Lebensmittel - Markt - Ernhrung®
Lebensmittel - Markt - Ernährung
  

powered by ...

Antibiotika-resistente Campylobacter-Keime auf rohem Geflügelfleisch

Bern (aho/lme) – Forscher des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) und des Institutes für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Universität Zürich haben rohes Geflügelfleisch aus 122 Läden der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein auf das Vorkommen Antibiotika-resistenter Campylobacter untersucht. Der Anteil an Proben, die Campylobacter enthielten, war bei Importfleisch und Produkten heimischer Herkunft mit rund 20 Prozent gleich hoch. Deutliche Unterschiede in der Häufigkeit (Prävalenz) zeigten sich bei unterschiedlicher Kühlung der Produkte und bei verschiedenen Haltungssystemen des Mastgeflügels. Während „Poulets“ aus „Wintergärten“ die tiefste Prävalenz (10,6 Prozent) zeigte, war diese bei Tieren in Auslaufhaltung mit 28,9 Prozent am höchsten. Geflügel aus konventioneller Haltung lag mit 20,4 Prozent im Mittelfeld.

Insgesamt waren in diesen Untersuchungen rund 40 Prozent der Campylobacterkeime aus Geflügelfleisch resistent gegenüber Antibiotika. 87 Campylobacter-Stämme wurden bezüglich ihrer Resistenz gegen Ciprofloxacin, Ampicillin, Amoxicillin, Erythromycin, Tetracyclin, Gentamicin, Streptomycin und Sulfonamid untersucht. 51 Stämme (58,6 Prozent) waren für alle getesteten Antibiotika empfindlich. 19 Stämme (21,8 Prozent) waren resistent gegen eines der acht untersuchten Antibiotika. Bei 9 Stämmen (10,3 Prozent) waren Resistenzen gegen zwei Antibiotika vorhanden. Vier Stämme wiesen eine Dreifachresistenz auf. Jeweils zwei Stämme waren gegen vier bzw. fünf der getesteten Antibiotika resistent. Resistenzen waren besonders häufig bei Ciprofloxacin (28,7 Prozent), Tetracyclin (12,6 Prozent), Sulfonamid (11,8 Prozent) und Ampicillin (10,3 Prozent).

Insgesamt zeigte sich, dass Campylobacter-Keime – isoliert von Geflügelfleisch aus Schweizer Produktion – bedeutend seltener Antibiotikaresistenzen aufwies als Stämme aus Importfleisch. So waren Campylobacter aus Importfleisch deutlich häufiger gegen Ciprofloxacin, Ampicillin und Tetracyclin resistent als Keime aus Schweizer Fleisch.

Campylobacter ist der häufigste lebensmittelassoziierte Durchfallerreger in der Schweiz und wahrscheinlich auch weltweit. Die Erkrankung heilt in der Regel selber ab. Beim Auftreten von Komplikationen ist aber eine Antibiotikatherapie angezeigt. Vor diesem Hintergrund führt das Bundesamt für Veterinärwesen zusammen mit seinen Partnern die Anstrengungen zum Aufbau eines Resistenzmonitoringprogrammes entlang der gesamten Lebensmittelkette weiter.

Ursula Ledergerber, Gertraud Regula, Roger Stephan, Jurg Danuser, Beatrice Bissig, Katharina D.C. Stark Risk factors for antibiotic resistance in Campylobacter spp. isolated from raw poultry meat in Switzerland BMC Public Health 2003, 3:39

Suche



Datenschutzerklärung

Betrug und Täuschung in der Bio-Land- u. Lebensmittelwirtschaft
EHEC: Ein Erreger macht Karriere
Nitrat: Vom Schadstoff zum wichtigen Nährstoff
Mycobacterium avium paratuberculosis in Lebensmitteln
Qualität und Gesundheitswert von Bio-Produkten
Acrylamid: Nullrisiko deutlich gesenkt



Wissenschaftlerin: Nur reiche Länder können sich 'Bio' leisten - auf Kosten der Armen


Lebensmittelsicherheit


mycobakterien


Handlungsbedarf: Wissenschaftler weisen MAP in Rindfleisch nach

Derio (aho/lme) Wissenschaftlern von Baskischen Institut für Landwirtschaftliche Forschung und Entwicklung 'Neiker-Tecnalia' im spanischen Derio ist es gelungen, den Erreger der Paratuberkulose 'Mycobacterium avium paratuberculosis' (MAP) in der Muskulatur von Rindern und Kühen zum Zeitpunkt der Schlachtung nachzuweisen.
Weitere Informationen hier.