Lebensmittel - Markt - Ernhrung®
Lebensmittel - Markt - Ernhrung
  

powered by ...

Doch kein Krebsschutz: Krebsforscher beurteilen Tomaten-Inhaltsstoff Lycopin neu

(aid) – Mit Beginn der Reisezeit kommt ein Lebensmittel in Mode, das sonst das ganze Jahr über eher ein Schattendasein in den Supermarktregalen führt. Ein Nachtschattendasein, sozusagen. Die Rede ist vom Tomatensaft, der selten so stark nachgefragt wird wie im Flugzeug. Über die Gründe dafür gibt es eine Vielzahl von Erklärungsansätzen, die in der Regel auf eines hinauslaufen: Tomatensaft schmeckt und steckt voller guter Inhaltsstoffe. Demnach könnte man sich eher wunder, dass er zu Land so missachtet wird, als zu staunen, wenn Fluggäste ihn gerne trinken.

Doch für alle, die Tomatensaft einfach nicht mögen, gibt es nun eine befreiende Erkenntnis: Forscher sind sich gar nicht einig darüber, ob er wirklich so gesundheitsförderlich ist. Jahrelang wurde insbesondere der Pflanzenfarbstoff Lycopin herausgestellt, dem man nachsagte, dass er vor Krebs schützen könnte; schwerpunktmäßig für Prostatakrebs. Wenn die Tomaten im Zuge der Saftgewinnung erhitzt werden, vervielfältigt er sich. Lycopin ist daher im Saft wesentlich konzentrierter vorhanden als in frischen Tomaten. „Wessen Vater oder Großvater am Prostatakarzinom erkrankt ist, der sollte spätestens ab 40 regelmäßig ein Glas Tomatensaft trinken“, empfahl noch 2004 in einem Interview mit der „Ärztlichen Praxis“ Professor Klaus-Peter Jünemann, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel.

Doch 2007 veröffentlichte die American Association for Cancer Research eine ganz andere Sichtweise. Eine Studie mit 28 000 männlichen Patienten widerlegt demnach die lange angenommene These, Lycopin schütze vor Krebs. Im Gegenteil: Die Forscher stellten sogar fest, dass Beta-Carotin, welches mit Lycopin verwandt ist, das Prostatakrebsrisiko steigern könnte. „Es ist enttäuschend, da Lycopin so eine unkomplizierte, kostengünstige Variante gewesen wäre, um das Prostatakrebsrisiko zu senken. Aber so einfach scheint es nicht zu sein“, kommentierte Ulrike Peters vom Fred Hutchison Cancer Research Center.

Für Fluggäste bedeutet das: Dem Herdentrieb müssen sie nicht länger aus vermeintlich gesundheitlichen Gründen nachgeben. Wer Orangensaft oder Wasser bevorzugt, sollte dazu ruhig stehen. Auch über den Wolken.

aid, Johanna Thelemann

Suche



Datenschutzerklärung

Betrug und Täuschung in der Bio-Land- u. Lebensmittelwirtschaft
EHEC: Ein Erreger macht Karriere
Nitrat: Vom Schadstoff zum wichtigen Nährstoff
Mycobacterium avium paratuberculosis in Lebensmitteln
Qualität und Gesundheitswert von Bio-Produkten
Acrylamid: Nullrisiko deutlich gesenkt



Wissenschaftlerin: Nur reiche Länder können sich 'Bio' leisten - auf Kosten der Armen


Lebensmittelsicherheit


mycobakterien


Handlungsbedarf: Wissenschaftler weisen MAP in Rindfleisch nach

Derio (aho/lme) Wissenschaftlern von Baskischen Institut für Landwirtschaftliche Forschung und Entwicklung 'Neiker-Tecnalia' im spanischen Derio ist es gelungen, den Erreger der Paratuberkulose 'Mycobacterium avium paratuberculosis' (MAP) in der Muskulatur von Rindern und Kühen zum Zeitpunkt der Schlachtung nachzuweisen.
Weitere Informationen hier.






Vegetarier: weiblich, jung, überdurchschnittlich gebildet, lebt in Großstadt.



aho_Grosstiere

aho_Kleintiere & Pferde

Lebensmittel Markt Ernährung