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Happach-Kasan: Verzicht auf Aal als Speisefisch schützt die Bestände nicht

[Foto: Glas-Aale] Berlin (FDP) – Zu den Aussagen im Einkaufsratgeber Fisch 2012 von Greenpeace, der in seinem Bestand bedrohte Europäische Aal sei nicht als Speisefisch zu empfehlen, erklärt die Fischereiexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel HAPPACH-KASAN:

Es ist unbestritten: Der europäische Aal ist in seinem Bestand gefährdet. Deswegen müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die Bestände zu sichern. Der Verzicht auf Aal als Speisefisch ist keine erfolgversprechende Maßnahme. Die Empfehlung von Greenpeace geht an den eigentlichen Ursachen des Aalschwundes vorbei. Der Schutz des Europäischen Aals muss dort ansetzen, wo die Gefährdung am größten ist: Das ist vor allem der Verbau der Flüsse und das Häckseln der Aale in Wasserkraftanlagen. Eine weitere Rolle spielt immer noch der Export der Glasaale nach China und ihr Verzehr als Delikatesse in Spanien und Frankreich.

Oberste Priorität zum Schutz des Aals muss deshalb eine Umrüstung von Wasserkraftwerken und ein Umdenken bei der Förderung von wenig effizienten, für den Aal aber tödlichen Kleinwasserkraftanlagen haben. Auch muss das Aalmanagement konsequent durchgeführt werden. Auf europäischer Ebene wurde deshalb vor fast fünf Jahren die „Verordnung mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestands des Europäischen Aals“, (EG Nr. 1100/2007) verabschiedet. Die Bundesländer haben mittlerweile dementsprechend Managementpläne erarbeitet, um die Abwanderung der laichreifen Blankaale so zu verbessern, dass mindestens 40% Nordsee und Atlantik erreichen. Weiter sollen mindestens 60% des Glasaalaufkommens für den Gewässerbesatz zur Verfügung stehen.

Wer den Aalfang verbieten oder Binnenfischer und Angler durch einen Aalboykott treffen will, hat die wirklichen Probleme nicht erkannt. Angler, Binnen- und Sportfischer schützen durch Gewässerpflege und Aalbesatz die Aal-Bestände und müssen bei ihrer Arbeit unterstützt statt behindert werden. Ihnen das Angeln von Aalen zu verbieten oder sie durch unsinnigen Kaufboykott zu ruinieren, wird den dringend notwendigen Aalbesatz und die Renaturierung von Gewässern zum Erliegen bringen. Im Übrigen erbeutet auch der Kormoran in etwa die gleiche Menge an Fisch wie Hobbyangler und Berufsfischer gemeinsam den Gewässern entnehmen.

Ich unterstütze die Forderungen der Fischereiverbände, das Energieeinspeisungsgesetz (EEG) hinsichtlich der Förderung von Strom aus Wasserkraftanlagen zu novellieren. Angesichts des extrem geringen Beitrags dieser Anlagen zur Energieversorgung und den hohen ökologischen Schäden, die der Gewässerverbau verursacht, darf kein weiterer Anreiz zum Aus- und Neubau dieser kleinen Wasserkraftanlagen geschaffen werden. Die Minderung der Mortalität der Blankaale hat im Interesse des Artenschutzes Vorrang vor der Stromproduktion in kleinen Wasserkraftanlagen. Es ist unglaubwürdig, den Artenrückgang zu beklagen und gleichzeitig Maßnahmen über das EEG zu fördern, die den Artenschwund verstärken, den Lebensraum für wandernde Tierarten einschränken. Von den Wasserkraftanlagen sind in ähnlicher Weise wie der Aal andere wandernde Fischarten wie Lachs, Stör, Flussneunauge und andere Wasserlebewesen betroffen.

2 Comments, Comment or Ping

  1. Viele Gewässer, insbesondere die Meere sind überfischt. Viele Arten sind wegen zu hoher Fangquoten und umweltzerstörender Fangtechniken nahezu ausgerottet.
    Aquafarmen sind keine Alternative, da sie im höchsten Maße umweltgefährdend und tierquälerisch sind. Weltweit werden so ca. 16 Mio. Tonnen Fisch gezüchet. Meist wird nur eine einzige Art in Monokultur mit umfangreicher Technik und Chemikalien auf engstem Raum herangezogen. Kraftfuttercocktails sollen die Fische schnellstmöglich verkaufsreif wachsen lassen. Die Stoffwechselprodukte der Fische verursachen eine explosionsartige Ausbreitung der Algen und eine ökologische Zerstörung des Gewässers.
    In Anbetracht der Schadstoffbelastungen der Meere wird deutlich, daß Fisch kein gesundes Nahrungsmittel sein kann, denn aus verschmutzten Gewässern können keine „unverschmutzten“ Fische kommen. Die in den Wassertieren abgelagerten Schadstoffe wie Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber und Pestizide werden mitgegessen, ebenso wie die in den Aquafarmen den Tieren zugeführten Wachstumshormonen und Antibiotika.

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