichen daf√ľr vorliegen. Bis zu einem sicheren Diagnoseergebnis bzw. einer abgeschlossenen Behandlung sollten die Tiere in Quarant√§ne bleiben. Ein Tier ohne √§u√üerliche Anzeichen eines Hautpilzbefalls aber mit positivem Laborbefund ist als Tr√§gertier einzustufen. Tr√§gertiere sollten vor Aufnahme in den Bestand behandelt werden. Sie werden erst dann in den Bestand aufgenommen, wenn zwei Laboruntersuchungen im Abstand von vier Wochen einen noch bestehenden Hautpilzbefall ausschlie√üen.

Impfen ist möglich

In Deutschland sind mehrere Impfstoffe gegen Hautpilze bei Hunden und Katzen zugelassen. Die Impfung kann zwar eine Ansteckung und Erkrankung nicht in jedem Fall verhindern, es kommt aber bei einer Erkrankung zu einer weniger schweren Auspr√§gung der Krankheitsanzeichen. Auf Wunsch kann die Impfung daher in stark gef√§hrdeten Best√§nden (z. B. Zuchten, Tierheimen) eingesetzt werden. Auch als vorbeugende Ma√ünahme f√ľr Tiere mit erh√∂htem Risiko bietet sich die Impfung an. Als Teil der Therapie kann die Impfung die Abheilung klinischer, also sichtbarer Hautver√§nderungen beschleunigen.

Wie kann sich der Tierhalter sch√ľtzen?

Viele Hautpilze k√∂nnen auch auf den Menschen √ľbertragen werden. Gerade bei Menschen mit schlechter Immunabwehr kann sich eine gef√§hrliche Pilzerkrankung entwickeln. Daher m√ľssen die tier√§rztlichen bzw. √§rztlichen Anweisungen konsequent befolgt werden. Um sich selber vor einer Ansteckung mit Hautpilzen durch ein Haustier zu sch√ľtzen, gelten laut ESCCAP grunds√§tzlich folgende Regeln:

  1. Gr√ľndliche pers√∂nliche Hygiene (nach Kontakt gr√ľndlich H√§nde waschen, Tier nicht auf Sofa oder im Bett schlafen lassen usw.)
  2. Behandlung bestehender Hautpilzinfektionen beim Tier inkl. Desinfektion des Umfeldes
  3. Vermeiden von Situationen mit Infektionsgefahr f√ľr das Tier
  4. Fernhalten von Kindern und anderen Personen von betroffenen Tieren und möglicherweise mit Hautpilzteilchen verunreinigten Gegenständen und Räumen.

Leben in einem Haushalt auch noch andere Tiere, etwa Meerschweinchen, Kaninchen oder andere Nagetiere, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Dermatophytosen sind auch bei diesen Tierarten keine Seltenheit. Krankheitsverlauf und Symptome √§hneln denen von Hund und Katze, ebenfalls besteht Ansteckungsgefahr in beide Richtungen. Auch eine √úbertragung auf den Menschen ist m√∂glich. Tier√§rztliche Behandlung sowie die gr√ľndliche Reinigung und Desinfektion von Stall und Umgebung sind deshalb sehr wichtig.


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