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Kohlenhydratarme Kostformen erfolglos?

Bonn (ugo) – In seinem aktuellen Newsletter 8/03 meldet der AID in Bonn, kohlenhydratarme Diäten seien langfristig erfolglos. Er beruft sich auf eine systematische Übersichtsarbeit von Bravata et al, die gerade in der Fachzeitschrift „JAMA“ (Journal of the American Medical Association) erschienen ist, und meldet weiter: „Diäten, die auf eine kohlenhydratarme Kost setzen, sind … offenbar überflüssig. Zwar konnten Übergewichtige im Zuge der Diät häufig ihr Gewicht senken [sic!]. Dies sei aber nach Angaben der Forscher ausschließlich auf die verringerte Gesamtaufnahme an Kalorien zurückzuführen. … Längerfristig befürchten die Mediziner sogar gesundheitliche Schäden durch die Diät.“

Kommentar

Haarsträubend! Von einer Befürchtung gesundheitlicher Schäden ist in der Arbeit gar keine Rede, im Gegenteil: Im Original heißt es sinngemäß: Wenn „eine kohlenhydratärmere Diät besser vertragen wird als eine kohlenhydratreichere, dann kann diese eine effektive Alternative für kurzfristigen Gewichtsverlust sein, ohne schädliche Nebenwirkungen auf Serumlipide, glycämische Kontrolle oder Blutdruck“. Unter Atkins-ähnlichen Diäten kommt es demnach nicht – wie oft befürchtet – zu einer Verschlechterung der metabolischen Situation.

Die anderen Fakten sehen so aus: Das Review wertete 107 Studien aus, die sich mit diversen und sehr unterschiedlichen kohlenhydratarmen Kostformen beschäftigten. Die mittlere Gewichtsabnahme bei Diäten, die weniger als 60 g Kohlenhydrate pro Tag erlaubten (im Mittel 29 g/Tag, 50 Tage lang), lag bei 17 kg. Bei Diäten, die mehr als 60 g Kohlenhydrate erlaubten (mittlere Zufuhr 236 g/Tag, mittlere Dauer 73 Tage) betrug die Gewichtsabnahme 2 kg. Wie kann der AID angesichts dieses dramatischen Unterschiedes von „erfolglos“ und „überflüssig“ sprechen?

Dass dieser Erfolg „ausschließlich auf die verringerte Gesamtaufnahme an Kalorien zurückzuführen“ sei, ist ebenfalls nicht negativ, sondern logisch und erfreulich, denn was könnten wir uns mehr wünschen, als dass Übergewichtige, die eine Diät einhalten, weniger essen und dabei abnehmen? Das genau scheint ja der Clou bei kohlenhydratarmen – und eiweißreichen – Diäten zu sein: man ist früher satt und isst spontan weniger. Ein Nachteil? Wohl nur in den Augen jener, die noch immer starr am kohlenhydratreich-fettarm-Dogma für alle festhalten.

Im Übrigen liegen mittlerweile drei neue randomisiert-kontrollierte Diätstudien mit „LoCarb-Konzepten“ vor (1,2,3). Sie zeigen, dass die Gewichtsabnahme wesentlich grösser ist als bei fettarmen und kohlenydratreichen Diäten und dass die Risikofaktoren eher sinken als steigen.

1. Sondke, SB et al: Effects of a low-carb diet on weight loss and cardiovascular risk factors in overweight adolescents. J Pediatr 2003;142:253-258

Conclusions: The LC diet appears to be an effective method for short-term weight loss in overweight adolescents and does not harm the lipid profile.

2. Brehm, BJ et al: A randomized trial comparing a very low carbohydrate diet and a calorie-restricted low fat diet on body weight and cardiovascular risk factors in healthy women. J Clin Endocrinol Metab 88: 1617–1623, 2003

Conclusion: Based on these data, a very low carbohydrate diet is more effective than a low fat diet for short-term weight loss and, over 6 months, is not associated with deleterious effects on important cardiovascular risk factors in healthy women.

3. Layman, DK et al: A reduced ratio of dietary carbohydrate to protein improves body composition and blood lipid profiles during weight loss in adult women. J. Nutr. 133: 411–417, 2003

Conclusion: This study demonstrates that increasing the proportion of protein to carbohydrate in the diet of adult women has positive effects on body composition, blood lipids, glucose homeostasis and satiety during weight loss.

Autorin: Ulrike Gonder

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